Online-Voting / „Waidmannsruh“ schoss in die Höhe / „Sauberes“ Ergebnis wird heute präsentiert

Bad-Umfrage wurde manipuliert

So sahen die Umfragewerte gestern Nachmittag aus.

Scheessel (pfa) · Die Datensicherheit im Internet ist seit langem ein Dauerthema. Wie am vergangenen Freitag bekannt wurde, hat ein Unbekannter die Online-Umfrage der Gemeinde Scheeßel für den neuen Namen des Freibades manipuliert. Dirk Schumacher von der Firma Stadtmittelpunkt klärte gegenüber der RK/VN auf, wie das Voting nun bereinigt wurde.

Die Vorschläge auf der Homepage http://www.scheessel.de wurden von den Fraktionen des Gemeinderates entschieden. Zur Auswahl stehen die Namen Beeke-Bad, Freibad Waidmannsruh, Swimdiek oder Wümmewelle Scheeßel. Das Beeke-Bad führte die Umfrage nach Prozenten an. Doch dann lag plötzlich der Vorschlag Freibad Waidmannsruh vorne. Der Name wurde gepuscht.

„Es hat sich jemand für eine Stunde eingeloggt und im Sekundentakt den Wert des Vorschlages Freibad Waidmannsruh gefälscht“, erklärte Schumacher. Der Übeltäter konnte jedoch anhand der IP-Adresse ermittelt werden. Das ist eine Adresse in Computernetzen, die auf einem Internetprotokoll basiert. „Dadurch, dass wir eine so genannte Log-Datei haben, kann genau nachvollzogen werden, welche Adresse für die Manipulation verantwortlich ist“, betonte Schumacher, der technisch mit der Verwaltung zusammenarbeitet. Die Log-Datei schreibt mit, wer, wann und wie abstimmt. Mittlerweile ist das Verfahren bereinigt worden.

Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 17. Juni beschlossen, für den neuen Namen des Freibades eben dieses Online-Voting durchzuführen. Auf der Startseite können Interessierte aus vier Namensvorschlägen die Favoriten auswählen und per Mausklick abstimmen. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, ist die Abfrage technisch jetzt so eingerichtet, dass die Bürger von ihrem Computer nur einmal abstimmen können. Das Ergebnis des Online-Voting soll dem Rat helfen, einen Namen für das Freibad zu finden. Die Abstimmung im Internet läuft bis zum heutigen Dienstag um 12 Uhr. „Dann werden wir das Ergebnis überprüfen und bekannt geben“, so Schumacher.

Die verschiedenen Fraktionen hatten sich vorab darauf geeinigt, die verschiedenen Namensvorschläge nicht mit dem Namen der betreffenden Parteien zu veröffentlichen, da dadurch kein politisch gefärbtes Ergebnis entstehen sollte.

Der UFS-Fraktionsvorsitzende Detlef Steppat stellte an die Bürgermeisterin eine Anfrage. Darin möchte er geklärt wissen, wer solche Manipulationen zu verantworten hat. „Es kann nach unserer Auffassung nicht akzeptiert werden, dass der Scheeßeler Öffentlichkeit ein ehrliches und offenes Angebot an Mitsprache zu örtlichen Themen vorgegaukelt und dann versucht wird, durch technische Beeinflussung andere Ergebnisse zu erreichen“, schreibt Steppat. Er legte nach: „Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern der ganze Rat dürfte sich verschaukelt fühlen.“ In diesem Punkt kann aber Dirk Schumacher vom Stadtmittelpunkt beruhigen: „Das Ergebnis wird sauber und gerecht sein.“

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