Blaskapelle Hemslingen setzt Zeichen gegen Homophobie

Küsse beim Schützenfest

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Mit diesen Bildern setzen einige Mitglieder des Blaskapelle Hemslingen ein Zeichen gegen Homophobie.

Hemslingen - Gedenktage gibt es mindestens so viele, wie das Jahr hat. Die meisten finden wenig bis keine Beachtung. Nicht so der Tag gegen Homophobie am Sonntag, mit dem jedes Jahr Toleranz gegenüber Homo- und Transsexuelle eingefordert wird. Mit einer Aufmerksamkeit erregenden Aktion setzte die Blaskapelle Hemslingen in den sozialen Medien ein Zeichen gegen Schwulenfeindlichkeit.

Ein gutes Dutzend der rund 40 aktiven Bläser ließ sich am Rand eines Schützenfestes ablichten – knutschend mit gleichgeschlechtlichen Kollegen der Blaskapelle. Die Idee zu der Aktion hatte die Vorsitzende Wibke Gundelsweiler. „Ich hatte im Internet vom Tag gegen Homophobie gelesen und ähnliche Fotos gesehen und dachte, da müsste man ein Zeichen setzen!“, so die Lehramtsstudentin über die ungewöhnliche Aktion.

Homosexualität – im Hemslinger Traditionsverein ein Thema? „Wir haben selbst Schwule in unseren Reihen – das ist für uns aber ganz normal“, beschreibt die stellvertretende Vorsitzende Nina Meyer den offenen Umgang mit dem vielerorts immer noch bestehenden Tabu.

Diese Normalität im Umgang und Rückhalt für die schwulen Mitstreiter wollen die Bläser mit ihrer Foto-Aktion zum Ausdruck bringen. Der Vorschlag des „etwas anderen“ Fotoshootings stieß dann auch vor allem bei den jüngeren der aktiven Musiker sofort auf Zustimmung.

„Einige der Älteren hat das Küssen vor der Kamera wohl etwas Überwindung gekostet“, so Meyer. Nichtsdestotrotz: Von 15 bis über 60 Jahre alt sind die Teilnehmer, die sich für das Foto-Mosaik ablichten ließen und so zeigen, dass Schwulenfeindlichkeit in ihren Reihen keinen Platz hat.

Die auf Facebook geposteten Bilder sorgten bereits in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung für reichlich Klicks, Likes und wurde auch von Nicht-Mitgliedern des Orchesters fleißig geteilt.

Für reale Aufmerksamkeit sorgte auch das „Fotoshooting“ selbst, das am Rande des Schützenfestes in Schwalingen entstand. „Gesagt hat allerdings niemand etwas“, berichtet Meyer vom Sonntag.

hey

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