Dr. Ilka Rath richtet eindringlichen Appell an Senioren in Westervesede

„Alter ist etwas Schönes“

Seniorenkreisleiterin Helga Kröger (l.) freute sich mit Referentin Dr. Ilka Rath über ein volles Haus im DGH Westervesede. - Foto: Ujen

Westervesede - „Finden Sie sich nicht mit Ihren Beschwerden ab, sondern werden Sie aktiv.“ Diesen Appell richtete Dr. Ilka Rath an die Westerveseder Senioren. An die 80 Interessierte waren auf Einladung von Seniorenkreisleiterin Helga Kröger ins örtliche Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um den Vortrag über gesundes Älterwerden zu hören. Die Neurologin, die seit ihrem Ruhestand beratend in Kliniken in Bremen und Schneverdingen tätig ist, nahm kein Blatt vor den Mund, bezog die Gäste direkt mit ein und machte ihnen Mut: „Alter ist etwas Schönes und Normales, und jeder hat die Möglichkeit, das Beste daraus zu machen.“

Durch die günstigen Lebensumstände mit allgemeinem Wohlstand und ohne Krieg, guter Ernährung und medizinischer Versorgung sei heute ein hohes Alter bis zu 90 Jahren ohne Weiteres erreichbar. „Es ist nun mal so, der Körper altert, man kann diesen Prozess zwar nicht aufhalten, aber günstig beeinflussen: „Wichtig sind die großen ,L‘ wie Lesen, Lernen, Laufen, Lachen, aber auch Loslassen“, so die 70-Jährige, die sich täglich mit ihren Hunden bis zu zehn Kilometern an der frischen Luft bewegt. Nicht wegen Beschwerden auf dem Sofa sitzen bleiben, denn Muskeln würden auch im Alter nachwachsen und die Gelenke geschmeidig halten.

Neben regelmäßigen Impfungen gegen Grippe, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Pneumokokken empfahl Rath den Senioren, bei akutem Leistungsabfall ihre D3- und B12-Werte überprüfen zu lassen und auch offen mit dem Arzt über die Zahl der Medikamente zu sprechen.

Der Mensch käme mit 100 Milliarden Nervenzellen zur Welt – nach dem Höhepunkt im Alter von 20 Jahren würden diese allmählich wieder abgebaut, was unter anderem zu einem langsameren Lernen und einer nachlassenden Funktion der Sinnesorgane wie Hören oder Sehen führe. Dieses sei ganz normal, führe aber fälschlicherweise oft zu einer Annahme wie: „Ja, Opa wird tüdelig – er hat Demenz.“ Dabei habe Opa nur nichts verstanden, und ein Hörgerät würde ihm vielleicht schon helfen.

Demenz käme zwar im Alter häufiger vor, sei aber eine ureigene Krankheit und habe nichts mit dem normalen Altern zu tun. Deshalb sei es kein unausweichliches Schicksal, dass man im Alter unweigerlich daran erkranke – umso wichtiger sei es aber, die Nervenzellen beweglich zu halten, sich an frischer Luft zu bewegen, soziale Kontakte zu pflegen und das Gehirn, beispielsweise durch Rätselraten, zu trainieren. - uj

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