Bildungseinrichtung will Kooperation mit Rotenburger Lindenschule eingehen

Grundschule plant Klasse für Kinder mit Handicap

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Meike Nerding-Ehlbeck

Scheeßel - Wenn es um die Beschulung von Kindern mit Handicap geht, könnte die Grundschule Scheeßel bald neue Wege gehen: In Kooperation mit der Rotenburger Lindenschule soll am Kreuzberg eine Klasse geschaffen werden, in der aus der Gemeinde stammende Jungen und Mädchen mit geistiger Behinderung unterrichtet werden.

Bislang hätten ortsansässige Eltern ihre Kinder nach Rotenburg bringen müssen, erklärte Rektorin Meike Nerding-Ehlbeck am Montagabend im Schulausschuss. Dort hält die Lindenschule, eine Einrichtung der Rotenburger Werke, schon seit Jahren ein entsprechendes Betreuungsangebot vor. „Dass die Kinder dort beschult werden, muss aber nicht sein“, findet die Pädagogin. Sie berichtete von einem Fall, wonach ein Elternpaar ihr geistig behindertes Kind schon für das kommende Jahr an der Grundschule angemeldet habe. „Sie sagen, ihr Kind solle auf jeden fall in Scheeßel beschult werden – egal ob wir die Kooperation eingehen oder nicht“, so Nerding-Ehlbeck. Für sie ein Indiz dafür, dass „wir uns mit dem Thema auseinander setzen und konstruktiv darauf vorbereiten müssen“.

Dabei führe man Gespräche mit der Lindenschule schon länger. Sei anfangs noch die Einrichtung einer Förderklasse in der Grundschule in Hetzwege angedacht gewesen, ist die Wahl inzwischen auf den Standort Scheeßel gefallen. „Wir haben noch räumliche Kapazitäten vor der Gymnastikhalle am Kreuzberg, baulich müsste dort bis auf die Oberlichter und eine Grundrenovierung nichts verändert werden“, erklärte die Schulleiterin. Ein entsprechendes Budget würde der Schule zur Verfügung stehen.

Sollte der Kooperationsvertrag tatsächlich zustande kommen – die Entscheidungsgewalt liegt letztlich beim Gemeinderat –, könnten in Zukunft innerhalb eines jahrgangsübergreifenden Klassenverbandes bis zu sieben Kinder von drei von der Lindenschule zur Verfügung gestellten Lehrkräften betreut werden. „So würden wir uns auch viel Kompetenz von Förderschulkollegen ins Haus holen“, bemerkte Nerding-Ehlbeck.

Aber: Eine Kooperation müsse sich über die Jahre hinweg auch erst mal entwickeln. „Zunächst starten wir damit, dass die Kinder der Lindenschule an unserem Schulalltag teilnehmen und somit unseren Rhythmus kennenlernen.“ Einige könnten gar an Angeboten aus dem Ganztagsbetrieb teilnehmen. Und auch die neuen Lehrkräfte sollen in die Dienstversammlungen des Kollegiums mit eingebunden werden.

Das Förderangebot – es wäre ein weiterer Beitrag im Bereich der inklusiven Schule. „Mit Schallschutzdecken oder Behinderten-WCs haben wir schon einiges an Vorarbeit geleistet“, stellte Verwaltungsfachmann Stefan Behrens fest. Er teilte mit, dass die Gemeinde für inklusive Maßnahmen im kommenden Jahr vom Land rund 17000 Euro an finanziellen Ausgleichszahlungen erhalten werde – eine jährliche Pauschale, die sich nach den Schülerzahlen richtet.

lw

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