Besucher zeigen sich unbeeindruckt

Knapp 20 Tierschützer halten Mahnwache vor Zirkuszelt in Scheeßel

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„Kein Applaus für Tierquälerei“ forderten am Freitag die Tierschützer in Scheeßel vor den Toren des „Circus Granada“.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Drinnen Akrobatik, draußen Mahnwache: Bei nasskaltem Wetter harrte am Freitag eine Gruppe von Demonstranten im Scheeßeler Industriegebiet aus. Die Aktivisten protestierten mit einer Mahnwache vor dem „Circus Granada“ gegen den Einsatz von Tieren in der Manege.

Nein, generell gegen den Zirkus wende man sich nicht, sagt Sascha Tressel. „aber gegen die Ausbeutung von Tieren, die entgegen ihrer natürlichen Lebensverhältnisse eingesetzt werden“. Gemeinsam mit dem Tierrechtsaktivisten Peter Hübner aus Syke (Kreis Diepholz) hatte Tressel im Namen der Aktionsgruppe „Animals United Bremen“ zu der zweistündigen Mahnwache aufgerufen. Immerhin: Knapp 20 Demonstranten, sind an die Westerveseder Landstraße gekommen. Der Kontakt kam übers Internet zustande. „Zirkustiere leiden beim Transport unter Stress und werden in viel zu beengten Gehegen gehalten“, sieht Hübner das Hauptproblem.

„Wir wollen einen schönen Nachmittag“

„Kein Applaus für Tierquälerei“ steht auf einem Plakat der Aktivisten, „Ich bin kein Entertainer!“ auf einem anderen. Daneben ein Bild eines eingegitterten Tigers. Den hat der Zirkus aber gar nicht. Überhaupt verzichtet das kleine Familienunternehmen auf Wildtiere. Stattdessen vollbringen hier Kamele, Pferde, Ponys, Rinder, Esel und Hunde ihre kleinen und großen Kunststücke.

Die Reaktionen auf den Protest fallen eindeutig aus: Unbeeindruckt gehen die Großeltern oder Eltern, die mit ihren Kindern die Vorstellung besuchen, an der Menschenkette vorbei. Heute sind es nicht viele Besucher, vielleicht zehn oder zwölf. Eine ist Evelin Hüske, die gemeinsam mit Ehemann und den beiden Enkeln gekommen ist. „Wir wollen uns die Show ansehen, wollen einen schönen Nachmittag haben“, sagt die Scheeßelerin. Die Kinder würden sich vor allem schon auf die Ponys freuen.

Polizisten begleiten Protestaktion

Karl Lauenburger, Direktor des „Circus Granada“, äußert sich gelassen über die Mahnwache: „Solange die hier friedlich protestieren, können die das machen“, sagt er. „Die Leute, die gerne in den Zirkus gehen, lassen sich davon eh nicht abhalten.“

Tatsächlich gibt es keine Zwischenfälle. Vorsichtshalber begleiten Polizisten die Protestaktion, nachdem es erst vor wenigen Wochen bei einem Gastspiel in Buchholz zu verbalen wie körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Zirkus und den Demonstranten gekommen war. „Natürlich haben wir ein Auge darauf, wenn verschiedene Meinungen bei einer Kundgebung aufeinandertreffen – heute sogar besonders“, sagt einer der Beamten.

Menschen zum Nachdenken bringen

„Es geht uns hier um die Sache“, meint Stefanie, eine Tierschützerin. Ob man jetzt auf den letzten Metern vor dem Zelt doch noch jemanden davon abhalten könne, in den Zirkus zu gehen? Schulterzucken. Darum gehe es auch gar nicht, sagt sie. „Es geht darum, die Menschen zum Nachdenken zu bringen.“

Während im Zirkuszelt Musik durch die Manege schallt, rollen die Tierschützer ihre Plakate ein. Man sieht ihnen an, dass sie überzeugt sind, etwas Gutes getan zu haben. Nächste Woche stehen sie wieder vor dem „Circus Granada“, um eine Mahnwache abzuhalten – dann in Achim.

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