Arbeiten an der neuen Krippe in Containermodulen liegen voll im Zeitplan

Spielen auf 400 Quadratmetern

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Krippenleiterin Susanne Glüs, Gemeinde-Architekt Udo Drees (rechts) und Tischler Hannes Dreyer besprechen die Anbringung der Wickeltische – Bohrungen sind an den meisten Stellen tabu.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Krippenleiterin Susanne Glüs und Gemeindearchitekt Udo Drees stehen vor dem Gebäude und staunen: Wo vor gut zwei Wochen 28 Container – oder besser: „Wohnmodule“, wie es fachlich korrekt heißt, auf acht Lastern angeliefert wurden, steht heute eine nahezu fertige Krippe. Der Plan der Gemeinde, schnell auf den gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren zu reagieren, scheint aufzugehen.

In den vergangenen zwei Wochen ist am Speckfeldweg hinter der Eichenschul-Sporthalle und nur einen Steinwurf vom „Zwergennest“ entfernt, eine Anlage mit 420 Quadratmetern entstanden. Dort sollen ab Anfang Oktober bis zu 30 Kleinkinder in zwei Gruppen ein Zuhause auf Zeit finden.

Wenn man die „mobile Krippe“ betritt, die die Gemeinde für maximal drei Jahre gemietet hat, hat man – von der gewöhnungsbedürftigen Außenansicht einmal abgesehen –, fast das Gefühl, in einem herkömmlichen Gebäude zu stehen: Ein breiter Flur, von dem die insgesamt zwölf Räume abzweigen – darunter Ruheräume, ein Essraum mit großzügiger Küche und ein Personalraum – auf dem Fußboden Laminat. Die Schallschutzelemente an den Decken zur Dämmung fallen kaum auf. Die Bäder mit Dusche und behindertengerechtem WC sind werksseitig vorgesehen, und auch die Zwergen-Toiletten längst eingebaut.

Udo Drees, der sich im Vorfeld bereits ähnliche Projekte desselben Anbieters in Bremen angesehen hatte, ist nach wie vor begeistert: „Die Aufenthaltsräume sind sogar mit Fußbodenheizung ausgestattet. Immerhin müssen die in Tschechien gefertigten Module den üblichen Anforderungen an Brandschutz, Fluchtwege und Barrierefreiheit erfüllen. Das hätten wir mit einem Neubau nie in einer so kurzen Zeit hinbekommen!“

„Zwergennest“-Leiterin Glüs, zu deren Einrichtung die beiden neuen Gruppen gehören werden, ist erleichtert über die kurzfristige Realisierung: „Ich habe mit vielen Eltern engen Kontakt, die auf die Betreuungsplätze angewiesen sind – da sind schon Schicksale dabei!“

In der übernächsten Woche, so verspricht der Verantwortliche der Firma Algeco, Detlef Rüping, soll die Schlüsselübergabe erfolgen. „Bis dahin werden Restarbeiten erledigt und eine Grundreinigung vorgenommen.“ Eingeräumt werde ein Teil der Möbel aber schon vorher, so Gemeindevertreter Stefan Behrens. Er freut sich, dass die Erfahrungen, die man bei der Einrichtung des Zwergennestes gesammelt habe, zum Tragen kommen: „Viele Möbel und Spielgeräte konnten wir Eins zu Eins so in der Planung übernehmen und bestellen.“ Insofern habe man das Projekt ziemlich genau kalkulieren können. „Einige Punkte konnten wir sogar verbessern“, ergänzt Glüs, „zum Beispiel bei den Hochstühlen oder einer Linoleumbeschichtung für den Esstisch, damit die Becher nicht so laut klappern.“

Was nach der Pflasterung für die Zuwegung und dem aufwändigen Legen von Strom und Wasser noch fehlt, sind Restarbeiten: „In dieser Woche werden Zäune aufgestellt und die Außenanlagen mit Nestschaukel, Rutsche und Sandkasten errichtet“, so Drees.

Die sieben zusätzlich eingestellten Erzieherinnen, die derzeit in Konzept und Krippenalltag eingeführt werden, stehen in den Startlöchern, um beim Einrichten und Einräumen zu helfen. Einziges Manko: Nägel dürfen nicht in die Wände – „da muss dann Tesafilm her“, sagt „Zwergennest“-Leiterin Susanne Glüs schmunzelnd.

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