Beim Buurnreken bleibt kein Platz frei

Traditionsreiche Einwohnerversammlung in Ostervesede

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Der kleine Saal des Dorfgemeinschaftshauses platzte beim Buurnreken aus allen Nähten.

Ostervesede - Früher, sagt Elke Bellmann, hatten Frauen beim Osterveseder Buurnreken (Bauernrechnen) nichts zu suchen. „Das war reine Männersache.“ Heute ist das natürlich ganz anders. Und so war das weibliche Geschlecht bei der jüngsten Dorfversammlung, auf der der Ortsbürgermeister das vergangene Jahr Revue passieren lässt, nach vorn schaut und Obstbaumreihen versteigert, eben auch nicht unterrepräsentiert. 

Rund 100 Osterveseder waren in den kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses gekommen, interessierten sich für das Geschehen, verspeisten gemeinsam Knipp sowie Bratkartoffeln und klönten. Auch einen Film bekamen sie zu sehen über das Dorfgeschehen vor 60 Jahren. Letztmalig konnte das ersteigerte Holz aus der Holzauktion des vergangenen Jahres bezahlt werden.

Auf Plattdeutsch berichtete Bürgermeister Andreas von Fintel über örtliche Ereignisse im vergangenen Jahr. Er äußerte, dass es keine Schließzeiten mehr für das Dorfgemeinschaftshaus gibt, der Kindergarten seine Öffnungszeiten verlängerte, der Spielplatz im neuen Wohngebiet Suhrfeld hergestellt, die Sandkuhle geschlossen und renaturiert ist, Baum- und Strauchschnitt noch erfolgen soll und die Geruchs- und Emissionsrichtlinie für die (Lücken-)Bebauung auf den Dörfern gelockert wurde. Er sprach über die Bebauungspläne der Windkraftanlage, die von den Ostervesedern abgelehnt, vom Westerveseder Ortsrat befürwortet und an den Landkreis zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet wurde. 

Film über das Leben in Ostervesede im Jahr 1959

Erfreut teilte er mit, dass der Breitbandausbau zielgerichtet vorangetrieben wird und die Einwohnerzahl durch zwei neue Geburten jetzt auf 701 Osterveseder geklettert ist. Meistbietend versteigerte er zwei ertragreiche Obstbaumreihen mit Apfelsorten „Veesers Bester“ und „Goldener Veeser“. Er dankte namentlich vielen Ehrenamtlichen, die sich für ein abwechslungsreiches gesellschaftliches Leben im Dorf einsetzten.

Aus dem Jahr 1959 stammte der alte aufgearbeitete Film über das Leben in Ostervesede damals. Ihn drehten Fritz Wiesmüller, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, und Lehrer Heinrich Feldmann. Viele Osterveseder erkannten sich, ihre Eltern, Großeltern und Nachbarn wieder bei der schweren Arbeit auf dem Bauernhof, dem Milchtransport, Dachdecken, Torfstechen, Brotbacken, in der Schule oder beim Schützenfest. - hr

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