Delegation aus Scheeßels Partnerstadt Tukums erlebt sechs programmreiche Tage

Austausch unter Freunden

Begegnung auf Augenhöhe (v.l.): die Tukumser Delegation mit Baiba Zonberga-Koptjajeva, Gundega Rugaja, Ilze Blanka, Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele sowie die Scheeßeler Arbeitsgruppe Städtepartnerschaft mit Günter Bassen, Nora Steppat und Horst Raatz. Foto: Warnecke

Scheeßel – So alt Scheeßels lettische Partnerstadt Tukums, deren Namen erstmals 1253 schriftlich erwähnt wurde, auch ist – die Mitarbeiter ihrer Verwaltung sind es nicht. Entsprechend locker lief daher auch der Besuch von Gundega Rugaja, Ilze Blanka und Baiba Zonberga-Koptjajeva ab, die jetzt im Rahmen der seit fast 30 Jahren zwischen beiden Kommunen gepflegten Freundschaftsbeziehungen für sechs Tage im Beeke-Ort zu Gast waren. Die drei jungen Frauen folgten damit einer Einladung, die die Gemeinde Scheeßel 2018 beim Tukumser Rosenfest ausgesprochen hatte. Zeit zur freien Verfügung blieb der Delegation aus dem Baltikum jedoch denkbar wenig, hatten die beiden Scheeßeler Ratsherren Horst Raatz und Günter Bassen gemeinsam mit der Jeersdorferin Nora Steppat, die als gebürtige Lettin die ganze Zeit über auch als Dolmetscherin fungierte, ein pickepackevolles Programmpaket geschnürt.

„Das ist in der Tat sehr, sehr anstrengend“, meint Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) beim Pressetermin. „Natürlich hatten die Damen auch Kontakt mit mir, aber eher weniger.“ Es habe interessante Gespräche gegeben, unter anderem bei einem Grillabend in Heicks Park, wo man sich mit einem Großteil der Gemeinderatsmitglieder über aktuelle kommunalpolitische Herausforderungen ausgetauscht habe.

Dass der Besuch zeitgleich mit dem Internationalen Beeke-Festival stattgefunden habe, sei kein Zufall gewesen, berichtet Horst Raatz. „Das bietet sich einfach prima an, weil das Folklorefest eines der wichtigsten und interessantesten in Deutschland ist.“ Umgekehrt seien auch die Scheeßeler Gegenbesuche stets mit einer Festivität verbunden. „Beim Rosenfest sind in Tukums immer so zwischen 200 und 250 Delegierte aus ganz Europa dabei.“ Die kämen natürlich bei Weitem nicht alle nur aus Scheeßel, sondern ebenfalls aus weiteren Partnerkommunen, zu der die knapp 60 Kilometer von Riga entfernte, von idyllischen Gärten umgebene Kleinstadt enge Beziehungen pflegen würde. Neun sind es zusammengenommen an der Zahl. Da nimmt sich die von Scheeßels Partnerstädten – neben Tukums ist das noch das in Mecklenburg-Vorpommern liegende Teterow – vergleichsweise doch recht überschaubar aus.

Wie Günter Bassen erzählt, sei das jetzige, von einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe ersonnene Programm speziell auf die weiblichen Besucher und ihre Interessen zurechtgeschnitten worden. Und die protokollierten das Gesehene fleißig in Form von Notizen und Fotos, „schließlich müssen wir nach unserer Rückkehr einen richtigen Bericht schreiben – darüber, was wir Neues kennengelernt haben und was man bei uns übernehmen kann“, sagt Ilze Blanka. Sie, wie auch ihre beiden Kolleginnen, zeigen sich beeindruckt, mit wie viel ehrenamtlicher Eigenleistung gewisse Projekte in der Gemeinde umgesetzt worden seien, wie beispielsweise das Jeersdorfer Sporthaus durch den örtlichen SV. „So etwas wäre auch bei uns in Lettland wünschenswert, die Umsetzung ist aber nicht ganz so einfach.“ Auch dem Heimatmuseum mit seinem Blaudruck, der Diakonie-Sozialstation nebst Tagespflege, dem Fachdienst Straßen und Grün (ehemals Bauhof), dem kurz vor der Eröffnung stehenden Feuerwehrhaus Wohlsdorf/Bartelsdorf und der neuen Kindertagesstätte im Fuhrenkamp stattete die Gruppe Besuche ab – und die Liste reicht noch weiter. Natürlich durften auch ein Abstecher in den Tukumser Weg sowie Ausflüge nach Bremen und Hamburg nicht fehlen.

Bei der Frage, worin Tukums und Scheeßel sich gar nicht so unähnlich seien, muss das lettische Trio nicht lange überlegen. „Es ist sehr ruhig hier – wie bei uns zu Hause“, meint Gundega Rugaja. „Viele Tukumser pendeln zur Arbeit in die Großstadt – das machen die Scheeßeler auch“, lautet hingegen die Antwort von Baiba Zonberga-Koptjajeva. Und noch etwas, hat Ilze Blanka festgestellt, komme einem doch recht vertraut vor: „Die Kirche in unserer Altstadt sieht genauso aus wie die in Scheeßel.“

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