Standortfrage geklärt

Altglascontainer verschwinden

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Die Appelle haben nichts genützt: Der regelmäßig von Müllsündern heimgesuchte Wertstoffcontainerplatz am Jeersdorfer Kreisel wird aufgelöst. 

Jeersdorf - Von Lars Warnecke. Jahrelang gehörte sie zum Jeersdorfer Ortbild wie das Amen in der Kirche: die wilde Müllkippe auf dem Wertstoffcontainerplatz. Massive Verschmutzungen der Altglas- und Kleidersammelstelle durch andere Abfälle waren am Verkehrskreisel quasi an der Tagesordnung. Doch damit soll nun endlich Schluss sein. Der Standort wird verlegt.

Was lange währt, wird endlich gut? Der Ortsrat jedenfalls verspricht sich viel davon, die Glascontainer an der Hetzweger Straße (L 131) endlich aus dem Blickfeld von Müllsündern verschwinden zu lassen. Die hatten im Vorbeifahren mal eben schnell in einem unbeobachteten Moment ihren Unrat zwischen den Behältern abgeladen: Möbel, Farbeimer, verschimmelter Hausmüll, Bauschutt, Exkremente – immer und immer wieder. Erwischen konnte man die Übeltäter – im Ort spricht man von auswärtigen „Mülltouristen“ – allerdings nie.

Nun also, nachdem man sich jahrelang die Köpfe zermartert hatte, wie man der Sache habhaft werden könnte, gibt es einen ersten Vorstoß: Die Glascontainer ziehen um, vom Kreisel auf das Sportgelände des SV Jeersdorf am Luhner Weg. Das ist das Ergebnis von Gesprächen, die der Ortsrat mit den Sportlern in den vergangenen Wochen geführt hatte. „Wir machen das gerne möglich“, erklärte SV-Vorsitzender Frank Rathjen während der jüngsten Ortsratssitzung Ende vergangener Woche, „aber nicht, weil wir dafür ein Pachtgeld bekommen – die paar Groschen sind nicht der Rede wert –, sondern weil wir Jeersdorfer sind und das gerne für die Ortschaft erhalten möchten“.

"Abfallentsorgung Aufgabe des Landkreises"

Dabei, betonte der stellvertretende Ortsbürgermeister Jürgen Wahlers, sei es noch nicht einmal zwingende Aufgabe der Jeersdorfer, solche Container für die Öffentlichkeit aufzustellen. „Die Abfallentsorgung ist ganz klar Aufgabe des Landkreises, dankenswerterweise übernimmt das nun unser Sportverein – einer hilft dem anderen.“

Tatsächlich ist der Vorstoß einer Standortverlegung noch einem weiteren Grund geschuldet. Denn, so Joachim Köhnken von der Gemeinde, sei es laut dem Landkreis als sogenannter Straßenbaulastträger aus Sicherheitsgründen überhaupt nie zulässig gewesen, die etablierte Sammelstelle am Kreisel vorzuhalten, weil dort Dreck und andere Gegenstände auf die Fahrbahn gelangen könnten. Eine entsprechende Anweisung, den Standort baldmöglichst zu schließen, sei der Verwaltung mittlerweile auch ins Rathaus geflattert.

Ernüchternd seien laut dem Bauamtsleiter die Bemühungen seitens der Gemeinde gewesen, die Scheeßeler Discounter beim Aufstellen der Glascontainer auf deren Grundstücken in die Pflicht zu nehmen. Auch diese Option, die auf das Verursacherprinzip abzielt, hatte der Ortsrat in der Vergangenheit schon ins Spiel gebracht, „aber alle Märkte haben abgelehnt“, so der Verwaltungsmann.

Auf Dauer am Sportplatz?

Ende gut, alles gut also? Nicht ganz. Für Gert Flöge, der als Zuhörer der Ortsratssitzung beiwohnte, stelle der neue Standort am Sportplatz jedenfalls den denkbar ungünstigsten dar. „So eine Sammelstelle muss doch viel zentraler sein und nicht derartig versteckt, dass nur motorisierte Leute, nicht aber etwa die Oma mit dem Rollator sie erreichen können“, befand der Jeersdorfer. Dem widersprach Joachim Köhnken: Gerade weil die Container zukünftig nicht mehr von jedem sofort gesehen würden, sei die Wahrscheinlichkeit, dass es so weniger zu Vermüllungen komme, geringer, machte er deutlich.

Ob die Container künftig auf Dauer am Jeersdorfer Sportplatz stehen werden, bleibt abzuwarten. Köhnkens Idee, im Zuge der Ausweisung neuer Baugebiete gleich von vornherein einen Wertstoffcontainerplatz im Bebauungsplan festzusetzen, fand im Ortsrat jedenfalls breite Zustimmung. „Allerdings müssen wir damit rechnen, dass die Anlieger dann wieder Probleme machen“, gab er sicherheitshalber schon mal zu bedenken.

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