Baumpaten Tino Erdmann und Steffen Ostrowski verwandeln Eiche in Hingucker

Drei Kilometer Lichterzauber in Blau und Magenta

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Mit ihrem Lichterkleid macht diese Eiche auf dem Eichenring Lust auf das Pyrospektakel kurz vor Silvester.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Schon knapp eine Woche, bevor das dreitägige Pyrospektakel des Lauenbrückers Florian von Bothmer erstmals auf dem Hurricane-Gelände zu Gast sein wird, ist der Eichenring unversehens zu einem Hingucker geworden: Gleich hinter dem Tor mit dem antiken Schild „MSC Eichenring“ leuchten die Äste einer ausgewachsenen Eiche in Blau-Magenta, ebenso die Treppe daneben.

Zu verdanken ist dies Tino Erdmann und Steffen Ostrowski. Ein Wochenende lang haben die beiden den rund elf Meter hohen Baum geschmückt, morgens ab acht, „am Samstag waren wir bis zwei Uhr nachts da“, so Erdmann. Und auch am Sonntagabend um 23 Uhr, als die beiden Licht-Junkies gerade mit dem Steiger unterwegs sind, sind sie noch bester Dinge und frei von jeglichen Ermüdungserscheinungen.

Am Vorabend kommt vom Pyroland-Chef, dem sie seit fünf Jahren regelmäßig im Dezember mit unter die Arme greifen, die Ansage: „Für morgen muss ein Steiger her, damit der Baum keinen Schaden nimmt.“ Was dann folgt, ist eine Mischung aus Fleiß, Durchhaltevermögen, viel Geschick beim Umfahren der Äste – und einer gehörigen Portion Enthusiasmus.

Am Samstagmorgen um 7.30 Uhr holen sie den Steiger ab, dessen Fahrkorb sie bis in gute zehn Meter Höhe transportieren soll – ihr Arbeitsplatz für die nächsten beiden langen Tage. 300 Ketten mit LED-Lichtern, einer Spezialanfertigung aus China eigens für den Eichenring, gilt es zu verlegen. Am Ende sollen insgesamt drei Kilometer Lichterzauber in Magenta und Blau leuchten – „zufällig die Farben der Betriebe unserer Väter“, lacht Ostrowski. Zusammen mit Erdmann hat er sich unlängst als „Tiesto“ selbstständig gemacht, und so haben sie „ihren“ Schützling in den langen Stunden hoch auf dem Steiger auch getauft. Denn statt „Einzel- oder Großhandelskaufmann“ könnten die beiden bald inoffiziell unter „Baumpaten“ firmieren. So nennt Florian von Bothmer, Vater des Pyrospektakels, sie jedenfalls, wenn er alle paar Stunden vorbeischaut, um nach dem Fortschritt zu sehen. Die Lichtdekoration hat er komplett in ihre Hände gelegt. Es ist nicht das erste Beleuchtungsprojekt, das die beiden für ihn umsetzen.

Aufbau Silvesterevent in Scheeßel

Vom Firmengründer persönlich stammt auch die Idee der Illumination, die in wenigen Stunden längst zur kleinen Attraktion zwischen Scheeßel und Westervesede geworden ist. Er bestaunte die Bäume auf einigen seiner China-Reisen – und war beeindruckt: „Die feine Struktur der Bäume so hervorzuheben, so was Tolles wollen wir hier auch!“ Vor Ort ließ er die LED-Ketten anfertigen

„Hoffentlich kriegen wir die alle auch heil wieder abgewickelt, sorgt sich Erdmann. Seit fünf Jahren nehmen er und Ostrowski im Dezember ihren Jahresurlaub, um die Lauenbrücker beim Pyrospektakel in punkto Werbung zu unterstützen: Vom Konzept bis zur Verteilung kümmern der 24- und 26-Jährige sich um die Flyer. Mehr als 1000 Geschäfte fahren sie mittlerweile in den Wochen vor Silvester an, von Walsrode bis Bremen, von Stade bis Hannover. Ist das vollbracht, folgen Packen, Kommissionieren, aber auch der Verkauf der Pyroartikel und Hilfe beim Aufbau des dreitägigen Spektakels.

Nicht nur hier halten sie zusammen: Auch den Rest des Jahres arbeiten sie gemeinsam in einem Scheeßeler Sanitätshaus. Kennen tun sich die Freunde seit 20 Jahren: „Zuerst mochten wir uns überhaupt nicht. Nach einer Prügelei saßen wir gemeinsam auf der Bank vorm Lehrerzimmer der Grundschule – ab da haben wir uns arrangiert“, erinnern sie sich mit einem Grinsen.

Klar, dass die Stunden auch am Wochenende schon mal lang werden, „dann schnauzt man sich auch mal an; am nächsten Morgen ist alles vergessen.“ Und dann gibt es noch die magischen Momente, wie am Samstag, als sie aus zehn Metern Höhe die Lichter von Hamburg in der Ferne ausmachen, oder eben wie Sonntagabend, bei der Begutachtung vom Steiger aus, während das x-te Auto anhält und die Handys gezückt werden. Und „Tiesto“ leuchtet in die Nacht.

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