Schnelleres Internet erreicht auch vernachlässigte Randlagen

Breitbandausbau in der Gemeinde geht voran

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Mit den neuen Verbindungen, die in Teilgebieten der Scheeßeler Dörfer gelegt werden, sind Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich.

Bartelsdorf - Von Lars Warnecke. Mancherorts in der Einheitsgemeinde verlangt die Internetnutzung einiges an Geduld ab. Gerade in den dünn besiedelten Ortschaften ist das schnelle Internet nur vom Hörensagen bekannt. Die Zukunft liegt bei der Glasfaser bis ins Haus. Kreisweit 2 000 bisher unterversorgte Adressen sollen in den kommenden anderthalb Jahren mit angezapften Fördermitteln von Bund und Land vom Breitbandausbau profitieren – so auch in Bartelsdorf, Deepen, Hetzwege, Ostervesede, Veersebrück, Wenkeloh, Westeresch und Westervesede.

Noch schnell die Mails checken, eine Banküberweisung tätigen oder abends in Ruhe einen Film streamen – das ist inzwischen vielerorts Alltag, auch im Kernort Scheeßel. Hier ist die Netzzukunft mit der sogenannten FTTH-Technologie (FTTH steht für „Fibre to the Home“, zu Deutsch „Glasfaser bis ins Haus“) schon seit Längerem angekommen – auch und vor allem, weil die EWE in der Vergangenheit bereits Leerrohre im Zuge der Wassernetzsanierung hatte einziehen lassen. Dennoch gibt es vor allem auf den Dörfern noch immer weiße Flecken bei der Versorgung mit schnellem Internet, sind Haushalte mit einer Breitbandgeschwindigkeit von unter 30 Mbit/s auf der Standspur der Datenautobahn nach wie vor abgehängt.

„Schnelles Internet ist ein Standortfaktor“

In Bartelsdorf beispielsweise. Zwar werden Internetdaten auch in dem 440-Seelen-Ort schon mitunter durch Glasfaserkabel übertragen. Meist enden diese aber an innerörtlichen Knotenpunkten, von wo aus der Rest des Transfers per Kupferkabel erfolgt, wodurch das Übertragungstempo erheblich gedrosselt wird. In drei Straßenzügen, dem Eichenweg, dem Jägerberg und dem Alten Moorkamp, das wurde auf der jüngsten Ortsratssitzung bekannt, will die EWE demnächst Löcher vor den Wohnhäusern graben, um in gut einem halben Meter Tiefe die neuen Glasfaser-Anschlüsse bis an die Grundstücksgrenze zu verlegen.

„Es ist schön zu sehen, dass der Ausbau in großen Schritten in unserer Gemeinde weitergeht“, kommentiert Gemeindebürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) das Vorhaben, das neben Bartelsdorf auch Teile von Deepen, Hetzwege, Ostervesede, Veersebrück, Wenkeloh, Westeresch und Westervesede mit einschließt. Sie ist überzeugt: Schnelles Internet verhindere Landflucht. Damit junge Menschen nicht vom Land in die Stadt ziehen, weil dort die Infrastruktur besser ist, sei Gegensteuern nötig. „Schnelles Internet ist ein Standortfaktor“, betont die Verwaltungschefin, die perspektivisch danach strebt, Glasfaser in jedes Haus der Gemeinde zu bekommen – abgesehen von absoluten Einzellagen. „Ich hoffe, dass wir auch bei künftigen Förderprogrammen wieder dabei sind.“

„Da ist einiges in Bewegung“

Klar, ohne Fördermittel von Bund und Land sowie Landkreis und Kommunen würden dünn besiedelte Bereiche des Kreisgebiets auch künftig außen vor bleiben. Warum aber gebe es in der Gemeinde beim Thema Internet mit der EWE nur einen einzigen Anbieter, wollte Zuhörer Dirk Trochelmann in der Einwohnerfragestunde wissen. Er jedenfalls vermisse den kaufkraftfördernden Wettbewerb. „Ich selbst zahle als Nutznießer des Breitbandausbaus monatlich 45 Euro, während man bei anderen Anbietern nur 20 Euro zahlen würde – bei gleicher Leistung“, gab er zu verstehen. Tatsächlich, erklärte Dittmer-Scheele, plane die EWE mit der Telekom in absehbarer Zeit zu kooperieren. „Da ist einiges in Bewegung.“ Sie spricht von einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren, bei dem der Konzern mit Sitz in Oldenburg aus rein wirtschaftlichen Gründen den Zuschlag bekommen habe.

Übrigens: Anwohner, die einen Anschluss beantragt haben, solange die Gräben offen sind, bekommen diesen kostenlos bis an ihr Haus gelegt. Die EWE will die betroffenen Bürger aus den acht Ortschaften direkt anschreiben und über die neuen Möglichkeiten informieren.

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