Westerholz‘ Ortsbürgermeister im Gespräch

Wolfgang Kirschstein: „Es braucht einen langen Atem“

Wolfgang Kirschstein ist seit sechs Jahren Ortsbürgermeister.

Westerholz - Von Lars Warnecke. Sie sind mit ihrem Dorf fest verwurzelt, kennen quasi jeden Winkel dort. Ihre Aufgabe ist es, die Interessen der Ortschaft zu vertreten – gemeinsam mit dem Ortsrat, dem sie vorstehen. Die Rede ist von den Ortsbürgermeistern. Elf Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Scheeßel haben sich entschieden, für ihre Heimat Verantwortung zu übernehmen. Wer sind die Menschen hinter dem Amt? Welche Ideen und Anliegen möchten sie transportieren? In einer neuen Interview-Reihe kommen die Bürgermeister zu Wort. Den Anfang macht heute Wolfgang Kirschstein (65) aus dem 622-Seelen-Dorf Westerholz.

Herr Kirschstein, warum sollten eigentlich alle Bewohner des Kreises nach Westerholz ziehen?

Wolfgang Kirschstein: Da gibt es viele Aspekte, die gar nicht alle aufgezählt werden können. Westerholz ist eines der schönsten und lebenswertesten Dörfer des Landkreises, in unmittelbarer Nähe des sich gut entwickelnden Kernortes Scheeßel und der recht dynamischen Stadt Rotenburg. Die gute Anbindung an die Autobahn und das Schienennetz eröffnet viele schnelle Wege in den Rest der Welt. Frühkindliche Bildung ist durch einen Kindergarten mit 25 Plätzen vor Ort gegeben. Scheeßel bietet alle Schulen vor Ort, von der Grundschule bis zum Gymnasium. Was will man mehr? Einkaufen, Arztbesuche – alles in greifbarer Nähe vorhanden und selbst mit dem Fahrrad möglich.

Ihr Lieblingsort in der Gemeinde Scheeßel?

Kirschstein: Westerholz natürlich. Neben den schon angeführten Aspekten, bietet unser Dorf einen schönen ruhigen Lebensraum, mit positiv gestimmten Mitmenschen, einem regen, vielfältigen Vereinsleben, inmitten einer vorzüglichen Landschaft, mit seinem Wahrzeichen, dem Bullerberg, der einen wunderschönen Rundblick in unsere norddeutsche Landschaft ermöglicht. In diese Umgebung fügt sich natürlich der Golfplatz Emmen ein.

Was beschäftigt Sie als Ortsbürgermeister derzeit am meisten?

Kirschstein: Der eigenverwaltete örtliche Friedhof. Die Schaffung einer neuen sicheren Verwaltungsgrundlage für mehr als 600 Grabstellen ist im Moment eine ganz besondere Herausforderung.

Was ist das aktuell größte Problem von Westerholz?

Kirschstein: Zukunftssicherung! In Westerholz gibt es zurzeit keine verfügbaren Bauplätze. Gleichzeitig liegt mir eine lange Liste von Bauwilligen vor. Jungen Menschen aus dem Ort muss aber eine Chance geboten werden, sich hier niederzulassen und zu bleiben. Es braucht einen langen Atem, um hier zum Ziel zu kommen. Die jungen Ortsbewohner sind unsere Zukunft.

Und Ihre Vision? Ihre Vorhaben? Was wollen Sie während Ihrer Amtszeit für den Ort unbedingt noch erreichen?

Kirschstein: Da denke ich an gleich mehrere Baustellen. Zum einen die möglichst schnelle Entwicklung von Bauplätzen im Ort, zum anderen die Erhaltung und den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, zum Beispiel der Neubau des Gemeindeverbindungsweges Emmer Damm. Auch wünsche ich mir, die Einwohnerzahl des Dorfes zu halten, wenn möglich auszuweiten, für ein weiterhin angenehmes Miteinander. Westerholz soll allen Bewohnern auch zukünftig ein gutes Leben bieten.

Wie würden Sie ihren Heimatort in drei Worten beschreiben?

Kirschstein: Schön – mit Zukunft!

Zur Person

Seit 1952 lebt Wolfgang Kirschstein (65) in Westerholz. Bevor er im April dieses Jahres in den Ruhestand gegangen ist, arbeitete er als Diplom-Sozialpädagoge beim Gesundheitsamt Stade. Von 1971 bis 1982 war er als Zeitsoldat in Stade stationiert. Er ist Mitglied im Ortsrat seit 2011 und seitdem auch Ortsbürgermeister, immer für die SPD. Kirschstein ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und Großvater von zwei Enkeln.

Hintergrund Der Ortsbürgermeister ist der von den Mitgliedern des Ortsrates gewählte Vorsitzende. Er hat unter anderem folgende Aufgaben: Repräsentation und Öffentlichkeitsarbeit, Mitwirkung bei Zählungen und Statistiken, Mitwirkung bei der Feld- und Forstaufsicht, Wegeaufsicht (einschließlich Straßenreinigung und Straßenbeleuchtung), Aufgaben, die eine Kenntnis der örtlichen Verhältnisse erfordern, Beglaubigungen von Unterschriften und Abschriften.

Folge 2: Ostervesedes Ortsbürgermeister Andreas von Fintel im Gespräch: „Anonymität gibt es nicht

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