Lärmschutzwand

Bewegung am Knotenpunkt: Bald grünes Licht für Vergabe von Baugrundstücken?

Stellen die Pläne vor: Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (l.) und Birgit Gramkow, Fachbereichsleiterin Bau und Planung,
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Stellen die Pläne vor: Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (l.) und Birgit Gramkow, Fachbereichsleiterin Bau und Planung,

Scheeßel – Viel ist in der jüngsten Vergangenheit diskutiert worden über die Gestaltung der Kreuzung an der L130/Fuhrenkamp. Vor allem ging es neben der Sicherheit der Passanten zu und ins neue Baugebiet und zum Kindergarten um den Erhalt der Bäume an der Landstraße auf rund 300 Metern Länge, die beim Bau einer Linksabbiegerspur weichen müssten. Viel weniger im Fokus steht die im Bebauungsplan festgeschriebene Lärmschutzwand.

Die ist aber laut Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) ähnlich wichtig im Szenario der 27 zu erschließenden Grundstücke. Für letztere (drei sind in Privat-, 24 in kommunaler Hand) ist die Nachfrage groß. Momentan stehen 169 Interessenten auf der Liste der Gemeinde. Verkauft werden können die Wohn- und Baugrundstücke für Eigenheimbesitzer in spe, die sich verpflichten, innerhalb von fünf Jahren ihr Haus zu bauen und dieses mindestens fünf Jahre zu bewohnen.

Jedoch erst nach Errichtung der Lärmschutzwand. Ohne sie wäre das Wohngebiet an der Landesstraße nicht genehmigungsfähig gewesen. Die ist zwar unabhängig vom Kreuzungsausbau, allerdings hängt beides dann irgendwie doch miteinander zusammen – „und das so sehr, dass das alles schon mal in einen Topf geworfen wird“, wie die Rathauschefin in Gesprächen mit den diversen Interessengruppen festgestellt hat. Deshalb ist ihr wichtig, zu betonen, dass für den Bau der Lärmschutzwand kein einziger Baum weichen muss. Auch deshalb sei die Idee eines Walles verworfen worden.

Auch die Sorge, dass im Zuge der Errichtung oder danach Bäume beschädigt werden oder eingehen könnten, möchte Dittmer-Scheele entkräften. Man werde der von den Planern angebotenen Umweltbaubegleitung mit Baum- und Wurzelschutz in Anspruch nehmen, so würden die Bäume und Wurzeln auf den gesamten 300 Metern Länge während der Bauzeit geschützt. „Größere Tiefbauarbeiten sind für die Aufstellung der Lärmschutzwand nicht erforderlich.“

Warum, werden sich nicht nur die Bauwilligen fragen, wird die Wand nicht zeitnah errichtet, damit die Baugrundstücke veräußert werden können? Hier kommt dann doch wieder der Knotenpunkt ins Spiel: Denn die Lösung der Verkehrsführung müsse im Vorfeld geklärt werden, „sonst müssen wir da womöglich kurz nach dem Bau der Wand nochmal wieder ran!“, so die Begründung. Und hier gibt sich die Verwaltungschefin nach langem Stillstand und Argumente-Pingpong mit Interessengruppen und Behörden vorsichtig optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, eine insgesamt bessere Lösung zu finden, sowohl für die bevorrechtige Kreuzung der Landesstraße durch Fußgänger und Radfahrer als auch für den Verkehrsfluss und die Bäume.“

Die plötzliche Bewegung in der scheinbar verfahrenen Situation habe sich durch einen Fernsehbeitrag im NDR ergeben – „und der war ganz klar der Verdienst der Bürgerinitiative, da wollen wir uns nicht mit fremden Federn schmücken“, betont Dittmer-Scheele. Unter den vielen E-Mails, einige darunter auch unschöne, sei auch eine äußerst freundliche und konstruktive gewesen. Eine Zuschauerin wies auf einen ähnlich gelagerten Fall in einem anderen Bundesland hin. Die realisierte Variante sei von den Planern bis jetzt als nicht genehmigungsfähig verworfen worden. Im Rathaus stieg man in die Recherche ein, machte sich schlau, holte die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Verden mit ins Boot. Besonders auf Landesebene habe sie große Unterstützung erhalten. Ihr Dank geht vor allem an den neuen Leiter Rick Graue, der zielführende Unterstützung gegeben habe: „Zum ersten Mal wurden unsere Anfragen sogar schriftlich beantwortet.“

Wie diese Lösung aussieht, dazu hält sich Dittmer-Scheele noch bedeckt. Und das aus gutem Grund, hängt die Machbarkeit nicht nur von der Prüfung der durch die Gemeinde zu erstellenden Vorstudien ab, um von den zuständigen Behörden grünes Licht zu erhalten, sondern auch vom Erwerb einiger Quadratmeter Fläche von Anrainern. „Das ist noch nicht in trockenen Tüchern, aber wir sind in guten Gesprächen.“ Mit im Boot sind ebenfalls die Fraktionsspitzen, die vor Kurzem in den aktuellen Stand eingeweiht wurden, sowie die Bürgerinitiative, der der Plan in der nächsten Woche vorgestellt wird. hey

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