Besser mal nachbessern

Scheeßeler Seniorenbeirat sieht  Optimierungspotenzial bei Notfallpunkten

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Einen Pfahl und ein kleines Schildchen – mehr braucht es nicht für ein kleines bisschen mehr Sicherheit.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wenn einer eine Reise tut, mit dem Fahrrad beispielsweise oder auf Schusters Rappen, dann kann ihm viel passieren. Und dort, wo nur noch Landschaft ist, abseits der Hauptstraßen, wird es richtig schwierig, im Notfall Hilfe herbeizurufen – selbst wenn das Handy Empfang hat. Deshalb gibt es in der Gemeinde Scheeßel wie auch andernorts im Landkreis seit gut anderthalb Jahren sogenannte Notfallpunkte – an ebenso entlegenen wie beliebten Stellen errichtete Tafeln, die den Rettern im Fall aller Fälle beim Ausrücken Orientierung schaffen sollen. Was die Punkte in Scheeßel betrifft, muss aber wohl noch mal nachgebessert werden.

Zu diesem Befund ist jedenfalls der Scheeßeler Seniorenbeirat gekommen. Der brachte in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung das Projekt „Notfallpunkte“ auf den Weg, nachdem der Kreis-Seniorenbeirat mit dem Auftrag an die Kommunen, das Projekt flächendeckend im gesamten Landkreis Rotenburg umzusetzen, den ersten Schritt gemacht hatte. Das Ziel ist dabei klar formuliert: Mit der im Außenbereich erfolgten Installation soll eine größere Sicherheit erreicht werden – nicht nur für Wanderer und Radfahrer, sondern auch für Senioren. Das Prinzip: Auf den Tafeln sind, gut lesbar, neben der Notrufnummer 112 eine gut lesbare fortlaufende Nummer zu finden, zu der in den Systemen der Zevener Rettungsleitstelle eine genaue Position hinterlegt ist, die es den Einsatzkräften ermöglicht, den Anrufer auch ohne weitere Positionsangaben ausfindig zu machen.

25 solcher Notfallpunkte sind inzwischen in der Einheitsgemeinde in Position gebracht worden, im Kernort wie auch in den Ortschaften. Abgeschlossen sei das auch auf einer Landkarte dokumentierte Projekt damit aber noch nicht, wie Walter Jungfer, Vorsitzender des Seniorenbeirates, beim jüngsten Mitgliedertreffen kundgab. Demnach hätten er und seine Mitstreiter beim Überprüfen der Schilder festgestellt, dass die von der Gemeinde an den Landkreis übermittelten GPS-Daten zur Satellitenortung nicht immer ganz mit dem tatsächlichen Standort übereinstimmen würden. „Wenn das nur ein paar Meter Unterschied sind, ist das gar nicht so schlimm, aber es war bei einigen Punkten schon recht gravierend“, so Jungfer, der von Abweichungen von 200 bis 300 Metern sprach. Im Rathaus sei man mittlerweile in Kenntnis gesetzt, eine Nachbesserung sei damit nur noch eine Frage der Zeit.

Dabei drücke nicht nur beim Thema Datenangabe bisweilen noch der Schuh. „Ein paar Punkte möchten wir umgesetzt wissen, weil diese so ungünstig gelegen sind, dass da kein Rettungswagen hinkommt“, teilte der Vorsitzende mit. Beispiel Vareler Heide: „Dort war es kaum möglich, selbst mit dem Trecker durchzukommen“, erläuterte Beiratsmitglied Jürgen Huch. „Stattdessen wollen wir den Punkt nun an der Köhler-Hütte, einer doch recht markanten Stelle, hinsetzen lassen.“ Als Fehlentscheidung bei der Standortbestimmung habe sich bei genauerer Betrachtung ebenso die Verbindungsstraße zwischen Veerse und Westervesede erwiesen. Huch: „Das ist zwar ein öffentlicher Weg, wird aber von Fußgängern und Radfahrern so gut wie nie genutzt.“ Idee sei es nun, diesen Standort durch einen neuen in der Gemarkung Westervesede zu ersetzen, zwischen Deepen und Ostervesede. „Dort, wo bisher noch eine große Lücke klaffte und eh viel mehr Menschen unterwegs sind.“ Nachjustierungen kleinerer Art seien darüber hinaus am Westerholzer Golfplatz sowie in Abbendorf vorgesehen, wo die Schilder auf Anhieb nicht deutlich genug zu erkennen gewesen seien, erläuterte der Westerveseder.

Für eine einheitliche Kennzeichnung

Schilder, die im Grunde zwar allesamt einheitliche Informationen parat halten, keineswegs aber einheitlich gekennzeichnet sind. Ein weiteres Manko in den Augen des Beiratsvorstands, ebenso die Tatsache, dass einige Tafeln, die an Pfählen angebracht worden sind, nur schwerlich ins Auge fallen. Diese Problematiken, so Jungfer, sollen bei einer der kommenden Vorstandssitzungen des Kreisseniorenbeirats erörtert werden. „Sein“ Gremium sei jedenfalls guter Dinge, dass sich in Sachen Kennzeichnung noch das eine oder andere ändere.

Dass die Schilder einmal zuwachsen könnten, darüber müsse man sich nach Absprache mit der Gemeindeverwaltung indes nicht den Kopf zerbrechen, versicherte Jungfer. „Explizit an den Notfallpunkten sollen zweimal im Jahr die Büsche zurückgeschnitten werden – darauf können wir uns verlassen.“

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