Beekscheepers begrüßen Flüchtlinge als Gäste des Trachtenfestivals

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Tanzen verbindet – und die Verständigung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen klappt auch ohne Worte.

Scheeßel - Ein Zeichen für gelebte Völkerverständigung setzten die Beekscheepers bei einem ihrer Übungsabende. Am Rande des „Internationalen Spielefests“ in der Beeke-Schule, das in die Übungszeiten der „de Grooten“ und der Jugendgruppe fiel, luden sie alle Asylbewerber in der Gemeinde ein, kostenlos beim internationalen Beeke-Festival in vier Wochen zu Gast zu sein.

Initiator dieser Geste der Mitmenschlichkeit ist der langjährige Beekscheepers-Pressesprecher Matthias Trochemowitz. Für den gelernten Krankenpfleger ist die Arbeit im internationalen Team im Diakoniekrankenhaus seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit, genau wie die Einladung der Neu-Scheeßeler: „Warum sollte sich unsere Gastfreundlichkeit nur auf unsere kurzfristigen Gäste beziehen statt auch auf unsere Dauergäste?“, so seine Grundüberlegung.

Bei einer Vorstandssitzung rannte er damit offene Türen ein, und auch Paul Göttert, der sich ehrenamtlich um die Betreuung der Asylsuchenden durch den Kirchenkreis kümmert, hieß die Idee gut. Er sorgte dafür, dass die Flüchtlinge beim gemeinsamen Spielefest mit Schülern der Beeke-Schule nicht nur Wikingerschach und Butterkuchen kennen lernten, sondern auch den ein oder anderen gemeinsamen Tanz.

So wurde die Aula am Vareler Weg noch wenige Wochen vor der Anreise der internationalen Gruppen zum Trachtenfestival unversehens Schauplatz eines kunterbunten Tanzspektakels; statt des geplanten Vortanzens schnappten sich die Mitglieder der Jugendgruppen die Gäste aus dem Sudan, von der Elfenbeinküste oder aus Tschetschenien, um mit sichtlichem Spaß gemeinsam einige Formationen zu tanzen.

Die anschließende Einladung wurde mithilfe einiger Sprachmittler unter den Flüchtlingen vom Englischen ins Arabische oder Französische transportiert. Einer der deutschen Teilnehmer macht sich Sorgen, wie die Aktion wohl in der Öffentlichkeit ankommt: „Was ist, wenn jemand wissen will: „Warum die und wir nicht?“, wird Trochemowitz zum Erlass der Eintrittsgelder gefragt.

Er schüttelt ungläubig den Kopf: „Weil die im Unterschied zu uns kein Zuhause haben!“, erwidert er wie aus der Pistole geschossen.

Rund 1500 Eintritts-Plaketten erstellt er derzeit Abend für Abend zuhause vor dem Fernseher – bei der diesjährigen Auflage werden es dann wohl ein paar mehr sein.

hey

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