Appell an Bürger über 16 Jahre in der Samtgemeinde Bothel: „Machen Sie mit“

Krebsumfrage: Zwei Drittel der Antworten fehlen noch

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Hofft auf viele Rückantworten: Dr. Frank Stümpel.

Bothel - Von Jens Wieters. 6790 Einwohner der Samtgemeinde Bothel über 16 Jahre haben in den vergangenen Tagen einen Fragebogen vom Landkreis bekommen, um mitzuhelfen, mögliche Ursachen für die erhöhte Zahl von Krebsfällen im Bereich der Samtgemeinde zu finden. Bis gestern hatten 2233 Bürger den Fragebogen zurückgeschickt. „Ich appelliere dringend an alle anderen, mir ebenfalls die Rückantwort zu schicken“, sagt Dr. Frank Stümpel, Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises.

Denn nur mit einer ausreichenden Datenmenge könnten möglicherweise Rückschlüsse auf die Ursachen der Erkrankungen gezogen werden, so Stümpel, der nicht müde wird zu betonen, dass alle Angaben der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. „Unmittelbar nach Abschluss der Untersuchungen werden alle Angaben natürlich gelöscht. Wir brauchen aber unbedingt die Mithilfe aller Angeschriebenen, um die Sache aufzuklären, sonst haben wir kaum eine Chance.“

Bekanntlich wurde bei einer Auswertung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) eine Häufung von bestimmten Krebsformen bei älteren Männern in der Samtgemeinde für den Zeitraum von 2003 bis 2012 festgestellt. Bei zwölf ausgewerteten Diagnosegruppen zeigte sich eine auffällige Häufung für Leukämien und Lymphome. Statt der für diesen Zeitraum zu erwartenden 21 Fälle wurden 41 beobachtet, was statistisch als eine signifikante Erhöhung einzustufen ist.

Vor der behördlichen Aktivität hatte eine private Umfrage einer Bürgerinitiative aus dem Bereich Hemslingen/Söhlingen den Landkreis auf die erhöhten Zahlen aufmerksam gemacht. Von der Initiative wurde gemutmaßt, dass Erdgasförderung und die damit verbundenen Arbeiten ursächlich sein könnten.

Bei der jetzt vom Gesundheitsamt initiierten Befragung sollen die bislang nicht namentlich bekannten Bürger identifiziert werden, bei denen seit 1995 eine Leukämie oder ein Lymphom festgestellt wurde. Damit würden auch Fälle zusätzlich neu erfasst werden, die dem EKN bei seiner Auswertung 2003 bis 2012 nicht vorlagen.

Der Fragebogen ist ganz einfach auszufüllen, denn es müssen nur kurze Angaben zur eigenen beziehungsweise in der Verwandtschaft vorkommenden Erkrankung gemacht und Fragen zum Wohnort und zum Arbeitsplatz beantwortet werden.

Die kostenfreien und bereits mit einem Adressaten versehenen Rückantworten sollten bis zum 1. Dezember das Gesundheitsamt in Rotenburg erreichen: „Wenn es ein paar Tage später wird, ist es auch nicht schlimm. Hauptsache wir bekommen möglichst viel Post“, so Dr. Stümpel.

Auch Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle wird nicht müde, seine Mitbürger zum Mitmachen zu animieren: „Ob bei den Senioren oder bei den Feuerwehren, überall werbe ich für die Aktion, denn sonst wird es schwierig, die Ursachen zu erforschen.“

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