Blaudrucker des Heimatvereins wollen auf die Unesco-Liste

Ein Kulturerbe aus Scheeßel?

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Heike Thomas (l.) und Annerose Rathjen vor der Färbeküpe in der Blaudruckerei.

Scheeßel - Von Matthias Röhrs. Es genügt schon ein Blick auf eine der mehr als 1200 sogenannten Modeln in der Scheeßeler Blaudruckerei, um zu sehen, dass diese Technik etwas ganz besonderes ist. Abertausende kleine Metallstifte ragen aus einem Stück Birnenholz. Irgendjemand hat sie vor mehr als hundert Jahren in Handarbeit dort eingesetzt. Wegen Gütern wie dieser möchte der Heimatverein im Beeke-Ort zusammen mit anderen Druckereien den Blaudruck auf die Unesco-Liste des immateriellen kulturellen Erbes aufnehmen lassen.

„Wir erlauben uns zu sagen, die Chancen stehen nicht schlecht“, sagt Annerose Rathjen, die zusammen mit sechs anderen Ehrenamtlichen den Blaudruck in Scheeßel am Leben erhält, und schmunzelt. Die Unesco in Berlin selbst, habe den Blaudruckern in Deutschland ermuntert, sich für die Liste zu bewerben.

Ein langwieriges Projekt. So gilt es zunächst auf die Unesco-Liste des Landes Niedersachsen zu kommen. Haben die Blaudrucker hier Erfolg, folgt im zweiten Schritt die Bewerbung für die bundesweite Liste, zusammen mit zwölf anderen Blaudruckereien aus ganz Deutschland, die das Handwerk noch auf die traditionelle Methode betreiben. Die nächsten Etappen sind dann die Liste für Europa und dann die der ganzen Welt.

„In ein internationales Verzeichnis zu kommen ist sehr schwierig“, erklärt Rathjen, doch zumindest bis zur Europaliste sind sie und ihre Mitstreiter optimistisch, denn: „In Tschechien und Österreich steht der Blaudruck bereits auf der Unesco-Liste“, so die Wenkeloherin. Und in Ungarn und der Slowakei befindet er sich ebenfalls im Aufnahmeverfahren.

Drei Merkmale für den Blaudruck als Kulturerbe haben sie und ihre Kollegen aus den Blaudruckereien in Jever und Einbeck ausgearbeitet: Zunächst müsse der Blaudruck mit Modeln, der traditionellen Druckplatte, geschehen. Damit geht auch der zweite Punkt einher – der Reservedruck. Hierbei wird das noch komplett weiße Textil mit dem Papp, einer grünlichen Masse, bedruckt, der die später weißen Flächen vor der Indigo-Färbung, dem dritten Merkmal, schützt und zum Schluss heraus gespült wird. Genau so, wie es an der Beeke seit 1847 praktiziert wird, und seit 40 Jahren von den Ehrenamtlichen des Heimatvereins.

Bis zum 30. Oktober müssen die Blaudrucker die vollständige Bewerbung für die Unesco-Landesliste abgeben. Anfang des kommenden Jahres fällt dann die Entscheidung.

Blaudrucker-Frühstück:

Am Tag des offenen Denkmals, 13. September, rückt der Heimatverein Scheeßel die Blaudrucker in den Mittelpunkt. So gibt es ab 9 Uhr ein Blaudrucker-Frühstück im Meyerhof, bei dem parallel Filme und Dias über das Handwerk gezeigt werden. Noch bis zum 3. September können Interessierte unter der Nummer 04263/6757888 oder der E-Mail info@heimatmuseum-scheessel anmelden oder nähere Informationen einholen. Unter den Anmeldungen verlost der Verein ein Buch über den Blaudruck und einen echten Scheeßeler Blaudruck-Beutel,

mro

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