Bürgerversammlung zum Naturschutzgebiet „Kleines Moor“

In Sothel bleiben noch viele offene Fragen

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Das „Kleine Moor“ bei Sothel soll unter Naturschutz gestellt werden.

Sothel - Von Wieland Bonath. Es ist später Nachmittag. Aus Richtung Oldenhöfen kommt der Landwirt mit seinem Traktor von der Heuernte. Er hält an, öffnet die Scheibe neben dem Fahrersitz und wird sehr ernst: „Dies ist eine kalte Enteignung. Der Landkreis beruft sich auf das EU-Recht.“ Am Abend wolle auch er bei der Informationsveranstaltung, wenn es um das ,Kleine Moor’ bei Sothel geht, anwesend sein.

Und tatsächlich: Gut eine Stunde später sitzt der Bauer zwischen rund 50 Berufskollegen, Naturschützern und anderen Bürgern im Gasthaus „Zur grünen Eiche“. Eineinhalb Stunden informieren Janine Käding, die Leiterin des Kreisamtes für Naturschutz und Landschaftspflege, und ihre Mitarbeiterin Ronja Schuldt, die Besucher ausführlich. Zahlreiche Fragen sind trotzdem geblieben.

Das geplante Naturschutzgebiet mit einer Größe von fast 70 Hektar südwestlich von Sothel wird von Grünland und Ackerflächen eingerahmt. Bisher handelte es sich um ein Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Gebiet. Wenn der Landkreis jetzt anstrebt, die Flächen unter Naturschutz zu stellen, dann um die Erhaltung, Pflege, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten und die Vielfalt der Landschaft zu sichern. Das „Kleine Moor“ besteht zum größten Teil aus einem stark abgetrockneten Hochmoor mit Kiefern-Birken-Moorwäldern und Pfeifengras-Degenerationsstadien. In feuchteren Bereichen im Osten des Gebietes haben sich Wollgras-Torfmoos-Schwingrasen und ein dystrophes Stillgewässer entwickelt.

Fast immer, wenn es darum geht, die Natur in weitgehender Ursprünglichkeit zu erhalten, gibt es Probleme, weil private und wirtschaftliche Interessen berührt werden. Einengende Bestimmungen und Auflagen verunsichern und verärgern viele Bürger.

Kritischen Fragen und skeptische Anmerkungen

Deshalb war der Informationsabend in Sothel über weite Strecken geprägt von kritischen Fragen und skeptischen Anmerkungen. Deshalb betonten Janine Käding und Ronja Schuldt auch immer wieder, dass Mitarbeiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege selbstverständlich bereit seien, in Einzelgesprächen spezielle offene Fragen zu klären.

In der Diskussion spielte unter anderem auch dieser Aspekt eine Rolle: Der Landschaftsschutz, so ein Besucher, sei für ihn deshalb akzeptabler, weil der Wertverlust geringer sei als beim Naturschutz.

Wiedervernässung? Die werde im Bedarfsfall, bei Einverständnis des Eigentümers realisiert, informierte Amtsleiterin Käding. Auch künftig, meinte sie, werde eine Brennholzentnahme aus den Moorwäldern möglich sein. Weiterhin werde ein eventueller Erschwernisausgleich nach einem Antrag über die Landwirtschaftskammer vom Land gezahlt.

Die ehrenamtliche Kreisnaturschutzbeauftragte für den Südkreis, Dr. Christiane Looks, ging auf Fragen der Rechtsunsicherheit ein. Immerhin: Das Bundesnaturschutzgesetz bringt es beim Naturschutz auf 23 Verbote.

Werden alle Hürden genommen, tritt die Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kleines Moor“ Ende dieses Jahres in Kraft. In diesem Zusammenhang die Frage eines Bürgers: „Und wann kommt das ,Große Moor’ dran?“

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