„Die ganze Welt passt in unseren Ort“

22. Beeke-Festival begeistert Folklore-Fans in Scheeßel

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Bei der Uraufführung des von Scheeßelern geschriebenen und choreographierten Tanzes „Im Beeke-Fieber“ waren alle beteiligten sieben Nationen vertreten.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Eine unsichere Wetterprognose hat am Samstagabend Tausende von Folklore-Fans nicht davon abhalten können, in die einmalige Atmosphäre des 22. Beeke-Festivals einzutauchen und das Programm auf der Freilichtbühne des Heimathausgeländes zu verfolgen. Das Wetter hielt, und die veranstaltenden Beekscheepers mit ihren Vorsitzenden Christine-Kai Humrich, Tanja Rathje und Sabine Schmedt eröffneten im Sonnenschein das Festival.

„Die ganze Welt passt in unseren Ort – aus Fremden werden Freunde.“ Diesen Eindruck von Humrich teilten auch die Moderatoren des Abends, Jörn Klee und Uwe Wahlers. Mit Enthusiasmus und Sinn für Situationskomik führten beide souverän durch den Abend. Und das Programm konnte sich sehen lassen: Gruppen aus sieben Nationen boten Unterhaltung vom Feinsten, in einer bunten Mischung aus internationaler Folklore, vielfältigen Volkstänzen, farbenfrohen Trachten, mitreißender Musik und stimmungsvollem Gesang.

Temperamentvolle ungarische Formation

Nach dem großen Aufmarsch aller Abteilungen der Beekscheepers und dem traditionellen Auftakt durch Hochzeitsbitter Dirk Behrens folgte sogleich die erste Premiere des Abends: Die Kindergruppe „De Grooten“ tanzten zu den Klängen der Scheeßeler Schulmusikanten. Zu diesen gesellten sich sogleich einige Heidjer Dörpsmuskanten, die außerdem den gesamten Abend gekonnt musikalisch umrahmten. Nach Grußworten des Stellvertretenden Bürgermeisters Wolfgang Bassen und dem Auftritt der Beekscheeper-Erwachsenengruppe bewies die Formation „Tápiómente Dance Ensemble“ aus Ungarn mit viel Tempo, Stampfen und Klatschen, wie viel Feuer in ihnen steckt.

Etwas gemäßigter, aber ebenso flott legte die Gruppe „Ratava“ aus Litauen einen Schieber aufs Parkett und überraschte mit rhythmischem Holzschuhgeklapper. Dann zeigten die „Lütten“ von den Beekscheepers ihr Können. Mit Farbenpracht à la Bollywood und sich steigernden, schnellen Schrittfolgen zauberte die indische Formation „Rhythms International Folk Art Club“ Exotik auf die Bühne.

Welturaufführung von „Im Beeke-Fieber“

Nach der Pause kündigte Klee eine Welturaufführung an: Den Tanz „Im Beeke-Fieber“, komponiert von Wolfgang Röpnack und getextet von Claudia Wilkens, in dem es um die Festival-Idee geht: Man trifft sich, schließt Freundschaft, sagt „Goodbye“ und trifft sich irgendwann wieder.

Gemeinsam meisterten Tänzer unter großem Beifall des Publikums die Premiere. Einen imposanten Eindruck mit prächtigen Kostümen und exakt intonierter Blasmusik aus dem Schwarzwald vermittelte der mit 72 Mitwirkenden angereiste Heimat- und Trachtenbund Bräunlingen mit seiner Stadtkapelle. Nach Grußworten des Stellvertretenden Landrats Hans-Joachim Jaap war Frankreich an der Reihe. „Lou Trelus“ aus der Provence zeigte – gekonnt malerisch inszeniert – den Tag von Wäscherinnen, angefangen vom Sonnenaufgang und dem mühevollen Waschen, sich dazu gesellenden Männern, bis hin zum gemeinsamen fröhlichen Tanz. 

Beeke-Festival in Scheeßel - der Sonntag 

Mit enormer Kondition beeindruckte das Ensemble „Jodelki“ aus Polen durch sich ständig drehende Tänzerinnen, die springend und stampfend von kraftvollen Burschen akrobatisch umworben wurden. 

Die Gruppe „Santiago del Estero“ aus Argentinien ließ mit viel Pathos, prächtigen Kostümen und ausdrucksstarkem Tanz lateinamerikanische Kultur und Lebensfreude lebendig werden – ein glanzvoller Abschluss des Festivalabends, der noch durch das beeindruckende Höhenfeuerwerk von Florian Graf von Bothmer gekrönt wurde. 

Beeke-Festival in Scheeßel - Die lateinamerikanische Nacht

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