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Amtsantritt: Wie Ulrike Jungemann den ersten Tag als Scheeßels Bürgermeisterin erlebt hat

Der Kalender ist voll und die neue Bürgermeisterin hoch motiviert. Ulrike Jungemann ist am Montagmorgen im Scheeßeler Rathaus eingetroffen und in ihr neues Amt an der Spitze von Politik und Verwaltung gestartet.
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Der Kalender ist voll und die neue Bürgermeisterin hoch motiviert. Ulrike Jungemann ist am Montagmorgen im Scheeßeler Rathaus eingetroffen und in ihr neues Amt an der Spitze von Politik und Verwaltung gestartet.

Scheeßel – „Ulrike Jungemann“ ist auf dem Schild links neben der Tür auf der oberen Rathaus-Etage zu lesen. Darunter: „Bürgermeisterin“. Kurz angeklopft, ins Büro eingetreten – und da sitzt die neue Verwaltungschefin auch schon hinter ihrem Schreibtisch, freundlich lächelnd, mit einem wirklich fantastischen Ausblick auf die Kernortmitte. Erst am Montag hat Jungemann ihren Dienst als Scheeßels hauptamtliche Bürgermeisterin aufgenommen. Ob die frühere Regionalplanerin beim Landkreis die Nacht davor gut geschlafen habe? „Sehr gut sogar, ich bin zwar früh wach geworden, aber nervös war ich nicht“, sagt die 50-Jährige.

Spätestens seit Sommer 2020, nachdem die CDU sie offiziell zu ihrer Kandidatin gekürt hatte, stand fest: Jungemann möchte in der Einheitsgemeinde, nach der Ära Käthe Dittmer-Scheele, Bürgermeisterin werden. Da glich die Wahl im vergangenen September, zu der sie konkurrenzlos angetreten war, fast nur noch einer reinen Formsache. Knapp 78 Prozent der Wählerschaft stimmte damals pro Jungemann – ein Ergebnis, das für sich spricht.

Am Dienstagnachmittag sitzt sie nun beim Gespräch mit der Kreiszeitung im Chefinnen-Sessel und plaudert über das Erlebte vom Vortag. Darüber, dass das komplette Verwaltungsteam ihr im großen Sitzungssaal einen herzlichen Empfang bereitet habe, mit Applaus und warmen Worten, habe sie sich natürlich gefreut. „Das war eine sehr schöne Überraschung und nimmt einem auch ein bisschen die Angst, so viele neue Leute zu treffen.“ Zuvor sei sie von Stefan Behrens, ihrem Allgemeinen Vertreter, um Punkt Viertel vor acht, wie verabredet, vor der noch verschlossenen Rathaustür abgeholt worden – „denn einen eigenen Schlüssel hatte ich bis dato noch nicht“. Das erste Aufeinandertreffen mit der versammelten Mannschaft habe sie auch gleich dazu genutzt, kundzutun, welche persönlichen Ansprüche sie habe: „Dass wir uns in den nächsten Tagen erstmal kennenlernen möchten, mir ganz viel an einem wertschätzenden Verhältnis gelegen ist und dass man doch eben ganz klar sagt, was einem wichtig ist.“ Ein Frühstück für die Mitarbeiter wolle sie zu ihrem Einstand noch ausgeben.

Und was galt es nun am ersten Tag im Amt konkret für sie zu tun, bis auf eine Hausführung mit Kurzvisiten in den einzelnen Fachbereichen? „Erst mal haben Herr Behrens und ich ganz viele Formalitäten abgesprochen, sind gemeinsam die Post durchgegangen und haben gemeinsam auf den Kalender geschaut, welche Termine anstehen.“ Was Letzteres betrifft, geht es für Jungemann auch schon gleich ans Eingemachte: So hat sie bereits heute Abend ihren ersten großen Auftritt auf der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates, wo sie vom Ratsältesten im Amt vereidigt wird. „Und nächste Woche stehen ja auch schon die ersten sich konstituierenden Ortsräte an, da werde ich natürlich auf jeder Veranstaltung dabei sein“, sagt sie.

Ich finde es schwierig, zu sagen: Das sind meine ersten 100 Tage.

Scheeßels neue Bürgermeisterin Ulrike Jungemann, CDU

Ganz ohne Rücksprache mit der Amtsvorgängerin zu halten, sei der Wechsel indes nicht vonstatten gegangen, im Gegenteil. Jungemann berichtet von zwei längeren Gesprächen unter vier Augen, in denen beide Frauen sich darüber ausgetauscht hätten, welche Themen denn noch so auf dem Zettel stünden. Ein guter, ein fruchtbarer Austausch, wie die Neu-Bürgermeisterin rückblickend befindet. „Ich habe viele Fragen, die ich im Wahlkampf aus meinen Haustürgesprächen und Ortsterminen mitbringen konnte, mit ihr angesprochen.“ Gemeinsam habe man sich dann angeschaut, ob das ein oder andere in der Vergangenheit möglicherweise nicht etwa schon mal politisch behandelt worden war oder nicht.

Es sollte nicht die letzte Begegnung zwischen der Alt- und der Neubürgermeisterin sein, trafen sich beide Ende vergangener Woche bei Dittmer-Scheeles offizieller Verabschiedungsfeier in Wittkopsbostel doch wieder. „Dass sie mir bei der Gelegenheit vor allen Leuten noch alles Gute gewünscht und betont hat, ich würde ein tolles Haus übernehmen, fand ich wirklich nett!“

So weit die Gegenwart. Was aber hat sich Ulrike Jungemann für die ersten 100 Tage im hohen Amt alles vorgenommen? Was möchte sie umsetzen? Die 50-Jährige wiegelt ab: „Ich finde es schwierig, zu sagen: Das sind meine ersten 100 Tage. Für mich hat es tatsächlich höchste Priorität, dass ich die Leute in der Verwaltung ordentlich kennenlerne, wir einen Austausch haben und ich nicht sofort mit festen Aufgaben daherkomme.“

Spricht‘s und schaut auf die Uhr. Es ist kurz vor drei Uhr. Höchste Zeit, die Beine in die Hand zu nehmen. Nebenan, im Sitzungssaal des Rathauses, tagt gleich der Seniorenbeirat der Gemeinde Scheeßel. „Da möchte ich mich auf jeden Fall noch blicken lassen, aber nur kurz – einen Termin bei der Sparkasse habe ich heute nämlich auch noch.“

Beim Verlassen ihres Arbeitsplatzes geht Jungemann an einem gerahmten Bild vorbei. Es ist das einzige Kunstwerk an der Wand – nicht etwa eines, das sie selbst mitgebracht hat, sondern „ein Dienstbild“, wie sie es nennt. „In meinem alten Büro im Kreishaus hatte ich noch meine ganzen Karten rund ums Regionale Raumordnungsprogramm hängen“, erzählt sie. „Die werde ich aber natürlich hier nicht mehr gebrauchen können.“ Wohl wahr.

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