Hohe Kosten

Blumenzwiebeln nicht für lau: Ortsrat Wittkopsbostel will Dorfmitte zum Blühen bringen

Gerade erst vor ein paar Jahren ist der DGH-Vorplatz in Wittkopsbostel von der Dorfjugend verschönert worden. Nun will der Ortsrat für blühende Landschaften in der Dorfmitte sorgen.
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Gerade erst vor ein paar Jahren ist der DGH-Vorplatz in Wittkopsbostel von der Dorfjugend verschönert worden. Nun will der Ortsrat für blühende Landschaften in der Dorfmitte sorgen.

Wittkopsbostel – In auffällig bunter Blumenpracht soll er ab dem nächsten Frühjahr erstrahlen, der Dorfmittelpunkt von Wittkopsbostel. Dieses Ziel hat sich jedenfalls der neue Ortsrat gesteckt. „Wir haben für uns gesagt, dass wir es jener privaten Initiative, die im Dorf seit mehreren Monaten für blühende Landschaften sorgen soll, gleichtun möchten.

Und es wäre vielleicht ein gutes Zeichen, auch auf den öffentlichen Flächen am Dorfgemeinschaftshaus und am benachbarten Schafstall Krokusse, Narzissen und Tulpen anzupflanzen“, erklärte Ortsbürgermeister Dirk Lange in der jüngsten Sitzung. Er und seine Kollegen seien sich einig gewesen, einen solchen Beschluss zu fassen und für den Kauf der entsprechenden Blumenzwiebeln sowie deren Einpflanzung Ortsratsmittel in die Hand zu nehmen. Dazu seien bei mehreren ortsansässigen Gärtnereibetrieben bereits Angebote eingeholt worden. „Das Günstigste, was uns vorliegt, beläuft sich auf eine Gesamtsumme in Höhe von 5 360,70 Euro“, berichtete Lange weiter. „Das ist natürlich eine ganze Menge Geld“, räumte er ein.

Da man sich nun aber nicht sicher sein könne, ob alle Blumenzwiebeln auch wirklich noch in diesem Jahr rechtzeitig geliefert würden, plane man, die Aktion in zwei Schritten durchzuführen – beginnend mit einer zeitnahen Pflanzung direkt am Oldenhöfener Weg, gefolgt von weiteren Maßnahmen im Gelände, etwa die Eingrünung von Bäumen. Lange: „Mein Vorschlag wäre es, dass wir aus den Mitteln 3 500 Euro in die Hand nehmen, um eine erträgliche Zahl an Blumenzwiebeln zu kaufen, die wir noch in diesem Jahr in die Erde bringen.“ Ein Vorschlag, den Ortsratsmitglied Eckhard Frick nur unterstützen könne: „Ich bin ja auch im Vorstand des Heimatvereins vertreten und kann sagen, dass der sich ebenfalls daran beteiligen wird.“ Sollten die Zwiebeln nicht mehr rechtzeitig geliefert werden können, „müssen wir das eben nächstes Jahr machen“, so Frick.

Dass man eine solche Summe, wie sie der Ortsrat in der Sitzung erwartungsgemäß auch festklopfte, für die Pflanzaktion aufwenden wolle, ließ Zuhörerin Angelika Witt aufhorchen. „Ich fände es besser, wenn jeder Verein aus Wittkopsbostel etwas dazutäte und die Ortsratsmittel dort verwendet werden, wo es auch wirklich wichtig ist, zum Beispiel auf unserem Friedhof.“ Dort, betonte Witt, gäbe es schließlich genügend Potenzial zur Attraktivitätssteigerung. „Ich höre schon von Leuten, die sagen, sie möchten dort gar nicht mehr beerdigt werden.“ Und noch etwas äußerte die Boschelerin: „Es gab im Dorf eine Person, über die wir diese Zwiebeln weitaus günstiger hätten bekommen können.“

Mit dem Boscheler Friedhof geht es bergauf: Eine Gruppe von Landfrauen will sich regelmäßig um die Pflege kümmern.

Dem wollte der Ortsbürgermeister auch gar nicht widersprechen, nur stünde sein Gremium eben vor der Schwierigkeit, sich nicht an privaten Beschaffungsmaßnahmen beteiligen zu können – selbst dann nicht, wenn diese preislich günstiger ausfielen. „Was die Vergabe von Aufträgen angeht, gibt es für uns öffentliche Vorschriften, die wir zu berücksichtigen haben“, gab Dirk Lange zu bedenken. Hinzu käme, dass die örtlichen Betriebe im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion der Dorfjugend vor wenigen Jahren, bei der es um die Verschönerung des DGH-Eingangsbereichs gegangen sei, Pflanzen im vierstelligen Wert gespendet hätten. „Vor diesem Hintergrund finde ich es unverantwortlich, dann so etwas jetzt über Onlinehändler im europäischen Ausland oder in Übersee zu kaufen“, betonte er. Auch wenn der Ortsrat nun einen Beschluss gefasst habe, welcher ihm einen Handlungsspielraum von bis zu 3 500 Euro geben würde, bedeute dies im Umkehrschluss nicht, dass dieses Geld in Gänze auch ausgegeben werden müsse. „Für uns ist es eine Option von mehreren.“

Tatsächlich, überlegte Eckhard Frick laut, könnte man in der Tat an die örtlichen Vereine einmal herantreten, um zu erfahren, ob die sich womöglich ebenfalls einbringen möchten. „Wenn der Sport- und der Schützenverein sowie die Feuerwehr ebenfalls bei der Pflanzaktion mitmachen, dann können wir auch unter der Summe bleiben“, verdeutlichte Lange.

Was indes das von Angelika Witt kritisierte Erscheinungsbild des Friedhofs betrifft, sei man an diesem Thema bereits dran, wie aus den Reihen des Ortsrates bekannt wurde. Demnach habe sich erst unlängst eine Gruppe aus Boscheler Landfrauen gebildet, die vor Ort alle zwei Wochen pflegerisch tätig werden möchte – auch gerne mit Unterstützung aus der weiteren Einwohnerschaft. „Da bin ich ja jetzt voll zufrieden“, kommentierte Witt die ihr bis dato völlig neue Information.

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