Schwärmerei in der Schule

Bienenprojekt auf dem Scheeßeler Heimathausgelände vereint viele Kooperationspartner

 Imker Niels Kruse vor den Bienenstöcken am Heimathaus Scheeßel
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Der „Arbeitsplatz“ von Imker Niels Kruse ist gegen Regen und Vandalismus geschützt.

Scheeßel - Auf dem Heimathausgelände in Scheeßel bietet ein neuer Bienenstand den Insekten ein zu Hause mit Unterstützung des Heimatvereins, der Sparkasse und der Scheeßeler Lions.

Vernetzung und Kooperation – das ist nicht nur das vorherrschende Motto im Bienenstock, sondern auch davor. Am Donnerstagnachmittag weihten Vertreter des Heimatvereins Scheeßel mit dem mobilen Einsatzteam der „Junghandwerker“, Grundschul-Lehrerinnen Marion Wohlberg und Claudia Seidler, Rainer Bassen von der Sparkasse und Rainer Windler von den Lions als Finanzgeber und die Umweltpädagogen Niels Kruse und Anja Schulenberg auf dem Heimathausgelände den neuen Bienenstand ein.

Ein Projekt, das Schulenberg und Kruse „mit ihrer Hartnäckigkeit maßgeblich angeschoben haben“, wie Museumsdirektor Nils Meyer verriet.

Schule als Kooperationspartner

Ursprünglich war als neues Zuhause eines Bienenvolkes des Imkers Kruse der Meyerhof angedacht gewesen. Aber das Heimathausgelände habe sich wegen der dort vorhandenen historischen Utensilien, dem Bienenstand und -speicher als Standort geradezu angeboten, berichtete Vorsitzender Uwe Wahlers. Nicht zuletzt „auch wegen seiner unmittelbaren Nähe zur angrenzenden Grundschule“. Denn deren Schüler sind als weiterer Kooperationspartner ins Thema eingebunden. In insgesamt acht Einheiten lernt eine dritte Klasse die Bedeutung der Bienen für die Umwelt nicht nur aus dem Buch, sondern hautnah kennen. Die Schüler entwickeln – so das Ziel – eine positive Einstellung zu den Bestäubungsweltmeistern und werden in einigen Wochen sogar selbst bei der Honiggewinnung Hand anlegen. „Ein sinnvolles Projekt“, befand Rainer Bassen, der einen Teil der Erlöse aus dem Lotteriesparen hier sinnvoll angelegt sieht: „Das Thema Klima, Natur und Umwelt rückt allmählich wieder in den Fokus!“ Ähnlich sieht es Rainer Windler von den Scheeßeler Lions. „Zuerst haben wir uns am Kopf gekratzt“, dann habe man sich aber von der Genialität der Idee überzeugen lassen, die die Gesellschaft voranbringe und einmal mehr die Zusammenarbeit mit dem Heimatverein untermauere.

Projekt soll drei Jahre laufen

Dass das momentan etwa 50 000 Bienen starke Volk hier Mitte April im nagelneuen Unterstand ein Zuhause gefunden hat, ist den fleißigen ehrenamtlichen Handwerkern zu verdanken, die den Entwurf von Haus- und Hofarchitekt Herbert Schlumbom in die Tat umsetzten und halfen, den vorhandenen Unterstand um ein Vordach zu ergänzen. Nun kann Kruse in den praktischen Einheiten hinter dem Bienenstand stehen, während die Schüler in der eigens angeschafften Schutzausrüstung ganz nah dran sind. „Angst hat dabei keiner der Schüler mehr“, berichtet Claudia Seidler, eine der betreuenden Lehrerinnen.

Das coronabedingt zeitlich ins Hintertreffen geratene Projekt soll auch nach Ablauf der drei Jahre weitergeführt werden. Geplant ist eine Arbeitsgemeinschaft im Nachmittagsbereich, „damit mehr als nur die Schüler der beteiligten Klasse für das Thema sensibilisiert werden können“, wie Anja Schulenberg vom Umweltbildungszentrum Wümme erläutert. Und auch der Heimatverein will dazu beitragen, dass die Bienen in Zukunft mehr Nahrung finden: „Wir planen die Anpflanzung insektenfreundlicher Pflanzen und Blühstreifen, ähnlich dem, den die Gemeinde unlängst auf dem Meyerhof hinter dem Schafstall angelegt hat“, so Meyer.  

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