Ein Vierteljahrhundert Freundschaft

„Der Austausch gehört zu unserer DNA“

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Diese Lehrerinnen organisieren den Frankreich-Austausch: Isabelle Miguet (v.l.), Anne Gauthier, Claudia Scholl, Alanna Altmann und Ulrike Konrad.

SCHEESSEL - 1 500 Kilometer Entfernung, 900 Schüler und mindestens ebenso viele Erinnerungen, Erlebnisse und Erfahrungen – das ist die Bilanz von 25 Jahren Schüleraustausch zwischen der Scheeßeler Eichenschule und dem Collège-Lycée Emilie Rodart im französischen Toulouse. Dies war für viele Wegbegleiter, Lehrer, Eltern und aktuelle Teilnehmer Grund genug, ein Vierteljahrhundert gelebter Völkerverständigung zu feiern.

Schulleiter Christian Birnbaum erinnerte an die Anfänge des unter Vor-Vorgänger Karsten Müller-Scheeßel eingeführten Austauschs. Den Kontakt hatte die damalige Eichenschullehrerin Frauke Brieger 1991 hergestellt – dank ihrer vorherigen Tätigkeit am Goethe-Institut ließ sie ihre Kontakte nach Toulouse spielen. „Unser Gesuch einer Partnerschule, ein anderer Austausch war gerade zum Erliegen gekommen, wurde damals noch ans Schwarze Brett gehängt – das Internet gab es ja noch nicht“, erinnert sich die Französisch- und Spanischlehrerin. Damals seien die Gruppen größer gewesen, „Französisch wurde ja noch als erste Fremdsprache angeboten“, die Scheeßeler Schüler bereiteten in Arbeitsgemeinschaften eine Soirée vor, tanzten Scheeßeler Bunte vor und führten Loriot-Sketche auf.

Isabelle Miguet, seit vielen Jahren federführend, erinnerte an Wattwanderungen und Trommelkurse, an den Besuch einer Schokoladenfabrik oder den Verkauf auf zwei französischen Märkten. Aber auch daran, dass die zweiwöchigen Besuche mit Unterbringung in Gastfamilien mehr sind als nur Sprache: „Die Schüler lassen sich auf ein Wagnis ein, sind auf sich selbst zurückgeworfen, sammeln interkulturelle Kompetenz und bauen Vorurteile und Vorbehalte ab, ganz im Sinne des vor mehr als 60 Jahren von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer geschlossenen deutsch-französischen Vertrags zur Aussöhnung der beiden Völker.“ Positiver Effekt, so die aus Nizza stammende Miguet: Gegenseitige Besuche auch über die Schule hinaus, Freundschaften, „ja sogar zwei Hochzeiten, auch wenn das nicht das erklärte Ziel des Austauschs ist“, schmunzelte sie.

Auch einiges Kurioses kam zur Sprache – etwa, dass die Reise früher mit dem Zug bewältigt wurde. Dazu legte der ICE eigens einen Zwischenstopp in Scheeßel ein – wenn er es denn tat. „Einmal sahen wir ihn vorbeifahren; allerdings fuhr er wenig später rückwärts wieder ein.“

Allerdings verschwieg Miguet auch die gegenwärtigen Probleme der Fachschaft Französisch nicht, Schüler angesichts von Spanisch als Alternative noch für die Sprache der „Grande Nation“ zu begeistern. Der gegenseitige Besuch im nächsten Jahr sei jedoch schon geplant und in trockenen Tüchern. Birnbaum bestärkte dies: „Der Austausch gehört zur DNA unserer Schule.“ Er habe dazu beigetragen, dass der Eichenschule unlängst das Siegel „Europaschule“ verliehen worden sei.

Musikalisch umrahmt wurden die Reden vom eigens für diesen Anlass zusammen gekommenen Projektchor unter Leitung von Esther Vollmer-Eicken, der einige französische Volkslieder eingeübt hatte. 

hey

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