Betreuungsplatznot in Scheeßel: Jugendausschuss empfiehlt Provisorium / Sperlingsweg-Anbau steht

Bald kommen die Krippen-Container

Das Interesse an der Jugendausschusssitzung war enorm: Mehr als 40 Zuschauer, darunter viele Eltern, verfolgten die Debatte über die Zukunft des Scheeßeler Krippenplatzangebotes.
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Das Interesse an der Jugendausschusssitzung war enorm: Mehr als 40 Zuschauer, darunter viele Eltern, verfolgten die Debatte über die Zukunft des Scheeßeler Krippenplatzangebotes.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Nun ging doch alles ganz schnell: Am kommunalen Kindergarten Sperlingsweg in Scheeßel wird „angebaut“. Darauf verständigte sich am Mittwochabend der Jugendausschuss in seiner mit mehr als 40 Zuschauern äußerst gut besuchten Sitzung. Vor Ort sollen Räumlichkeiten für eine Krippengruppe mit weiteren 15 Plätzen entstehen.

Dass diese inzwischen auch dringend notwendig sind, zeigt die jüngste Zahl, die innerhalb der Einheitsgemeinde die Nachfrage an Krippenplätzen zum neuen Betreuungsjahr betrifft: Laut Fachbereichsleiter Frank Thies musste die Verwaltung den Eltern von 27 Kindern eine Absage erteilen – und das, obwohl die Gemeinde im Kernort schon den gesetzlichen Rahmen mit drei Gruppen und insgesamt 45 Plätzen einhält. „Die Geburtenzahlen sinken zwar, aber die Betreuungsnachfrage nimmt stetig zu“, brachte Thies das Dilemma auf den Punkt.

Eine betroffene Mutter, die befürchten musste, keinen Krippenplatz für ihren Nachwuchs zu bekommen, ist Claudia Seidel. „Ich bitte Sie, kurzfristige Lösungen zu schaffen, damit unsere Kinder ab Sommer betreut werden“, wandte sie sich an die Politiker – mit dem Hinweis, sich bei der Thematik nicht in Schuldzuweisungen zu verlieren, sondern endlich zu handeln.

In der Tat währt die Diskussion um den Krippenplatzausbau schon beinahe anderthalb Jahre. Beharrten CDU und Verwaltung von Anfang auf eine zügige Lösung im Kernort, wollte die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grüne und Gruppe 57 nicht nur Scheeßel als möglichen Standort forciert wissen. Ferner setzte sie durch, ein seinerzeit noch in Arbeit befindliches Handlungskonzept abzuwarten, um anschließend auf einer fundierteren Grundlage die entsprechenden Weichen stellen zu können. Immerhin: Zu Planungskosten in Höhe von 20000 Euro hat sich der Gemeinderat bereits durchringen können – die Summe ist im Haushalt 2015 eingestellt.

Dass faktisch nun sogar neun Kinder mehr als bisher angenommen nicht in einer Krippe aufgenommen werden können, kam allen Parlamentariern einem Weckruf gleich. Und nicht zuletzt den Eltern selbst, die in großer Anzahl die Debatte von den Zuschauerreihen aus verfolgten, offenbarte sich die Brisanz.

Nun also soll ein Anbau im Sperlingsweg Abhilfe schaffen. In diesem Zusammenhang wies Thies auf den generellen Vorteil hin, den ein Krippenplatzausbau für den Kernort mit sich bringen würde: „Wegen der Asylbewerber, unserer Baugebiete und den Arbeitsplätzen brauchen wir das Angebot unbedingt hier“, betonte er.

Der Haken an der Sache: Laut dem Verwaltungsmann sei ein Anbau erst in einem Dreivierteljahr fertiggestellt. Um kurzfristig auf das Problem reagieren zu können, unterbreiteten er und Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele dem Fachausschuss den Vorschlag, die Zeit bis dahin mit mobilen Raummodulen, die Platz für zwei vollständige Krippengruppen à 15 Kinder böten, zu überbrücken. Möglicher Standort für die Krippen-Container wäre entweder in unmittelbarer Nähe zum Speringsweg-Kindergarten oder aber auf dem Gelände der Beeke-Schule. Am Ende legte sich das Gremium darauf fest, die Standortfrage im Beeke-Ort noch gänzlich offen zu lassen.

Auf einen genauen Zeitpunkt, zu wann das Provisorium seinen Betrieb aufnehmen kann, wollte sich Dittmer-Scheele während der Sitzung nicht festlegen: „Wir setzen das verwaltungsseitig jetzt auf oberste Ebene“. Dass, wie sie ankündigte, aufgrund der Arbeitskapazität im Rathaus das eine oder andere Projekt nun wohl verschoben werden müsse, stieß bei Mathias Selk (SPD) auf offene Ohren: „Ich denke da zum Beispiel an den Untervogtplatz.“

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