Polizei sucht Zeugen 

Fahrkartenautomat am Scheeßeler Bahnhof gesprengt

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Der Fahrkartenautomat wurde durch die Sprengung völlig zerstört.

Scheeßel - Es muss laut gewesen sein. So laut, dass etliche Anwohner aus dem Schlaf gerissen wurden. Am Mittwoch in den frühen Morgenstunden sprengten Unbekannte am Scheeßeler Bahnhof einen Fahrkartenautomaten. Der Tatort: Bahnstein an Gleis 2/3. Das Ziel der Sprengstoff-Täter: die im Inneren des Metallschranks befindliche Geldkassette. Mit ihr entkamen die Täter unerkannt.

Groß ist der Schaden für die Metronom, zu der der gelb-blaue Automat gehört. Das Gerät müsse nun wohl ausgewechselt werden, erklärte ein Sprecher der Eisenbahngesellschaft. Wie groß der Schaden ist, ließ die Polizei am Mittwoch offen. „Es dürften aber wohl mindestens 10.000 Euro sein“, so Heiner van der Werp, Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion. 

Mit wie viel Bargeld die Diebe entkamen, darüber werde man nach Absprache mit der Bundespolizei Stillschweigen bewahren. Nur so viel lässt van der Werp wissen: „Reiche Beute haben die Täter sicher nicht gemacht, da die meisten Zahlungsvorgänge eh mit der Geldkarte abgewickelt werden.“

Der aufgesprengte Fahrkartenautomat in Scheeßel.

Ein Anwohner, der von dem Knall aufgeschreckt wurde, hatte sich umgehend mit der Polizei in Verbindung gesetzt. Bereits beim Eintreffen der ersten Bahnpendler machten sich die Beamten auf Spurensuche. „Bisher wissen wir noch nicht, wer das war“, sagt van der Werp. Fest steht hingegen, wie die Täter vorgegangen sind: Durch das Einleiten von Gas hatten sie die Explosion letztendlich herbeiführen können. „Die war so heftig, dass einige abgesprengte Teile im Gleisbett landeten“, so der Polizeisprecher. Das Fach für die Karten, die Außenverkleidung und das Automaten-Innere – all das sei völlig zerstört. Kurzzeitig habe der Zugverkehr gestoppt werden müssen.

„Es werden oft Automaten manipuliert, doch Sprengungen kommen eher selten vor“, sagt Holger Jureczko auf Anfrage unserer Redaktion. Er ist Sprecher der Bundespolizeiinspektion in Bremen, die für Deutsche-Bahn-Strecken zuständig ist. „Meist ist der Schaden an den Geräten höher als der Inhalt der Geldkassette. Und in mehr als 95 Prozent der Fälle gehen die Einbrecher leer aus.“

Auch das Aufflexen oder Aufbrechen der Schränke sei eher sinnlos. In der Vergangenheit hatten waghalsige Sprengaktionen von Fahrkartenautomaten manchem Täter sogar das Leben gekostet.

Ob die Sprengung im Zusammenhang mit einer im Nordwesten anhaltenden Reihe von Aufbruchsversuchen an Fahrkartenautomaten steht, konnte Jureczko nicht sagen. „Ganz auszuschließen ist das natürlich nicht.“

Die Polizeiinspektion Rotenburg sucht nun nach Zeugen, die am Mittwochmorgen zwischen 1.30 und 4.30 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge am Scheeßeler Bahnhof gesehen haben. Hinweise an die Beamten unter 04261/9470.

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