Anwohner der Westerveseder Kathekerstraße sind genervt

Ein gebeuteltes Stück Fahrbahn

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Tatort Kathekerstraße: Wer hier mit seinem Auto durchfährt, wähnt sich mittlerweile in einer Schlammschlacht.

Westervesede - Die Anwohner der Westerveseder Kathekerstraße sind genervt: Seit Monaten schon dient „ihre“ sonst eher beschauliche Straße als Hauptverkehrsstrecke zwischen Wester- und Ostervesede.

Grund sind die anhaltenden Bauarbeiten für die neue Ortsdurchfahrt im Nachbardorf. Selbst tonnenschwere Landmaschinen rollen seit Beginn der Maisernte regelmäßig über den Asphalt – und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung.

„Für solche Lasten ist die Straße einfach nicht gebaut“, moniert Ortsbürgermeister Ralf Jürges. Er weiß um die Stimmung unter den Anliegern, hegt Verständnis für deren Aufregung, was er auch während der jüngsten Ortsratssitzung zum Ausdruck brachte. Dafür, dass für schwere Gefährte offenbar kurzfristig Sondergenehmigungen erteilt worden seien, könne auch er nur mit dem Kopf schütteln. „Wenn da vor meiner Haustür ständig 30-Tonner rauf und runter fahren würden, wäre ich auch nicht begeistert.“

Einer, dem der Zorn während der Sitzung ins Gesicht geschrieben stand, war Anwohner Rainer Bassen. „Ich bin es einfach satt, dass der Landkreis, die Gemeinde und die ausführende Baufirma als Projektbeteiligte die Verantwortung hin und her schieben und mit dem behördlichen Satz ,uns sind die Hände gebunden‘ uns Betroffene abbügeln und keinen echten aktiven Lösungswillen zeigen“, meldete sich der Westerveseder lautstark zu Wort. Ihm zufolge gehe Prävention vor Eskalation, „das möchte ich allen Beteiligten zum Nachdenken für‘s nächste Mal auf den Weg geben“.

„Ein Stück weit nachvollziehen“, das könne Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele den Groll unter den Anwohnern durchaus. Eine bei sich liegende Schuld sieht sie jedoch nicht. „Klar war, dass es nicht leicht werden würde, im Zuge der Baumaßnahme den Umleitungsverkehr zu koordinieren. Das ist aber auch Aufgabe des Landkreises.“

Fakt ist: Ab kommender Woche sollen die bereits seit mehr als einem Jahr andauernden Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt soweit abgeschlossen sein, dass der aus Westervesede kommende Verkehr über die Kreisstraße 212 nach Ostervesede wieder rollen kann – zumindest einseitig. „Damit tritt dann auch eine deutliche Erleichterung an der Kathekerstraße ein“, prognostizierte die Gemeindebürgermeisterin.

Für Rainer Bassen steht fest: Sobald diese Regelung in Kraft tritt, müsse die Gemeinde handeln und so noch vor Einbruch des Winters die durch das erhöhte Verkehrsaufkommen stark in Mitleidenschaft gezogenen Seitenräume der Kathekerstraße wieder instand setzen. „Ansonsten bekomme ich jede Woche eine Gratis-Marke für die Autowäsche“, bemerkte er angesichts des schlammigen Untergrundes augenzwinkernd.

Eine Forderung, von der sich Käthe Dittmer-Scheele unbeeindruckt zeigte: „Wir machen das dann, wenn wir es für sinnvoll erachten.“ Soll ihren Worten nach heißen: „Erst, wenn die Ortsdurchfahrt vollends fertiggestellt ist, werden wir die Straße soweit herrichten, dass sie im vernünftigen Zustand ist – und zwar ohne dass wir die Anlieger dafür finanziell zur Rechenschaft ziehen.“

Angesichts dieser Baustellen-Arie sprach Ortsbürgermeister Jürges am Ende wohl allen Anwesenden aus dem Herzen: „Ich hoffe, dass das mit der Großbaustelle endlich mal zügig vorangeht.“

lw

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