Ausgebremst an der L130

SPD/UGS-Gruppe scheitert mit Antrag auf Einrichtung einer Tempo-50-Zone

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Der Kreuzungsbereich L130/Fuhrenkamp/Vareler Weg soll demnächst von Grund auf umgestaltet werden.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Irgendwie ist der Wurm drin in der ganzen Sache. Dabei hat der Gemeinderat im Grunde genommen schon längst Nägel mit Köpfen gemacht. Die Rede ist vom geplanten Ausbau des Knotenpunktes L130/Fuhrenkamp/Vareler Weg.

Erst machten die Scheeßeler Grünen mobil gegen die angekündigte Fällung mehrerer Dutzend Bäume, die im Zuge einer neu zu schaffenden, ins Baugebiet weisenden Abbiegespur aus planerischer Sicht von Nöten sein soll (mit der Folge, dass sich nun wahrscheinlich eine Bürgerinitiative gegen die Maßnahme gründen wird). Ja, und nun trifft es die politische Gemeinde höchstpersönlich selbst: Mit einer Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70 auf Tempo 50, konkret im Streckenabschnitt der L 130 zwischen Wümmebrücke und Feuerwehrkreisel, wird es nämlich nichts.

Ein entsprechender Bescheid vom Landkreis war Anfang dieser Woche ins Scheeßeler Rathaus geflattert – und mit dem ist vor allem die SPD/UGS-Gruppe nun alles andere als glücklich, wie Wolfgang Kirschstein (SPD), deren Sprecher, gegenüber unserer Zeitung erklärt: „Unser Anliegen verfolgte das Ziel, im Zuge des Ausbaues mithilfe der Einrichtung einer 50-km/h-Zone einen zusätzlichen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an dieser Straße zu erreichen.“ Dazu habe seine Gruppe vor gut einem Monat einen Antrag an die Gemeindeverwaltung gestellt – mit der Bitte, diese möge wiederum an den Landkreis, quasi das Bindeglied zur Niedersächsischen Straßenverkehrsbehörde, herantreten. „Unsere Intention dabei war es auch, für die Gemeinde einen schriftlichen Bescheid vorliegen zu haben in dieser für uns sehr wichtigen Sache“, führt Kirchstein weiter aus.

Schriftlicher Bescheid liegt vor

Der ist nun, nachdem sich die untere Verkehrsbehörde, Polizei und Landesamt in der Sache abgestimmt haben, da. „Aus dem Kontext ist nun auch ersichtlich, dass die verantwortlichen Behörden den Verlauf der L 130 in Scheeßel weiterhin ganz klar als nicht innerörtlich einstufen und auch nicht beabsichtigen, diese Einstufung zu verändern“, so Kirschstein.

Im Rathaus sah man offenbar Bedarf, Auszüge aus der Kreis-Stellungnahme zu veröffentlichen. Auf der Gemeindehomepage ist ganz offiziell nachzulesen, dass aus Sicht der Verantwortlichen eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung auf der Landesstraße nur dann notwendig sei, wenn sie zur Erhaltung der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs zwingend notwendig ist. Bei der Landesstraße handele es sich in dem besagten Streckenabschnitt aus Sicht der Entscheidungsträger aber um eine gut ausgebaute, übersichtliche Straße ohne Bebauung und zum sicheren Überqueren für Fußgänger und Fahrradfahrer sei eine Bedarfsampel vorhanden. Und: Neben der Straße verlaufe ja noch ein Zweirichtungsradweg. Die vorhandene Sicherheit bliebe auch nach dem geplanten Ausbau bestehen, sodass die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht weiter reduziert werden müsse. Wertend äußern will man sich bei der Gemeindeverwaltung nicht. Dafür drückt Wolfgang Kirchstein im Namen seiner Gruppe Bedauern aus. Er sagt: „Auch wenn wir mit unserem Anliegen nicht durchdringen konnten, so reklamieren wir für uns doch positiv, dass wir konkret gehandelt haben.“

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