Scheeßeler Wassermühle ist die größte Naturkraftmühle im Landkreis

Beeindruckende Technik aus der Vergangenheit

Reinhard Werner hielt den Herford-Diesel am Laufen. - Fotos: hu

Scheeßel - Wenn Mühlenwart Jan Müller-Scheeßel einen Kilometerzähler dabei gehabt hätte, wäre er wohl locker die Marathondistanz gelaufen, so stark beschäftigt war er, um alles was sich in der Scheeßeler Wassermühle drehte und bewegte, mit Unterstützung seiner Helfer ständig in Betrieb zu halten.

So erlebten die vielen hundert Mühlen- und Technikfreunde aus der norddeutschen Region beim Deutschen Mühlentag die größte Naturkraftmühle im Landkreis in voller Funktion. Die 1507 erstmals urkundlich erwähnte Wassermühle erfuhr 2003 eine wahre Renaissance durch den Förderverein Scheeßeler Mühle, dessen Mitglieder das technische und bauliche Kleinod an der Wümme Stück für Stück mit teils tonnenschweren Maschinen, Turbinen und Transmissionen ausbauten.

Faszinierende Technik überall, wie die durch Wasserkraft der Wümme angetriebenen Francis-Turbinen oder die fünf Tonnen schwere „Lokomobile“ (Dampfmaschine) im neu angebauten Dampfsägewerk. Im Mittelpunkt des Interesses stand der gigantische, acht Tonnen schwere Herford-Diesel, Baujahr 1936, den Jan Müller-Scheeßel in einer echten Meisterleistung von Oberbayern nach Scheeßel brachte, in monatelanger Arbeit restaurierte und in seiner Mühle wieder zum Leben erweckte. „Es ist unglaublich, wie ruhig dieser Koloss mit seinen 90 Litern Hubraum arbeitet“, staunte der Scheeßeler Dieter Niemeyer.

Tobias Waltereit (11) ist bereits ein echter Mühlenprofi.

Fachkundige Mitglieder des Mühlenvereins führten die Besucher durch das historische Bauwerk, erklärten die technischen Raffinessen und beim Schaumahlen den Weg vom Korn zum Mehl. Der elfjährige Mühlenfan Tobias Waltereit zeigte mit viel Geschick, wie die schweren Kornsäcke, vor der Mühle von seinen Kumpels Till und Kilian befüllt, per Seilzug in die obere Etage gehievt wurden.

Auf dem idyllischen Außengelände boten rund 30 private Aussteller ihre Flohmarktartikel vom Adler-Olsen-Krimi bis zum Zinnteller an. Gut umlagert waren auch die Stände der Beekelöwen mit Tombola und Kinderschminken sowie des Fördervereins Scheeßeler Mühle. Extra für den Mühlentag hatte Birgit Müller-Scheeßel das Puppenspiel „Rumpelstilzchen“ einstudiert. In den Hauptrollen begeisterten Evi Findenegg als Müllerstochter und Berta Müller-Scheeßel als Rumpelstilzchen die kleinen Zuschauer. Im Outdoor-Mühlen-Café konnten sich die Besucher mit einem Imbiss stärken.

hu

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