Zwangsversteigerung: Örtliche Investoren erhalten Zuschlag für den Scheeßeler Hof

Der Betrieb geht weiter

Winfried Brokopp ist erleichtert. Der 59-jährige Gastronom wird auch in Zukunft hinter dem Zapfhahn im „Scheeßeler Hof“ stehen. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Der „Scheeßeler Hof“ bleibt in Scheeßeler Hand: Bei der Zwangsversteigerung im rappelvollen Saal des Rotenburger Amtsgerichtes ging das Traditionsgasthaus am Mittwochvormittag für 260 000 Euro in den Besitz der Schmeers Hoff GbR über – einer ortsansässigen Investorengruppe, die nun für die Sanierung der Immobilie Geld in in die Hand nehmen möchte.

Das zumindest sagt ein sichtlich erleichterter Winfried Brokopp. Seit Anfang 2015 ist er der Pächter an der Kirchstraße. Mit den Investoren, so der Gastronom, habe er bereits vor dem Versteigerungstermin in einem vertrauensvollen Austausch gestanden. Umso größer sei auch seine Hoffnung gewesen, dass die Scheeßeler am Ende den Zuschlag erhalten. „Es war wirklich eine knappe Kiste“, schildert der gebürtige Schweriner den Ausgang des Bieterverfahrens, an dem sich im Beisein der Gläubigerbank, der Sparkasse Scheeßel, immerhin vier Parteien beteiligt hätten. „Nur 500 Euro mehr, und das Haus wäre an einen Oytener gegangen.“ Ob der dann auch in die Immobilie investiert hätte – Brokopp zuckt mit den Schultern. „Wenn nicht, wären wir vom Regen in die Traufe gekommen.“

Tatsächlich scheint der „Scheeßeler Hof“ seine besten Tage hinter sich zu haben. Der Wirt spricht von dringendem Sanierungsbedarf in der Küche, auf den Toiletten, im Saal und mit Blick auf die Elektrik. Auch das Dach bereite derzeit noch Probleme. „Mitunter tropft es direkt von oben in die Bratpfanne.“ Abzuwarten bleibe es, ob die Gemeinde, die den Saalbetrieb subventioniert, ebenfalls Geld in die Hand nehmen wird. „Zumindest gibt es schon jetzt von allen Seiten Signale, dass man sich engagieren wolle“, sagt der 59-Jährige, der eigener Auskunft nach in 24 Jahren als Gastronom schon mehr als 1000 Familienfeiern organisiert habe.

Und genau auf dieses Geschäftsfeld wolle er sich künftig jetzt wieder verstärkt konzentrieren. „Ja, wir sind ein wenig stehen geblieben, hatten mit uns selbst zu tun“, räumt Brokopp ein. Nun, wo die Zukunft des „Scheeßeler Hofes“ in sicherer Hand ist, sei der Elan aber wieder erwacht.

Ein ehrgeiziges Ziel, dass sich Brokopp schon im vergangenen Jahr gesteckt habe und nun umsetzen wolle: Im Hof soll eine mit Schilf bestückte Beach-Ecke entstehen. „So können die Leute, die bei uns feiern, auch mal rausgehen“, sagt er. Und auch eine neue Speisekarte werde es geben. - lw

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