Familie Baumann nennt Scheeßels größte Fanartikel-Sammlung ihr Eigen

Becher, Bücher und Bändersalat

Gucken darf man, kaufen nicht: Larissa und Ralf Baumann präsentieren eine Auslese der Merchandise-Artikel, die sie im Laufe der Jahre gesammelt haben. 
Foto: Warnecke
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Gucken darf man, kaufen nicht: Larissa und Ralf Baumann präsentieren eine Auslese der Merchandise-Artikel, die sie im Laufe der Jahre gesammelt haben. Foto: Warnecke

Scheeßel – Der Tisch, den Larissa Baumann auf der heimischen Terrasse so liebevoll hergerichtet hat, gleicht einem Stand auf dem Flohmarkt. Nur, dass diese „Ware“ unverkäuflich ist. „Hergeben würde ich das alles hier für kein Geld der Welt“, sagt die junge Frau aus Scheeßel. Was aber machen all die bunt bedruckten Becher, Shirts und Plakate, die Beutel, Bücher, Brillen, Tickets und die Armbändchen für sie so besonders? Die 26-Jährige braucht gar nicht lange um eine Antwort ringen: „Es sind ganz einfach wundervolle Erinnerungsstücke – und zwar an das beste Festival der Welt!“ Und während sie es sagt, muss Mutter Gerdi nur müde lächeln: „Das ist schon verrückt, was meine Tochter und mein Mann im Laufe der Jahre da an Merchandise-Artikeln mit nach Hause geschleppt haben.“ Nein, mit dem Festival habe sie noch nie wirklich etwas anfangen können, ihre Liebe gelte da schon eher einer Band wie Pur. Der Haussegen, versichert das Trio, hänge trotz unterschiedlicher Geschmäcker aber nicht schief. „Soweit käme das auch noch“, schmunzelt Gerdi Baumann, die das Festival im Gegensatz zum Rest der Familie nun aber überhaupt nicht vermissen würde.

Ja, Larissa und Ralf Baumann pflegen unbestritten schon eine besondere Beziehung zu „ihrem“ Hurricane. Man könnte auch von einer innigen Liebe sprechen. Alljährlich zieht das Vater-Tochter-Gespann über den Eichenring, um sich gemeinsam seine Lieblingsbands anzuschauen. Papa Ralf schon seit 1997, Larissa zog später nach. Dass sie dieses Wochenende auf das Festival verzichten müssen, komme für beide schon einer kleinen Katastrophe gleich. „Natürlich gibt es Schlimmeres“, sagen die eingefleischten Fans. „Für uns fühlt es sich aber an, als würde dieses Jahr Weihnachten ausfallen.“ Klar, Karten hätten sie sich schon gleich nach der 2019er-Ausgabe gesichert. „Uns ist es nämlich ganz egal, wer im Folgejahr spielt, Hauptsache, wir haben sie“, meint Larissa. Für sie selbst sei das Hurricane jedes mal aufs Neue wie Urlaub: „Man vergisst einfach alles um sich herum: auf dem Campingplatz sitzen und die Leute beobachten, lauthals vor den Bühnen mitsingen – es ist ein echter Traum!“ Etwas gelassener sieht es inzwischen Vater Ralf: „Ich bin mit fast 60 Jahren ja auch nicht mehr der Jüngste.“ Kündigt er damit etwa seinen Festival-Ruhestand an? Die Tochter lenkt ein: „Wie ich dich kenne, wirst du selbst als alter, gebrechlicher Greis den Rollator noch über das Gelände schieben.“

Auf ein Merchandiseprodukt sei sie ganz besonders stolz: das Original-Plakat vom ersten Hurricane Ende der 90er-Jahre. Ralf Baumanns Lieblinge sind auf einigen CDs abgespeichert: Filmaufnahmen von den beiden Vorgängerfestivals von 1973 und ‘77 aus dem Familienarchiv. „Die habe ich auch für mehrere Fernsehdokumentationen schon zur Verfügung gestellt“, verkündet er nicht ohne Stolz.

Eines ist klar: Erweitern werden können die Baumanns ihre Sammlung, die in Scheeßel wohl ihresgleichen suchen dürfte, nicht – erst ab 2021 wieder. „Erst habe ich gedacht, die machen aus dem Festival so etwas wie eine Autodisco“, sagt der Vater. Bei näherer Überlegung sei ihm aber in den Sinn gekommen, dass eine solche Veranstaltung auch unzählige andere Fans auf den Plan gerufen hätte, die gar nicht mehr auf den Ring gekommen wären. „Es ist schon gut so, wie es jetzt ist.“ Noch im Januar seien er und die Tochter in Hamburg gewesen – mit 500 anderen Leuten auf einer Hurricane-Warm-up-Party im legendären Molotow-Club. Und natürlich seien beide auch dort vom Festivalleiter Jasper Barendregt und seinem Team herzlich empfangen worden. „Wir kennen uns schon eine halbe Ewigkeit“, sagt Larissa. „Der Jasper ist schon ein toller Typ!“ Gänzlich auf die jährliche Dosis Festivalluft hat das Duo also nicht verzichten müssen. Und an diesem Wochenende? Ja, wenn das Festival nicht auf den Eichenring kommt, dann holen es sich die Baumanns nach Hause auf die Terrasse – mit Dosenbier, Würstchen vom Grill, Käsebretzeln, Handbrot und allem, was sonst noch für sie dazugehört. „Und da“, sagt die 26-Jährige, „muss dann auch die Muddi durch.“  lw

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