In bester Gesellschaft

Büffelverein lässt Weißstorch-Nisthilfe in der Wümme-Niederung bei Jeersdorf errichten

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Ziehen bei der Errichtung einer Weißstorch-Nisthilfe in der Wümme-Niederung an einem Strang (v.l.): Wilfried Glauch (Nabu), Andreas Dammeyer (Firma Energiequelle) sowie Norbert Harms, Jürgen Wahlers und Hans-Georg Wagner vom Büffelverein.

Jeersdorf - In der Wümme-Niederung, unweit des Jeersdorfer Waldweges, scheint die Natur noch intakt zu sein. Dort, auf den Büffelwiesen von Landwirt Jürgen Wahlers, finden sich die Weißstörche nicht nur zur Nahrungssuche ein. Die großen Vögel erkunden auch Nistgelegenheiten. „Wo sich Störche zur Familiengründung schon niedergelassen haben, wollen in der Regel auch die anderen hin“, sagt Wilfried Glauch vom Nabu Rotenburg. Er, der Storchenbeauftragte, muss es wissen.

Tatsächlich hat am Jeersdorfer Mühlenteich, nur unweit der Feuchtwiesen, auf denen die Wasserbüffel seit gut zwei Jahren unbewusst, aber effektiv als lebende Rasenmäher ihren Dienst verrichten, ein Storchenpaar den dort aufgestellten Mast in Beschlag genommen. Das Familienglück ist hier schon perfekt. Zwei Jungtiere behausen das Nest.

Nun möchte der noch junge, aber immerhin schon 50 Mitglieder zählende Büffelverein, der sich den Erhalt der Artenvielfalt auf Feuchtwiesen auf die Fahnen geschrieben hat, einen weiteren Hort schaffen. „Denn unsere Büffel als natürliche Landschaftspfleger und die Störche ergänzen sich prima“, sagt Vorstandsmitglied Hans-Georg Wagner.

Alles, was es neben dem Know-how des Storchenbeauftragten dazu braucht: einen etwa acht Meter hohen Lerchenstamm, ein hölzernes, möglichst 1,20 Meter breites Wagenrad – und natürlich Geld. Rund 1 200 Euro, rechnet Vorsitzender Norbert Harms vor, würde die Maßnahme kosten – inklusive der Herrichtung des Untergrundes. Also sei man vereinsseitig auf Sponsorensuche gegangen und bei zwei Firmen, beide im Bau und Betrieb von Windkraftanlagen unterwegs, alsbald fündig geworden. So unterstützt neben der naturwind GmbH mit Hauptsitz in Schwerin auch das in Bremen ansässige Unternehmen Energiequelle zu je 500 Euro das Vorhaben. Weitere Zuschüsse kommen von Privatpersonen. Noch im Spätsommer soll der Storchenmast, es wäre laut Wilfried Glauch südkreisweit der 40. seiner Art, auf einem mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Standort auf einer der Wiesenflächen errichtet werden. Anlass zur Eile besteht für die Verantwortlichen nicht, ist mit dem Einzug eines Storchenpaares doch erst wieder im kommenden Frühjahr, nach der Rückkehr aus ihren südlichen Überwinterungsquartieren, zu rechnen. Bis dahin haben die Rinder mit den imposanten Hörnern also noch ihre Ruhe. 

lw

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