Altersübergreifende Gruppen in den Kitas: Mehrheitsgruppe will Möglichkeiten geprüft wissen

Tür auf, Kinder rein, Tür zu?

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Werden in den Kitas künftig Krippen- und Kindergartenkinder unter einem Dach betreut? Die Ratsmehrheit will das nicht ausschließen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Die Fronten sind verhärtet: Vor dem Hintergrund schwacher Auslastungen in den Dorfkindergärten will die Ratsmehrheit mit SPD, Grünen und Gruppe 57 von der Gemeindeverwaltung geprüft wissen, inwiefern altersübergreifende Betreuungsgruppen eingeführt werden können und was dazu notwendig ist. Die Union, war von den Fraktionsmitgliedern in der jüngsten Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses zu vernehmen, sieht den Antrag skeptisch. Von Qualitätsverlust war gar die Rede.

Die Einrichtung einer weiteren Krippengruppe am Scheeßeler Sperlingsweg mit Containern als Übergangslösung – beides ist sicher nur einer von vielen weiteren Schritten, die die Politik in Zukunft noch gehen muss, um angemessen auf die steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen in der Einheitsgemeinde zu reagieren. Wie so ein weiterer Schritt aussehen kann, legte Wolfgang Kirchstein (SPD) als Antragssteller dar: „Wir begrüßen die Einrichtung weiterer Krippengruppen als Entlastungsmöglichkeit für Zuwächse, die in der Gemeinde stattfinden, dennoch sollte ergebnisoffen im Kernort und auf den Dörfern gesucht werden – wobei die Dörfer aufgrund freier Kapazitäten sicher die bessere Variante wäre.“ Kirschstein sprach von unkonventionellen Wegen, die zu gehen seien und appellierte, die Prüfung ergebnisoffen durchzuführen, um dann zu entscheiden.

Dass die kurzfristige Schaffung von 30 neuen Krippenplätzen mit den Containern sicher nicht das Ende der Lösung sein werde, betonte Ralf Münkel (Gruppe 57): „Ich halte es für richtig, darüber nachzudenken.“ Ihm zufolge solle nicht nur in Neu- und Anbauten investiert werden, sondern auch in den Erhalt bestehender Bausubstanz. „Und gerade auf den Dörfern wird man darüber nachdenken müssen, die eine oder andere Liegenschaft sinnvoll nachzurüsten“, so Münkel.

Dass das Prinzip „Tür auf, Kinder rein, Tür zu“ nicht so einfach funktioniere, gab Fachbereichsleiter Frank Thies zu Protokoll. In gemischte Altersgruppen würden Kinder von elf Monaten bis zum sechsten Lebensjahr gemeinsam betreut. „Wir reden davon, Kindergartengruppen mit Krippenkindern aufzufüllen – also müsste man das räumliche Konzept und auch das Personal an die neuen Gegebenheiten anpassen.“Seiner Einschätzung nach stünden die dadurch verursachten Kosten und der pädagogische Nutzen in keinem Verhältnis.

Das sieht auch die CDU ganz ähnlich. Sie warf die Frage auf, wie man den qualitativen Anspruch in eingruppigen Einrichtungen bei einer solchen Altersdifferenz überhaupt bewerkstelligen könne. „Wenn wir die über fünf Jahre gemeinsam betreuen, bräuchten wir eine innere Differenzierung in mindestens zwei Gruppen“, äußerte sich Reinhard Frick. „Wie das auf den Dörfern räumlich zustande zu bringen ist, erscheint mir schleierhaft.“ Und der Hetzweger holte noch weiter aus: So sei an sich schon das Dorf als Krippenstandort eine fragwürdige Angelegenheit, würde der Schwerpunkt der Platznachfrage bedingt durch die Baugebiete und Arbeitsplätze doch im Kernort liegen.

So festgefahren die Meinungen auch sind, am Ende gehe es doch zunächst nur um eine Prüfung, brachte sich Kirsten Holsten (SPD) in die Debatte ein. Und auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele meldete sich Wort: „Sie können natürlich etwas anderes entscheiden, als wir vorschlagen“, wandte sie sich an die Politiker. „Nur aus unserer Sicht spielt vieles dagegen.“

Die Mehrheitsgruppe hielt schlussendlich an ihrem Prüfantrag fest – nun hat die Verwaltung ihre Hausaufgaben zu machen.

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