Plakette am Pavillon auf der Roseninsel macht Denkmalschutz für jeden sichtbar

Bronze für ein Gartenhäuschen

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Mit dem Pavillon wartet die im Mühlenteich gelegene Roseninsel mit einem echten Hingucker auf. Fotos: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Still und starr ruht der See. Und mittendrin, auf der sogenannten Roseninsel unweit der Scheeßeler Wassermühle, steht – etwas versteckt – eines der wenigen in Niedersachsen erhaltenen bürgerlichen Gartenhäuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Wer hätte das gedacht? Heute erstrahlt der kleine, aber feine Pavillon der Familie Müller-Scheeßel, im Jahre 1861 von Wilhelm-Cord Müller, dem Ur-Ur-Großvater des heutigen Mühlenbesitzers Jan Müller-Scheeßel, erbaut, in neuem Glanz. Über ein halbes Jahr hatten sich Handwerker daran gemacht, das Schmuckstück, welches stilistisch eine Mischung aus Schweizerhaus und antikem Tempel darstellt, nach und nach wieder liebevoll in seinen Ursprungszustand zu versetzen. „Vieles ist bei der Herrichtung aber auch in Eigenleistung entstanden“, sagt Müller-Scheeßel, der die Gesamtkosten für die 2017/2018 erfolgte Restaurierung auf rund 60 000 Euro beziffert.

Viel Geld, welches der Eigentümer des Gartenhauses aber nicht vollends aus der eigenen Tasche bezahlen musste. Daher war am Mittwoch auch Hannes Bibelhausen, seit 19 Jahren ehrenamtlicher Ortskurator der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz (DSD), nach Scheeßel gekommen. Immerhin hat seine Institution 7 300 Euro zu dem Projekt beigesteuert – aus Erlösen der Glücksspirale. Was wiederum Herbert John von der Toto-Lotto-Niedersachsen GmbH ins Spiel bringt, der sich ebenfalls vom fertigen Ergebnis ein Bild machte. Gemeinsam überreichten die beiden Wohltäter an Müller-Scheeßel eine bronzene Plakette, die ihren festen Platz auf dem pittoresken, noch aus der Erbauungszeit stammenden Ziegelsteinmauerwerk neben der Eingangstür ihren Platz finden wird. „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der Glücksspirale“, ist darauf zu lesen. Weitere Mittel zur Instandsetzung, Müller-Scheeßel spricht von knapp 32 000 Euro, waren vom Land, der VGH-Stiftung sowie durch das EU-Leader-Programm gekommen.

Alles Geldgeber, von denen Wilhelm-Cord Müller (1830 bis 1915) seinerzeit natürlich noch nichts wissen konnte. Er war es, der im Auftrag seines Vaters Leopold (1801 bis 1867) den Fachwerkpavillon errichten ließ. Letzterer hatte die Mühle da erst vor zwei Jahren vom Staat käuflich erworben und maßgeblich zu ihrem heutigen Erscheinungsbild beigetragen. „Er wollte hier, in dem von ihm geschaffenen Wümmegarten nebst Insel, vor dem Pavillon sitzen und mit Blick auf die Mühle sein Lebenswerk betrachten“, weiß sein Nachfahre zu berichten.

Den Blick auf seine Mühle kann Jan Müller-Scheeßel nun, nachdem die mit den Jahren verwilderte Insel freigelegt und das historische Gartenhäuschen dank großzügiger Spenden so aussieht, wie zu seinen Anfangstagen, nun auch wieder genießen. „Ich hoffe, dass sie lange Freude daran haben werden“, wandte sich Hannes Bibelhausen an den Mühlenwart. Die habe er gewiss, erwiderte Müller-Scheeßel.

Warum die Gemeinde sein bereits unterbreitetes Angebot, ihr die Roseninsel als zusätzlichen Ort für Trauungen zur Verfügung zu stellen, ausgeschlagen habe, sei ihm indes ein Rätsel. Ein idealer Ort wäre die idyllische Parkanlage mitsamt Mühlenteich und Pavillon allemal. Müller-Scheeßel verspricht jedoch: „Interessenten können sich hier gerne mit meiner Begleitung umschauen.“

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