Brand im Mehrfamilienhaus am Helvesieker Weg / Augenzeugen berichten

„Ich dachte erst, da oben steigt eine Party“

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Den Brandschützern bot sich in der Küche ein Bild der Verwüstung.

Scheeßel - Diese Nacht wird Fabian Martens, Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Scheeßel, wohl nicht so schnell vergessen: Direkt über seiner Wohnung am Helvesieker Weg war am späten Dienstagabend ein Feuer im Dachgeschoss ausgebrochen. Er reagierte sofort, eilte noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr zur Hilfe. Seine Bemühungen hatten nur einen wesentlichen Haken: Die 18-jährige Bewohnerin hatte sich ausgesperrt.

Am Morgen danach. Müde schaut er drein. Kein Wunder, viel geschlafen habe er nicht, erzählt Martens. Für ihn und die mit ihm in dem Mehrfamilienhaus lebenden Nachbarn war es gegen 23 Uhr mit der Nachtruhe vorbei. Aufgeschreckt von lauten, vom Flur dringenden Schreien, rannte er innerhalb von Sekunden aus seiner Wohnung, schnurstracks das Treppenhaus hinauf.

Dort stieß Martens auf die in helle Aufregung geratene 18-Jährige. Die junge Frau, habe sie ihm erzählt, sei von beißendem Qualmgeruch aus dem Schlaf gerissen worden und in Panik aus der Wohnung gestürmt. „Dabei muss hinter ihr wohl die Haustür ins Schloss gefallen sein“, sagt er. Mit dem Handy habe sie allerdings schon die Feuerwehr alarmiert.

Ganz untätig wollte der Scheeßeler bis zum Eintreffen der Kameraden aber nicht bleiben. „Ich habe versucht, die Tür mit einer Karte aufzubrechen, das ist mir an meiner eigenen auch schon mal gelungen.“ Allerdings, so Martens, sei es dieses Mal nur bei dem Versuch geblieben.

Ebenfalls von der Geräuschkulisse aufgeschreckt worden war Janine Weger. Sie wohnt mit Mann und Töchterchen im Erdgeschoss. „Ich dachte erst, da oben steigt eine Party“, sagt sie. Doch schon kurze Zeit später, als die Feuerwehr eintrudelte, sei sie eines Besseren belehrt worden. „Wie man uns mitteilte, soll in der Küche wohl ein Brand ausgebrochen sein.“ Und so war es auch. Wie es dazu kommen konnte, habe man noch nicht abschließend klären können, teilte gestern ein Polizeisprecher mit. Sicher ist seiner Auskunft nach nur: Der Schaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Euro, das Dachgeschoss ist momentan nicht bewohnbar.

„Wir mussten sofort alle aus dem Haus raus“, schildert Weger die folgenden Ereignisse. Nachdem die Familie eine Weile im Bus der Feuerwehr gesessen hatte, habe sie Verwandte angerufen – mit der Bitte, bei ihnen die Nacht unterzukommen. „Wir wussten ja nicht, wie lange der Einsatz dauern würde und was überhaupt genau passiert war.“

Fabian Martens beobachtete das Geschehen von der Straße aus. Die Feuerwehrleute seien mit der Drehleiter in die Wohnung eingestiegen“, sagt er. Flammen habe er zwar nicht gesehen, „besorgt war ich aber schon, dass da möglicherweise etwas auf die unteren Etagen übergreift“.

Tatsächlich habe es sich bei dem Vorfall lediglich um einen Schwelbrand gehandelt, gibt Thomas Opitz, Sprecher der Gemeindefeuerwehr Scheeßel, Auskunft. Unter Einsatz von Atemschutzmasken hätten sich die Kameraden zum Brandherd begeben. Weil die Wohnung völlig verqualmt war, sei ebenso ein sogenannter Drucklüfter verwendet worden.

Insgesamt 28 Kräfte der Scheeßeler Wehr hielt der nächtliche Einsatz auf Trab. Hinzu gesellten sich elf Brandschützer aus Rotenburg, die mit der Drehleiter angerückt waren.

lw

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