Theatergruppe „Instant Impro“ begeistert in der Grundschulaula mit Spielwitz und Spritzigkeit

Vom Baggerführer mit Sandphobie

Die Akteure von „Instant Impro“ überzeugten mit ihrer Spontaneität. Foto: Heyne

Scheeßel – Was macht der Bombenentschärfer mit der Katze auf der Party? Was ein bisschen nach dem alten Gesellschaftsspiel „Cluedo“ klingt, heißt am Freitagabend in der Grundschulaula Improvisationstheater und beschert rund 170 Zuschauern einen Abend unbeschwerter Lacher.

Denn darum geht es bei den Auftritten der vier Schauspieler und einem Musiker von „Instant Impro“. Viele Jahre haben sie sich in der Region rar gemacht; viele derer, die sie 2010 und 2011 hier erlebt haben, sind seitdem Fans. Wie Reinhard Lüdemann, Mitglied der Kulturinitiative Scheeßel (Kis). Er hatte das „Comeback“ der Ideenjongleure an der Beeke angeregt.

Die selbstgestellten Aufgaben, die sich die Bremerhavener mit ihren selbstgestellten Aufgaben für die Spielszenen geben – Satzanfänge nach dem Alphabet, Synchronsprechen oder der unvermittelte Wechsel in Kauderwelsch – sind in den 26 Jahren weitestgehend dieselben geblieben. Das tut der Sache jedoch keinen Abbruch, bilden sie doch nur den Rahmen für die spontanen Einfälle, mit denen die beiden Frauen und Männer die laut gerufenen Vorgaben aus dem Publikum umsetzen. So entwickelt der Baggerfahrer eine Sandphobie, der profane Kauf einer Schubkarre im Baumarkt (der bietet genauso viel Stoff wie Katzen), wird nacheinander als Gangsterstück, Talkshow, Liebesschnulze und sogar Oper gespielt – grandios! Da regnet es zurecht Rosen statt Schwämme, mit denen die Zuschauer ihre Begeisterung oder auch ihren Unmut bekunden dürfen. Auch nach einem Vierteljahrhundert mangelt es den Profis nicht an Spontanität und Spritzigkeit. Die Lust an schrägen Ideen der Kollegen – sie ist so ziemlich das Einzige an diesem Abend, was nicht gespielt ist.

Und ein bisschen hat ihr Spiel tatsächlich mit dem Rätseln eingangs genannten Gesellschaftsspiels gemein. Denn mehr als einmal werden einige der Akteure während der Themenfindung nach draußen geschickt und müssen während des Spielens erraten, worum es eigentlich geht. Das führt natürlich zu allerlei Missverständnissen – und die sind samt und sonders urkomisch. Etwa, wenn aus der gesuchten Meerjungfrau ein Schatz aus versunkenen Silikonbrüsten wird. Das begeistert nicht nur die sehr engagiert mitfiebernden Sechst- und Siebtklässler der Beekeschule, die sich in der kommenden Woche auf einen Workshop mit „Instant Impro“ freuen dürfen. Auch eine Gruppe aus Westerholz zeigt sich in der Pause angetan: „Wir unternehmen einmal im Jahr zusammen etwas Kulturelles“, erzählt Heike Riepshoff, eine der sieben. „Dieses ist mal etwas ganz andere.!“

Das Versprechen der Fünf, bald wieder zu kommen, wird mit Jubel quittiert – noch einmal acht Jahre ohne Impro-Spaß, das wäre, frei nach Loriots berühmtem Mopszitat, „grundsätzlich möglich, aber sinnlos!“  hey

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