Ausstellung zum 50. Geburtstag der Scheeßeler Briefmarken- und Münzsammler

Mehr als nur ein Hobby

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Zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung kam Montagmorgen nicht nur der Vereinsvorstand um den Vorsitzenden Hans-Christian Schönfeld (2.v.r.) zusammen. Auch Sparkassenvertreter Rainer Bassen (3.v.l.) wohnte der Vernissage bei.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Vor 50 Jahren, am 6. Januar 1966 war es, als ein gutes Dutzend Briefmarkensammler im damaligen Hotel Paga beschlossen, sich künftig gemeinsam ihrem Hobby zu widmen. Sie gründeten den Verein der Scheeßeler Philatelisten. Zum runden Geburtstag haben sich die Mitglieder nun etwas Besonderes ausgedacht. Anstelle einer Torte mit Zackenrand oder eines Sektempfangs für Honoratioren ist seit gestern eine sehenswerte Briefmarken- und Münzausstellung in der Sparkasse Scheeßel zu sehen.

Andreas Pfau hat ein Faible für Briefmarken. Von Kindesbeinen an sammelt er gezackte Marken aus aller Welt. Wie viele Postwertzeichen er heute sein Eigen nennt – der Mittfünfziger, der als Schriftführer im Vereinsvorstand mitwirkt, zuckt mit den Achseln. Der Preis, sagt er, sei ihm weniger wichtig. Stattdessen liege der Reiz für ihn vor allem darin, seine Sammlungen zu vervollständigen. Auf Treffen von Philatelisten sucht Pfau so gezielt nach Exemplaren, die ihm noch fehlen. „Briefmarken“, sagt er mit leuchtenen Augen, „eröffnen dem Betrachter die ganze Welt.“

Und tatsächlich: Es gibt kaum ein Thema, das es nicht auf eine Briefmarke schaffen würde. In den etwa 20 in der Kundenhalle aufgestellten Schautafeln sind Postwertzeichen verschiedenster Coleur zu sehen. Auch alte Postkarten sind dabei. Und Geldscheine sowie Münzen. Denn auch deren Sammler sind in dem Verein organisiert. „Das ist nicht nur ein Hobby“, sagt Vorsitzender Hans-Christian Schönfeld. „Für mich persönlich ist das eine geschichtliche Bereicherung. Man kann viel mitnehmen.“

Zurück zur Chronik: Mehr als 900 Besucher kamen 1977 zu einer ersten Briefmarken- und Münzausstellung im Beeke-Ort. Vier Jahre später folgte die Aufnahme des Vereins in den Landesverband Elbe-Weser-Ems und damit in den Verband Deutscher Philatelisten. 1991 fand im Scheeßeler Hof der erste große Tauschtag statt – eine Tradition, die der Verein bis heute pflegt.

Zu seiner besten Zeit, Anfang der 80er Jahre, hatte der Klub ungefähr 60 Mitglieder. Heute sind es noch 23, die sich an jedem zweiten Sonntag im Monat vormittags inzwischen im Jeersdorfer Hof treffen. Schönfeld erzählt, dass das Durchschnittsalter der Mitglieder bei 65 Jahre liege. Er findet, es sei schade, dass sich heutzutage so wenig jüngere Leute für diese Leidenschaft begeistern können. Anders vor 30 Jahren, als noch eine vereinseigene Jugendgruppe aktiv war und man in Form einer Briefmarken-AG sogar mit der Eichenschule kooperierte. „Unsere größte Herausforderung ist es, das sehr umfangreiche Material des Vereins, der einzelnen Sammler und das enorme Fachwissen aller Einzelbereiche an die nächste Generation weiterzugeben“, bringt der Vereinschef die derzeitige Lage auf den Punkt. Auch darum habe man nun öffentlichkeitswirksam die Jubiläumsausstellung auf die Beine gestellt. „Jeder kann zu unseren monatlichen Tauschtreffen kommen, um sich einmal ein Bild davon zu machen“, erhofft sich Schönfeld. „Junge Mitglieder wären natürlich toll.“ Zum Jubiläum wünscht sich der Vorsitzende aber vor allem eins: „Gesundheit für die jetzigen Mitglieder.“

Besichtigen kann man die Ausstellung verschiedener Sammlungen noch bis zum 12. Februar zu den Geschäftszeiten der Bank.

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