Asylkreis Scheeßel sucht weitere ehrenamtliche Mitstreiter / Eingetragener Verein in Planung

Immer mehr Freiwillige wollen helfen

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Asyklkreis-Initiator Paul Göttert (rechts) freut sich sehr über die vielen Menschen in Scheeßel, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen oder bereits aktiv mitarbeiten.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ein offenes Herz für Menschen in einer Notsituation, aufrichtiges Interesse, Mitgefühl und Anteilnahme – Attribute, die ein Flüchtlingsbegleiter mitbringen sollte. Der Asylkreis Scheeßel sucht dringend weitere ehrenamtliche Mitstreiter, die Gemeinde nimmt demnächst schon doppelt so viele Menschen auf wie jetzt – und es werden noch mehr. Die Willkommenskultur soll erhalten bleiben.

Paul Göttert ist begeistert. Mehr als 40 Menschen sind ins Harmshaus der St.-Lucas-Kirchengemeinde gekommen, um sich über konkrete Möglichkeiten in der Flüchtlingsarbeit zu informieren. „Wir freuen uns sehr, dass sich so viele hilfsbereite Menschen engagieren wollen“, wandte er sich an die Anwesenden. Wir – das ist der Asylkreis Scheeßel, in dem Göttert und seine Mitstreiter bereits seit zwei Jahren Hilfe für Asylsuchende im Beeke-Ort anbieten. Doch inzwischen stößt die Initiative an ihre Grenzen, wie Franz Wenzel vom Asylkreis anhand von Zahlen deutlich machte. So lebten in der Gemeinde aktuell 120 Flüchtlinge. Bis Ende November würden weitere 80 Personen erwartet und bis zum Frühjahr seien dann noch einmal 160 Neuankömmlinge unterzubringen und zu betreuen.

„Wenn diese Zahlen realistisch sind, dann schaffen wir Ehrenamtlichen das nicht mehr“, betonte Göttert. Umso dringlicher sei es daher, die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe auf solide und strukturierte Beine zu stellen. Seiner Meinung nach sei der Bedarf an sozialer Arbeit so hoch, dass die Politik professionelles Personal zur Betreuung einstellen müsse.

Zahlreiche Arbeiten, erklärte er weiter, fielen für die im Asyklreis organisierten Ehrenamtlichen an. Ein wesentlicher Bereich stelle dabei der der Patenschaften dar. Eine andere Gruppe seien praktische Helfer, die Transport- oder Hausmeisterdienste erledigen, aber auch eine Fahrradwerkstatt betreiben oder das Möbel- und Geschirrlager in der Eichenschule.

Eine weitere Aufgabe sei der Flüchtlingsempfang. „Dabei geht es darum, eine Wohnung für unsere Neuankömmlinge vorzubereiten, und da zu sein, wenn sie einziehen“, erklärte Göttert. „Sie werden nämlich lediglich zur Wohnung gebracht und sind dort dann ganz allein. Da muss aber nach unserer Meinung ein Mensch vor Ort sein, der am besten auch noch ihre Sprache spricht und ihnen die ersten Schritte und Notwendigkeiten erklären kann.“

Auch beim Spracherwerb, bei der Integration in den Arbeitsmarkt sowie bei der Knüpfung öffentlicher Kontakte gelte es den Flüchtlingen zur Hand zu gehen. Am Ende listete Göttert acht Bereiche auf, an denen bereits während der Infoveranstaltung weitere Ehrenamtliche ihr Interesse bekundeten.

Ebenso informierte der Asylkreis-Initiator über einen gemeinnützigen Verein, den man demnächst gründen möchte. Unter dem Namen Flüchtlingshilfe Scheeßel könnten dann Spendengelder gegen Quittung angenommen werden. Die Gründungsversammlung sei für Montag, 16. November, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus vorgesehen.

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