Autor Chris Krause liest in Seniorenbegegnungsstätte aus seinem Kriminalroman

Erst „Bommel“, dann Bingo

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Chris Krause beim Signieren seines Buches „Staller und die toten Witwen“.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Gut vorstellbar, dass Polizeireporter Mike Staller und sein Freund, Kommissar „Bommel“ Bombach, sich bald auch unter der älteren Generation einer wachsenden Krimifan-Gemeinde erfreuen. Der Westerescher Autor Chris Krause stellte seine beiden Protagonisten in Rahmen einer Lesung vor Mitgliedern der Awo und des VdK in der Seniorenbegegnungsstätte an der Fliederstraße vor.

„Staller und die toten Witwen“ heißt das Buch, aus dem der Autor vorlas. „Essen Sie ruhig weiter“, schmunzelte er beinahe sarkastisch, als er den Kaffee und Kuchen genießenden Zuhörern, unter die sich auch viele Gäste gemischt hatten, eingehend den schrecklichen Zustand der Mordopfer „seines“ letzten Falles beschrieb. Natürlich nur, um die Arbeit des schrägen Ermittler-Duos zu verdeutlichen und die Zuhörer auf die richtige Spur zu führen.

So machte er sein Publikum zwar drastisch, aber sehr anschaulich mit dem kriminellen Milieu in Hamburg vertraut, in dem seine Protagonisten ermitteln. Da fielen auch schon mal Sätze wie: „Ey Alter, hast Du den A... offen?“, wenn Staller rigoros einem ignoranten Jugendlichen den Ohrstöpsel rausreißt und nur Gehör findet, wenn er ihm einen angeblichen Lottogewinn verkündet. „Die Tatsache, dass Krause einst selbst als Polizeireporter gearbeitet hat, machen seine Stories so glaubwürdig“, erklärte VdK-Ortsverbandsvorsitzender Dieter Martens, der die Lesung organisiert hatte. Dieser muss es dann aber auch „verkraften“, dass er als Audi-80-Fahrer von Krause augenzwinkernd mit dem Spießer schlechthin – mit gehäkelter Klorollenmütze und Wackeldackel auf der Ablage – verglichen wird.

Im Anschluss an die Lesung hatte das Publikum Gelegenheit, dem Autor Fragen zu stellen. Dabei stellte sich heraus, dass Krause wohl tatsächlich durch seine künstlerisch ambitionierten Vorfahren das Talent in die Wiege gelegt worden ist. Aber erst nach vielen beruflichen Stationen (Theologie-Studium und Autor für die TV-Produktionen „Schillerstraße“ und „Genial daneben“) hat er sich mit 40 Jahren an sein erstes Buch herangewagt. Inzwischen ist aus der Hobbyschriftstellerei eine Passion geworden, der sich der Westerescher voll widmet. Zurzeit schreibt er an dem vierten Fall von Staller und Bommel mit dem Arbeitstitel „Staller und der Bund der Gesetzlosen“.

Viele Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, das vorgestellte Buch mit einer persönlichen Widmung des Autors zu erwerben. Beim anschließenden Bingo-Spiel ging es über sechs Runden voll konzentriert zur Sache, bis einer der Gäste laut „Bingo“ rief und sich einen der hochwertigen Sachpreise wie Solarleuchten oder Küchengeräte aussuchen durfte.

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