Scheeßeler Sparkassenstiftung engagiert sich seit 30 Jahren in der Region

Barfußpfad, Basketball, Blühstreifen

Rainer Bassen ist seit 2007 für die Verwaltung zuständig. Fotos: Heyne

Scheeßel – Wenn Rainer Bassen sich auf sein Fahrrad schwingt, stößt er unweigerlich nach wenigen Minuten auf Spuren seines Arbeitgebers. Eine Ruhebank hier, eine Rutsche dort, oder eine „Bienentankstelle“: Egal, in welche Richtung der Marketing-Experte fährt, ob Scheeßel, Söhlingen oder Brockel, überall im Einzugsgebiet der Scheeßeler Sparkasse finden sich Zeugnisse der Projekte, die von der Sparkassenstiftung mitfinanziert wurden. Der Kletterturm in der Grundschule, das Sonnensegel in der Kita, die Jujitsu-Matten des Vereins, das Keyboard der Sangesbrüder oder der Unterstand auf dem Sportplatz sind nur einige Beispiele von vielen.

Weit mehr als tausend Projekte im Gesamtwert von mehr als einer Million Euro hat die 1990 gegründete Stiftung, deren Ausschüttungen aus dem Gewinnen des Stiftungskapitals vom Engagement in der Region zeugen, bis heute gefördert. Allen gemeinsam: Sie müssen der Allgemeinheit zugutekommen und von gemeinnützigen Vereinen beantragt werden. „Privatleute haben keine Chance“, so Bassen.

Die Förderschwerpunkte Sport, Kultur, Heimatpflege und Musik sind ein Kann, aber kein Muss: In letzter Zeit wurden auch Aktionen aus dem Umweltschutz gefördert, etwa die vom Verein „Blütenmee(h)r“ initiierten Blühflächen in Elsdorf, ein Biotop des Heimatvereins in Fintel oder die roten Warndreiecke, mit denen die Jägerschaft einige Jahre lang auf Wildunfälle aufmerksam machte.

Bassen, der 2007 die Verwaltung vom Mitbegründer Egon Leippi „erbte“, erinnert sich an so manches Vorzeigevorhaben, etwa den Rückkauf der historischen Dampfmaschine für die Brockeler Mühle, die Restaurierung des Herfordmotors für die Scheeßeler Mühle oder des Pavillons gegenüber. Oder an das Aufstellen von 47 Bänken im gesamten Geschäftsgebiet anlässlich des 25. Stiftungsjubiläums.

Doch nicht nur Sachgegenstände und Renovierungsvorhaben werden gefördert, sondern auch Veranstaltungen wie das Maybebop-Konzert unlängst in der St.-Lucas-Kirche, das Kult-Festival „EAO“ (Erntefest All Over) in Hemslingen, „Feuer & Flamme“ in Westeresch oder die Übungsabende der wiederbelebten Feuerwehrkapelle Scheeßel.

80 000 bis 100 000 Euro werden jährlich ausgeschüttet. Dabei macht Bassen keinen Hehl daraus, dass die Zeiten schon mal rosiger waren: „Vor zehn Jahren waren es noch 100 000 bis 140 000 Euro pro Jahr.“ Dabei passe sich die Antragslage dem Volumen an Fördermitteln an: „Viele Renovierungsprojekte, zum Beispiel von Schützenhäusern, sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten abgewickelt worden.“ Und: Neben der Stiftung kommen, abhängig auch von der Höhe der Fördersumme, andere Töpfe infrage, etwa die Reinerträge aus der Lotterie „Sparen und Gewinnen“ oder Spenden. Bassen empfiehlt: „Am besten ist es, erst mal anzurufen“. So ließe sich unkompliziert ausloten, welche Förderung am besten zum jeweiligen Zweck passe.

Dabei sei die Antragslage gut: „Auch, wenn wir zuweilen aktiv auf potenzielle Antragsteller zugehen und unsere Unterstützung signalisieren, wie bei der letzten 72-Stunden-Challenge der Landjugenden, kommen die meisten Anträge von allein.“ Die Kooperation sei unkompliziert: „Überall da, wo Ehrenamtliche sich mit Herzblut einsetzen, läuft die Zusammenarbeit reibungslos und macht Spaß.“ Dabei hat der Westerveseder nach eigenem Bekunden beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt, die wirklich etwas bewegt haben, wie die inzwischen verstorbene Biologin Erika Vauk mit ihrer Finteler Kinderakademie. Auch das Stellen von Anträgen sei keineswegs kompliziert: „Ein kurzer formloser Dreizeiler mit kurzer Projektbeschreibung, Kosten- und Finanzierungsplan reicht völlig aus.“ Dabei gilt die Regel: Die Stiftung trägt bis zu einem Viertel des Investitionsvolumens, üblicherweise bis zu 1000 Euro. Ausnahmen bestätigen die Regel: Bei einem der jüngsten Projekte, der „Baustille“ der Eichenschule, sei man wegen der Bedeutung des Raums der Stille für trauernde Schüler auch vom Grundsatz abgewichen.

Neben den erwähnten Fördermöglichkeiten gebe es auch noch die des Sponsorings, in dessen Genuss seit Jahren die Basketballer der BG kommen: „Eine tolle Sache, die zu Hoch-Zeiten viele Kinder und Jugendliche zum Sport gebracht hat“, so Bassen. Ablehnen muss der Stiftungsvorstand übrigens nur wenige Projekte, etwa, wenn das Gemeinwohl nicht klar ersichtlich sei oder bei politischen Themen: „Da verhalten wir uns neutral – wir lassen uns nicht vor einen Karren spannen.“ Der Vorsatz der Stiftung: „Trotz niedriger Zinssätze das Förderniveau halten!“  hey

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Raumfahrer wieder von den USA aus zur ISS gestartet

Raumfahrer wieder von den USA aus zur ISS gestartet

Fotostrecke: Super-Schlenzer bringt Werder drei ganz wichtige Punkte

Fotostrecke: Super-Schlenzer bringt Werder drei ganz wichtige Punkte

Deutsche Snowboarder sammeln Müll am Jenner

Deutsche Snowboarder sammeln Müll am Jenner

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

Meistgelesene Artikel

Landwirte sind stinksauer auf die Bundesumweltministerin

Landwirte sind stinksauer auf die Bundesumweltministerin

Corona und die lieben Finanzen

Corona und die lieben Finanzen

„Jugendliche leiden mehr“

„Jugendliche leiden mehr“

Das Ende der Einsamkeit ist in Sicht

Das Ende der Einsamkeit ist in Sicht

Kommentare