Was lange währt

Auf dem Weg zum Gewerbepark: Gemeinde Scheeßel erwirbt Fläche an der Westerveseder Landstraße

Stellen die Pläne für den Gewerbepark Ost vor (v.l.): Silke Meyer und Birgit Gramkow vom Fachbereich Bau und Planung sowie Bürgermeisterin Ulrike Jungemann.
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Stellen die Pläne für den Gewerbepark Ost vor (v.l.): Silke Meyer und Birgit Gramkow vom Fachbereich Bau und Planung sowie Bürgermeisterin Ulrike Jungemann.

Scheeßel – Es hat lange gedauert – länger, als die Verantwortlichen im Rathaus es sich hätten ausmalen können. Genaugenommen mussten erst mehr als 20 Jahre ins Land gehen. So lange ist es her, dass die Gemeinde Scheeßel im Kernort zuletzt ein Gewerbegebiet, nämlich das an der Rudolf-Diesel-Straße, ausweisen konnte. Was war passiert? Mangelte es an Ehrgeiz? Fehlte schlichtweg das Interesse? „Ganz im Gegenteil“, beteuert Ulrike Jungemann, seit November als neue CDU-Bürgermeisterin in Amt und Würden.

Das Hauptproblem, mit dem sich in diesem Zusammenhang ihre Vorgängerin konfrontiert gesehen habe, sei tatsächlich die Verfügbarkeit von geeigneten Flächen gewesen. Sieben Potenzialgebiete, zählt Jungemann auf, habe die Gemeinde zwischenzeitlich zwar schon mal ins Auge gefasst – nur keines, das wisse sie aus ihrer früheren Zuständigkeit als Raumplanerin beim Landkreis noch sehr genau, sei wirklich überzeugend gewesen. „Wir haben die damals alle einzeln geprüft, nur entweder haben Moorlinsen oder zu nasse Bodenverhältnisse oder Handtuchstückflächen, für die man mit 20 bis 30 Eigentümern hätte sprechen müssen, dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt die Verwaltungschefin. Gerade letztes Bemühen, das wisse sie, sei eigentlich schon von vornherein zum Scheitern verurteilt, „denn wenn nur zwei Leute dazwischen sind, die ihre Flächen nicht nur Verfügung stellen möchten, kann man es schon vergessen.“

Nun also endlich der langersehnte Durchbruch: In Verlängerung zum Industriegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße, dort, wo von der Westerveseder Landstraße aus heute noch Ackerland zu sehen ist, sollen sich nach zwei Jahrzehnten des Stillstandes weitere Gewerbebetriebe ansiedeln können – im Gewerbepark Ost, so der Name für den bereits in der Ausarbeitung befindlichen B-Plan. Satte 18 Hektar ist das Areal groß. „Hier hatten wir das große Glück, dass es ein einziger Eigentümer ist, von dem wir nach langen und harten Verhandlungsgesprächen die Fläche kaufen konnten“, erläutert die Bürgermeisterin. Für sie sei der zentrale Standort jedenfalls optimal, ließen sich so doch auch Synergien für die Unternehmen untereinander schaffen. Und: „Falls die Umgehungsstraße mal kommen sollte, liegt der Park auch sehr günstig.

Ganz schön groß: 18 Hektar umfasst das Plangebiet an der Westerveseder Landstraße.

Nur wird es mit der Erschließung noch eine ganze Weile dauern – mindestens anderthalb Jahre, berichtet Silke Meyer vom gemeindlichen Fachbereich Bau und Planung. So viel Zeit müsse man für die Bauleitplanung – unter Einhaltung gewisser Fristen und mit Blick auf diverse Prüfungen, die es zu tätigen gelte (unter anderem hinsichtlich der Bodenverhältnisse), sowie der Erstellung eines Lärmgutachtens – wohl schon einrechnen. „Momentan ist ein Stadtplaner dabei, einen Entwurf zu erstellen – und dann wird das in einer politischen Sitzung irgendwann mal vorgestellt“, gibt sie einen Ausblick. Auf jeden Fall wolle man sich verwaltungsseitig sputen. Soll heißen: Statt den sonst üblichen zwei Jahren, die ein solches Verfahren beansprucht, will die Gemeinde schon eher durch sein.

Was später die Erschließung betrifft, soll die häppchenweise in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Bis man sich den letzten Metern, in unmittelbarer Nähe zu einem Waldrand, annehmen werde, sagt Jungemann, würde es aber sicher noch zehn bis 15 Jahre dauern. „Dann werden wir uns auch Gedanken in Sachen SuedLink machen müssen.“ Tatsächlich verläuft die Trasse entlang des äußersten Plangebietbereichs. Dort seien ihrer Auskunft nach etwa 50 Meter von gewerblichen Flächen freizuhalten. Und auch über das Hurricane-Festival, für das ein Teilstück der von der Gemeinde erworbenen Fläche bisweilen noch für Camping-Zwecke dient, werde man zu gegebener Zeit noch sprechen müssen.

Zweifelsohne: Für Scheeßel ist der Gewerbepark Ost in jeglicher Hinsicht ein Gewinn – nicht nur der Steuerkraft wegen oder der Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Um den Status eines Grundzentrums erhalten zu können, ist es wichtig, dass wir uns entwickeln“, betont Ulrike Jungemann. Sie wolle auf jeden Fall die benachbarten Unternehmen mit in die weiteren Planungen einbinden, indem denen, die gerne erweitern möchten, später vorrangig die Möglichkeit gegeben werden soll, in das neue Gewerbegebiet umzusiedeln. „Dann müsste man schauen, was man mit den Standorten macht, die freigeworden sind.“

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