Nabu-Exkursion rückt Beweidungsprojekt mit „lebenden Rasenmähern“ in den Fokus

„Büffeln“ bei den Büffeln

Landwirt Jürgen Wahlers (3.v.l.) ist selbst überrascht, wie effektiv die Tiere das Grün herunter fressen.

Jeersdorf - „Komm! Komm!“ Jürgen Wahlers' Rufe sind im wahrsten Sinne in den Wind gesprochen. Die Wasserbüffel, die sich auf den Wümmewiesen nahe des Jeersdorfer Waldweges niedergelassen haben, nehmen kaum Notiz von ihm.

Geschweige denn von den etwa 70 Interessierten, die am Zaun stehen. Da kann der Landwirt noch so oft „Komm! Komm!“ rufen – er muss schon selbst kommen. Und siehe da: Hat er sich den gewaltigen, zotteligen Tieren nur genug genähert, wird er auch interessiert beäugt.

Wissenswertes aus erster Hand

„Sie sind zutraulicher als andere Rassen“, erzählt Wahlers, wovon die Schaulustigen, die auf Einladung des Rotenburger Nabu gekommen sind, sich an diesem Vormittag auch selbst überzeugen können – und ganz nebenbei etwas über die Bedeutung der Büffel für eine naturschutzgerechte Beweidung von Nassgrünland erfahren.

Dafür ist eigens der Ökologe Hans-Georg Wagner aus Hannover angereist, der den wissensdurstigen Teilnehmern, darunter zahlreiche Landwirte und Naturschützer, Rede und Antwort steht. Die erfahren heute aus erster Hand, was es mit Nasswiesen auf sich hat, wie wertvoll Trittschäden großer Weidetiere an der Vegetation für den Naturhaushalt sind und welche Bedeutung die Dunghaufen der Tiere für zahlreiche Folgenutzer zukommt.

Artenreiche Fauna dank Büffelhinterlassenschaften

Erst im vergangenen Jahr hat Jürgen Wahlers das Beweidungsprojekt begonnen – und schon jetzt, konstatiert Wagner, könne es beachtliche Erfolge vorweisen. „Durch die Hinterlassenschaften der Büffel gefördert, stellt sich schon früh im Jahr eine arten- und individuenreiche Insektenfauna ein“, so der Experte. Diese würde von zahlreichen Vögeln, Mäusen und Amphibien als Nahrung genutzt. Auch der Tritt oder das Grasen der großen Hornträger wirkten sich durchaus positiv auf die Tier- und Pflanzenwelt aus. So würden seinen Worten nach selbst seltene Arten wie der Behaarte Kurzflügeldeckenkäfer, das Birnförmige Blasenmützenmoos oder das Kleine Mäuseschwänzchen, eine seltene Pionierpflanze offener, feuchter Rohböden, von den natürliche Rasenmähern profitieren.

Roland Meyer, Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe, zeigt sich jedenfalls begeistert: „Die Erfahrungen hier offenbaren, dass sich eine Beweidung mit Wasserbüffeln positiv auf die Artenzusammensetzung der Vegetation und ihre Struktur auswirkt.“ Und Wahlers ergänzt: „Auch als Landwirt kann man mit relativ einfachen Methoden viel für den Naturschutz tun.“ Dafür, so der Jeersdorfer, gebe es auch Fördergelder.

lw

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