Brauchtumspfleger suchen neue Mitstreiter / Infoabend mit Weltrekordversuch am 23. Oktober

Heimatverein spuckt in die Hände

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Setzen sich für einen modernen Heimatverein Scheeßel ein: Museumsreferentin Jessica Krull und Vorsitzender Uwe Wahlers.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Nein, angestaubt sei „ihr“ Heimatverein keinesfalls, bekräftigt Jessica Krull, auch wenn der Name es womöglich vermuten lasse. Und dennoch: Auch der Mitgliederbestand werde eben nicht jünger, weiß die seit Anfang des Jahres auf dem Meyerhof und Heimathaus-Gelände tätige Museumsreferentin. Umso wichtiger sei es daher, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, die sich tatkräftig in der Bewahrung alten Brauchtums engagieren möchten.

„Wir meinen, dass unser Verein nicht nur etwas für die Ur-Scheeßeler ist, sondern eine Mitgliedschaft für alle interessant sein kann “, sagt Vereinschef Uwe Wahlers. Gekommen sei er zu dieser Einschätzung nach einem Gespräch mit Hans-Erik Meyer. Seit 15 Jahren lebt der Apotheker in Scheeßel, „dass man bei uns aktiv werden kann, habe er lange Zeit gar nicht gewusst“, berichtet Wahlers. Inzwischen zeige er seine Verbundenheit sogar im Vorstand, wo Meyer neuerdings als Beisitzer fungiert. Der ehemalige Leiter der Scheeßeler Grundschule ist überzeugt: „Viele wissen überhaupt nicht, was bei uns abläuft, was wir zu bieten haben, aber auch wo und wie man sich im Verein engagieren kann.“

Aufklärungsarbeit wollen er, Krull und weitere „Heimatvereinler“ am Freitag, 23. Oktober, von 18 Uhr an bei einem Informationsabend im Meyerhof leisten. Interessierte, denen womöglich eine Mitgliedschaft vorschwebt, seien ganz ungezwungen eingeladen, sich selbst ein Bild vom vielfältigen Spektrum des Vereins zu machen, erklärt Wahlers. Und da die Brauchtumspfleger keinesfalls nur in der Vergangenheit leben, sei das ganze an ein „spektakuläres Event“ gekoppelt. „Wir haben den Scheeßeler Werkstattclub eingeladen, der vor den Besuchern einen neuen Weltrekord im Bierkistenquerstapeln wagen will“, erzählt der Vorsitzende. Herausgefordert würde die Truppe, die ihr Talent unlängst auch in der Fernsehshow „TV total“ unter Beweis gestellt hatte, von den vereinseigenen Junghandwerkern. Wahlers: „Fairerweise schicken wir doppelt so viele Querstapler ins Rennen, unsere Jungs gehen ja auch schon alle auf die 80 zu.“ Auch eine Bierprobe mit verschiedenen Gerstensäften und Bratwurst vom Grill werde angeboten.

Dass der Heimatverein noch längst nicht zum alten Eisen gehört, offenbaren die Pläne, in die Uwe Wahlers einweiht. So arbeite man derzeit nicht nur an einem neuen Logo und einem moderneren Internetauftritt. „Unser langfristiges Ziel ist es, die Öffnungszeiten unseres Museums mit den beiden Anlagen auszuweiten.“Gebäude wie die Drechsler- oder Tabakwerkstatt seien bisweilen ohne Aufsicht gar nicht frei zugänglich. Auch deshalb suche man neue Ehrenamtler, „die vielleicht eine oder zwei Stunden pro Woche Zeit und Lust haben, solch eine Aufsicht zu übernehmen.“ Wahlers schwebt gar der Einsatz von Plänen oder Audio-Guides vor, mit denen sich die Besucher eigenständig ohne Führung über das Gelände und durch sämtliche Gebäude bewegen können.

Dabei sei das Betätigungsfeld quasi unendlich und reiche von handwerklichen Arbeiten über besagte Aufsichten sowie der Mitwirkung in leitender Position an den Blaudruck- und Webkursen bis hin zu Aufbau- und Aufräumarbeiten beim jährlichen Museumsfest am Maifeiertag. Rund 80 Personen seien dafür aktuell im Einsatz. „Man muss keine besonderen Voraussetzungen mitbringen, man sollte nur anpacken können“, bringt es Jessica Krull auf den Punkt. Aber auch Bürokräfte oder Leute, die im IT-Bereich bewandert sind, würden gebraucht. Jeder, betont die Museumsreferentin, könne dabei nach eigenem Belieben entscheiden, wie viel Input er in seine Arbeit stecken möchte.

Ein weiteres Ziel, das sich der Verein auf die Fahne geschrieben hat: In Kooperation mit den Schulen möchte man das pädagogische Angebot für Kinder intensivieren. Sicher nicht ganz uneigennützig, könnten die Kinder von heute doch schon die Vereinsmitglieder von morgen sein. „Die Kleinen sollen beispielsweise lernen, wie man früher gebacken oder in der Schmiede etwas gefertigt hat“, so Uwe Wahlers. „So etwas hat bei uns bisher viel zu wenig stattgefunden.“

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