Museumsfest erweist sich einmal mehr als Publikumsmagnet

Altes Handwerk hat goldenen Boden

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„De Beekscheepers“ machten mit ihren traditionsreichen Tänzen auf sich aufmerksam.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. „Handwerk hat goldenen Boden“, sagt der Volksmund. Mit Blick auf das Museumsfest müsste es aber wohl richtiger heißen: „Altes Handwerk hat goldenen Boden.“ Denn einmal mehr erwies sich die Traditionsveranstaltung am Maifeiertag auf dem Meyerhof- und Heimathausgelände als Publikumsmagnet: Die Organisatoren vom Heimatverein zählten mehr als 1500 Besucher.

Den wohl weitesten Weg hatten sicher Katharina (8) und Tom (13). Die Geschwister leben in Colorado, besuchen gerade ihre Scheeßeler Großmutter. Drei Monate lang bleiben sie, um vieles aus Deutschland kennenzulernen – und die Sprache zu verinnerlichen. Vergangenheit, ja die gäbe es natürlich auch in Amerika anzusehen, aber eben nicht so groß und so toll wie bei diesem Fest. „Heute kann man hier Spaß haben und gleichzeitig etwas lernen“, sind sich die beiden einig.

Den Auto-Kennzeichen zufolge mussten es Besucher aus der kompletten Region gewesen sein, die den Tag über das vielseitige Angebot rund um Brauchtumspflege wahrnahmen. So wie Hannelore Melchior aus dem Kreis Verden. Sie probierte das Weben aus, Ehemann Egon schaute fasziniert zu. „Wir hatten von dem Fest in der Zeitung gelesen. Gerade haben wir uns schon das Folkloreprogramm angeschaut und gleich gibt es noch frischen Butterkuchen aus dem Steinbackofen“, freute sie sich. Die Veranstaltung mache einen sehr positiven Eindruck und sei einen Besuch wert.

Die Ehrenamtlichen, rund 300 aus den reihen des Heimatvereins waren an diesem Tag im Einsatz, hatten mit jeder Menge Herzblut zum Gelingen des Festes beigetragen. Viele Handwerke mit historischen Vorführungen und geschichtliches Wissen kamen zu „Worte“.

So zeigten nicht nur Reepschläger, Reetdachdecker, Schuster und Schmiede ihr Können, auch die Blaudrucker gingen fleißig zu Werke. Mit Model und Indigo wurden Muster auf die Stoffe gezaubert. Und während einige Besucher durch Hammerschläge und offenes Feuer in die Schmiede gelockt wurden, schauten andere Gäste beim Schnapsbrennen zu.

Mitten im Menschengetümmel steht Uwe Wahlers. Kurz angebunden sei er, sagt der Vereinsvorsitzende. Schließlich gelte es gleich noch die Gewinner einer Museumsrallye zu küren. Nur soviel ist ihm auf die Schnelle zu entlocken: „Es hat wieder einmal alles reibungslos geklappt – mein Dank gilt allen Helfern, ohne die wir dieses Fest nicht hätten über die Bühne bringen können.“

A propos Bühne: In den Nachmittagsstunden machten „De Beekscheepers“ mit folkloristischen Tänzen auf sich aufmerksam. Da schnellten die Handys vieler Zuschauer in die Höhe, als die Trachtengruppe unter zünftiger musikalischer Begleitung auf dem Parkett neben dem Meyerhof ihr Repertoire darboten.

Museumsfest in Scheeßel

Zu der Zeit hatten die Jagdhornbläser des Scheeßeler Hegerings die erlebnisreiche Zeitreise schon längst eröffnet, gefolgt von Einlagen des Posaunen- und des Männerchores, der „Heidjer Dörpsmuskanten sowie – und das war eine Premiere – der Schulmusikanten als jüngste Abteilung des Heimatvereines.

Eine Ausstellung historischer Trecker, eine Mäh-Aktion an der Sense mit der Original Scheeßeler Trachtengruppe, kulinarische Köstlichkeiten wie Knipp und Hochzeitssuppe sowie ein Wunschlos-glücklich-Programm für die kleinen Besucher rundeten das Fest ab.

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