In der Asservatenkammer der Beekscheepers lagern Utensilien aus 42 Jahren Vereinsgeschichte

Mit Trommeln aus Taiwan

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In der Schatzkammer: Beekscheeper Jörn Klee mit Sombrero statt Scheeßeler Trachtenhut.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ein länglicher Raum im Dachstuhl der Scheeßeler Grundschule: Regale und Schränke, so weit das Auge reicht, darin eingelagerte Utensilien aus aller Welt. Die Wände schmücken unzählige Wimpel, Wappen und Urkunden – Zeugnisse aus 42 Jahren Vereinsgeschichte. Nicht irgendeine Geschichte, sondern die der Tanz- und Trachtengruppe De Beekscheepers. Und die wird hier, hinter einer unauffälligen Tür mit der Aufschrift „Abstellraum“, lebendig.

„Wo steckt die nur in aller Welt?“ – Jörn Klee kommt aus dem Suchen nicht heraus. Irgendwo im Flaggenarchiv der Beekscheepers muss sie sein, die französische Trikolore. Die soll in zwei Wochen beim Internationalen Beeke-Festival gehisst werden – quasi als weithin sichtbares Signal dafür, dass während der Großveranstaltung auch Gäste aus Martinique in Scheeßel weilen. „Ah, da ist sie ja!“, ruft der Beekscheepers-Chef im Ruhestand.

Obwohl, Ruhestand trifft für den 50-Jährigen nicht ganz zu. Obwohl er den Vorsitz Anfang des Jahres in die Hände von Klaus Bödecker gelegt hat, bleibt für ihn in diesen Tagen jede Menge zu tun, von seinen Vereinskollegen ganz zu schweigen. Da gilt es für die Gastgeber von immerhin sieben aus aller Welt stammenden Folkloregruppen nicht nur, den einen oder anderen Tanzschritt aufzufrischen oder die anmutigen Scheeßeler Trachten auf Hochglanz zu polieren, Auch die Gastgeschenke, wie so oft Original Scheeßeler Blaudrucke, haben bei den Traditionspflegern einen hohen Stellenwert und wollen – ganz im Sinne der Völkerverständigung – zusammengestellt werden.

Und die finden sich in der vereinseigenen Asservatenkammer – Klee bevorzugt den Begriff „Schatzkammer“ – neben Trachten, Broschüren, Akkordeons, Technikequipment, DVDs und Büchern ebenso wie die Präsente, die den Beekscheepers während ihrer unzähligen Aufenthalte im Ausland zuteil geworden sind.

Noch in den Neunzigerjahren lagerten die Utensilien verstreut in den Heimstätten der Vorstandsmitglieder. „Schon damals platzte unsere Sammlung aus allen Nähten“, erinnert sich Klee. Ein Raum musste her – nicht zu klein und wegen der teils wertvollen Textilien mit möglichst optimalen klimatischen Bedingungen. Fündig wurde die Trachtengruppe in der Grundschule. Das war vor 15 Jahren. In Eigeninitiative bauten die Mitglieder einen Teil des Dachbodens aus. Boden, Decke, Wände – alles musste hergerichtet werden. „Ein Kraftakt, nicht nur in finanzieller Sicht“, erinnert sich der Versicherungskaufmann. Daneben fanden die Beekscheepers – nur eine Tür weiter – ein Domizil für ihre regelmäßigen Vorstandstreffen.

„Die da stammen aus Georgien“, sagt Klee und weist auf einen Haufen aus Schilden und Schwertern. Ein Regal weiter lagern Sombreros aus Mexiko und Trommeln aus Taiwan – „alles Aufmerksamkeiten unserer internationalen Freunde“, bemerkt er schmunzelnd.

In einer Glasvitrine reihen sich Puppen, Vasen und Tassen aneinander – „diese Gastgeschenke fanden wir besonders schön“, erklärt der Scheeßeler.

Und die Trachten, ob original oder nachbestellt? Die hängen feinsäuberlich an Kleiderständern, dazu stehen in einer Ecke des Raumes geschätzte 100 Paar Schuhe. Besonders stolz, so der Beekscheeper, sei man auf die Plissiermaschine Marke Eigenbau. „Mit der lassen sich Trachtenteile in ganz feine Falten legen“, erläutert Jörn Klee. Bis zum Beeke-Festival wird das Gerät nun wohl wieder öfters zum Einsatz kommen.

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