Auffallen auf die fernöstliche Art

Mareike Warwas hat eine Vorliebe für einen ganz speziellen Modestil: Lolita

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Ein bisschen Japan geht immer: Mareike Warwas trägt auch „in zivil“ gerne das eine oder andere asiatische Accessoire.

Mareike Warwas fällt gerne auf. Am liebsten schafft sie dies durch viel Schminke, übergroße Kontaktlinsen und maßgeschneiderte Exotik aus Fernost.

Westervesede - Es ist eine Mischung aus barocken Formen und Elementen der 50er-Jahre, mit der die Westervesederin nur allzu gerne experimentiert. „Lolita“ heißt die japanische Moderichtung, die es der 39-Jährigen angetan hat. Denn: herkömmliche Mode sei ihr einfach zu öde und zu einseitig. „Japan ist eben mehr als Manga und Anime“, sagt Warwas, die im „normalen“ Leben in einem Scheeßeler Drogeriemarkt arbeitet. „Und ,Lolita‘ ist für mich obendrein ein Stück Lebensphilosophie.“

Dass der von den Japanern adaptierte Begriff in westlichen Gefilden eher anrüchig anmutet, kommen einem doch gleich sexuell frühreife Mädchen in den Sinn, die ältere Herren mit ihren weiblichen Reizen zu verführen versuchen, das wisse sie natürlich auch. Damit aber habe ihre Leidenschaft nichts zu tun. „Uns ,Lolitas‘ verbindet einfach die ästhetische Vorliebe für schöne, elegante Dinge mit viel Detailreichtum – mehr nicht.“

Zur Höchstform läuft die Westervesederin aber erst mit ihrer Lolita-Mode so richtig auf. 

Seit ihrem 14. Lebensjahr sei das Ausprobieren mit Farben und Produkten ihr Hobby – nur auf die asiatische Art muss es sein. „Darauf gekommen bin ich durch mein Interesse an japanischen Serien“, erinnert sich Warwas. „,Sailor Moon‘ oder ,Mila Superstar‘, die in den Neunzigern richtig populär wurden, haben mich seit meiner Jugend geprägt“. Auch heute noch würde sie sich solche Produktionen gerne anschauen – auch, um sich Inspiration für neue Outfits zu holen.

So habe sie ebenfalls das Interesse am Cosplay recht früh für sich entdeckt. Cosplayer verkleiden sich als Figuren, die man aus den Medien kennt, von Mangas und Comics über Computerspiele bis hin zu Film und Fernsehen. Für sie nehme dieses Kopieren bekannter Fantasy-Figuren aber nur wenig Platz ein. „Ich habe auch gar nicht die richtige Figur dafür“, sagt die Westervesederin schmunzelnd, die auch unter anderem aus Modelliermasse Haarschmuck, Schmuckdosen und weitere Sachen im sogenannten Kawaii-Stil herstellt und diesen in einem eigenen Online-Shop vertreibt.

Zur Höchstform läuft die Westervesederin aber erst mit ihrer Lolita-Mode so richtig auf. 

„So häufig es geht“ tausche sie ihre Jeans gegen die speziellen Kleider und Röcke – wenn sie zum Beispiel ihre Lolita-Freundinnen zum Shopping-Ausflug in Hamburg trifft. Dann kommen auch die auffälligen Linsen und die richtige Perücke ins Spiel. Nur auf der Arbeit, wenn sie an der Kasse sitzt, blieben die Klamotten natürlich tabu. Und beim Spaziergang durch ihr Heimatdorf. „Ich lebe schließlich nicht in der Großstadt, das ist schon ein Unterschied“, meint Warwas. Nur einmal im Jahr, wenn in Westervesede und im benachbarten Ostervesede der Karneval tobt, trägt sie ihre Vorliebe fürs Fernörtliche vor Nachbarn und Bekannten ganz offen zur Schau. Das letzte Mal – wen wundert‘s – im Kimono.

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