32-Jährige berichtet von eigener Stammzellspende

Rekordzahlen und große Erfolge

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Theresa Barsch hat 2014 selbst Stammzellen gespendet und somit ein Leben gerettet.

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Einmal typisiert, stehen Freiwillige als mögliche Stammzellspender weltweit zur Verfügung. Und dafür genügen ein paar Tropfen Blut oder alternativ auch etwas Speichel.

Die Berufsbildenden Schulen (BBS) Rotenburg haben zur 19. Blutspendeaktion – die gleichzeitig zur Typisierung diente – bei den Schülern aufgerufen. Das DRK-Team kam für zwei Tage ins Haus, um die Entnahme durchzuführen.

Insgesamt hätten sich 355 Schüler zum Aderlass angemeldet und bildeten somit in diesem Jahr eine neue Rekordzahl, so Gisela Renz-Knappik, Abteilungleiterin für Gesundheit und Pflege, Hauswirtschaft und Sozialpädagogik an den BBS. Für die Betreuung der Spender und die Organisation des Ablaufs waren Schüler der Berufsfachschule Hauswirtschaft für Realschulabsolventen zuständig. Von der Planung bis hin zu den Nachbereitungen liege alles im Verantwortungsbereich der Schüler, erklärt Renz-Knappik.

Parallel zu der Aktion wurde eine Stammzell-Typisierung durchgeführt. „Dies ist das dritte Mal, dass die Deutsche Stammzellspendendatei (DSD) bei uns im Haus ist“, erzählt die Leiterin weiter. Einige Tropfen Blut – und schon sei der erste Schritt getan, um das Leben von Menschen zu retten, die auf eine Knochenmarkspende angewiesen sind.

Renz-Knappik organisierte die Aktion bereits zum 14. Mal und freut sich über das Interesse. Doch viel mehr zeigt sie sich vom Ergebnis der Aktion des vergangenen Jahres begeistert. „Zwei Schüler wurden tatsächlich gefunden und konnten somit Stammzellen spenden.“ Der 21-jährige Philipp Böhlendorf aus Visselhövede hat am 24. November in Bremen Stammzellen gespendet und der 20-jährige Tim Dose aus Fintel am 19. Januar in Hannover.

Wohin die Spenden gehen und wer die Empfänger dieser sind, könnten Dose und Böhlendorf frühstens nach zwei Jahren erfahren. „In Deutschland wurde festgelegt, dass Spender und Empfänger frühstens nach Ablauf dieser Zeit Kontakt aufnehmen dürfen“, erklärt Theresa Barsch, Ansprechpartnerin der DSD und auch selbst Stammzellspenderin.

Die 32-Jährige arbeitet ehrenamtlich für die Datei und klärte in den vergangenen zwei Tagen die Schüler über den Ablauf der Typisierung sowie der Spende auf. Um den Interessierten womögliche Ängste zu nehmen, erzählte Barsch ihre eigene Geschichte und die damit verbundenen Erfahrungen, die sie 2014 beim Spenden gemacht hatte. „Es gab viele Schüler, die geweint haben, da es einfach sehr emotional ist“, so die Ehrenamtliche, denn auch sie selbst habe die eine oder andere Träne nicht zurückhalten können.

„Viele interessieren sich immer für den Ablauf und fragen, ob man Probleme oder Folgen davontragen würde, doch für mich war das damals zweitrangig. Es war einfach der humanitäre Aspekt, der mich dazu gebracht hatte, ohne weiteres Zögern zu spenden.“

Grund und Auslöser, der Barschs Interesse zum DSD geweckt hatte, sei ein Vorfall in ihrem damaligen Wohnort gewesen: Ein junger Mann erkrankte und war auf eine Spende angewiesen. Nachdem ein Aufruf gestartet wurde, hat die damals 26-Jährige entschieden, sich typisieren zu lassen – mit Erfolg.

Mittlerweile weiß Theresa Barsch, dass ihre Spende nach Schweden gegangen ist. „An eine Frau – meinen genetischen Zwilling. Sie hat sogar mein Alter, meine Statur, mein Gewicht“, erzählt die Brünette weiter, die jedoch vermutet, dass die Empfängerin ihrer Stammzellen blond ist – „Schwedin halt.“

Kennengelernt haben sich die Beiden jedoch noch nicht, da die Kontaktaufnahme zum Spender in dem skandinavischen Land erst nach fünf Jahren erlaubt ist. „Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sie sich bei mir meldet. Ich hatte ihr damals auch einen Brief geschrieben“, erzählt Barsch weiter. Dass ihr genetischer Zwilling ihre Spende angenommen hatte und dadurch geheilt werden konnte, erfuhr Barsch jedoch nach wenigen Wochen. „Ich konnte tatsächlich ein Menschenleben retten und das ist es, was zählt.“

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