Bremer Autorinnenduo liest auf Einladung des Kulturvereins Hekiswidi

Morden mit Lokalkolorit

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Liliane Skalecki (l.) und Biggi Rist gaben spannende Einblicke in ihr drittes gemeinsames Werk.

Hetzwege - Von Ulla Heyne. In Hetzwege wird gemordet – und das nicht zu knapp. Zumindest am Donnerstagabend wurde die Grundschule zum Austragungsort diverser Gräueltaten, und das sogar im Namen der Kultur: Der örtliche Kulturverein Hekiswidi hatte die in Bremen lebenden Autorinnen Liliane Skalecki und Biggi Rist eingeladen, um ihr neuestes Werk „Mordsgrimm“ vorzustellen.

Und da ging es ganz schön zur Sache, wovon sich das – leider eher spärlich erschienene – Publikum anhand der abwechselnd vorgetragenen Szenen selbst überzeugen konnte. Im dritten Werk des Erfolgsduos geht es nicht wie in den beiden Vorgängern um historische Themen. Stand im Erstlingswerk „Schwanensterben“ der U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge im Vordergrund, ging es bei „Rotglut“ um den „Deutschen Herbst“ und die Aktivitäten der RAF – übrigens auf ausdrücklichen Wunsch des Verlags, der die Sachkompetenz der promovierten Historikerin Skalecki und ihrer Kollegin Rist schätzt.

Dass das aktuelle Werk „Mordsgrimm“ aktuelle Themen aufgreift, lag für die beiden irgendwie auf der Hand: „Das Thema Plagiat hat sich geradezu aufgedrängt, da zum Zeitpunkt des Schreibens gerade der Fall Gutenberg in den Medien aktuell war,“ erklärt Skalecki. Das zweite Thema, nämlich Casting-Shows, ist im Fernsehen ja sowieso omnipräsent“, fügt Rist hinzu.

Ähnlich wie bei ihrer Lesung funktioniert auch die Arbeitsteilung der beiden Autorinnen, wie sie auf Nachfrage aus dem Publikum erklärten: Das eingespielte Team legt gemeinsam die Themen und Handlungsstränge fest, geschrieben wird jeweils allein am heimischen PC: „Wir teilen die Kapitel auf, danach liest jeweils die andere gegen und nimmt Korrekturen vor – und irgendwann kann man im Konglomerat gar nicht mehr feststellen, wer was geschrieben hat“, erklärt Skalecki.

Wichtig, das wurde bei der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung deutlich, ist den Autorinnen, ebenso den Opfern ein Gesicht zu geben: „Wir zeigen auch die Sicht der Opfer“, so Rist. Anstelle von „Serienmord-Thrillern“ versteht sie ihre Werke eher als Psychogramme, die die Taten des Mörders nachvollziehbar machen.

Das kam bei den Zuhörern an, wie die anschließenden Bücherkäufe und Signaturwünsche zeigten. „Spannend und interessant“, so das Urteil von Sandra Behrens, die die Krimireihe um den in Bremen ermittelnden schwäbischen Kommissar Heiner Hölzle vorher noch nicht gekannt hatte. Janthe Schröder, ebenfalls Hetzwegerin, gefiel vor allem das Lokalkolorit: „Toll – bei Ihrer Beschreibung des Bürgerparks hatte ich sofort das Tiergehege mit dem Reetdach vor Augen!“

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