Thomas Gruß aus Ostervesede schwärmt von seinen Tieren

Alpakas als Rasenmäher

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Die Alpakas von Thomas Gruß sind seine Leidenschaft und Wollelieferanten. 

Ostervesede - „Wenn ich nur drei Minuten in die großen gutmütigen Augen von einem Alpaka schaue, bin ich ihrem Charme erlegen“, schwärmt Thomas Gruß aus Ostervesede, der inzwischen sechs Alpakas hält.

„Es war irgendwo in Mitteldeutschland im Jahre 2004, als ich eine Farm besichtigte. Ich war begeistert und löcherte den Halter der Tiere mit Fragen. Als ich dann nach Hause zurückkam und erzählte, dass ich mir vorstellen könnte, solche Tiere anzuschaffen war die prompte Antwort natürlich: ,Du spinnst doch total‘.“

Die Idee reifte trotzdem, Gruß besuchte Kurse und Lehrgänge und erfuhr mehr über die Haltung und die Zucht. „Es sind sehr genügsame Tiere, die ausschließlich Heu und Gras fressen“, beschreibt er die Tiere. Zudem seien sie sehr gute Rasenmäher und Düngelieferanten. „Hört man genau hin, vernimmt man Laute in verschiedenen Tonhöhen, die sich wie das Brummen eines Teddys anhören.“

Im Jahr 2011 verkaufte der Tierliebhaber seine Harley Davidson und sparte, zwei Jahre später zogen die ersten drei Tiere bei ihm ein. Es waren zwei weiße Suris-Stuten und ein Huacaya-Wallach. „Man muss wissen, die Huacaya sind die Tiere mit dem feinen gekräuselten Fell und werden am meisten gehalten. Die Suris haben feineres Deckhaar mit einem besonderen Glanz. Es hängt glatt am Körper herunter“, informiert Gruß. Nadine Gruß und er wollten besonders Suris halten. Seine Ehefrau machte sich auch bald daran, die Wolle zu verarbeiten. „Erst einmal für uns.“

Jedes Jahr zum Scheren

Wie Schafe, müssen die Alpakas jedes Jahr geschoren werden. Etwa drei bis vier Kilogramm „erntet“ man im Schnitt pro Tier, kämmt die Wolle, dröselt sie per Hand zum Faden, verspinnt sie oder lässt das maschinell machen. Dann kann man die Wolle weiter verarbeiten zu Strickwaren, für Betten oder auch zu Seife. Da die Naturfaser kein Lanolin enthält, ist sie besonders für Allergiker geeignet, erzählt Thomas Gruß. „Alpaka-Wolle lädt sich nicht elektrisch auf. Die Fasern sind innen hohl und speichern bei Kälte die Körperwärme.“

Inzwischen habe er einige Prüfungen ablegen müssen, um Alpakas nicht nur zu halten, sondern um sie auch zu züchten. In seinem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb hält er derzeit sechs Alpakas. „Meine Stuten Tomina, Taissa, Nephele und Chilena sind zur Zeit hoffentlich tragend und werden im nächsten Frühjahr ihre Crias (Fohlen, Anm. d. Red.) auf die Welt bringen. Sie tragen zwischen elf bis 13 Monaten und bekommen in der Regel nur ein Cria. „

Gruß‘ Traum ist es, gesunde Alpakas mit korrektem Körperbau und mit einer guten Faser und Farbe zu züchten. „Da muss man schon genau in die Stammbücher der Tiere schauen, wer zu wem passt. Die Wolle wollen wir soweit es geht, selbst verarbeiten oder wenn es über ein verträgliches Maß hinaus geht, uns der maschinellen Verarbeitung anschließen.“ Inzwischen hat Thomas Gruß die Ausbildung zum Natur- und Wildnispädagogen beendet und würde gern Wanderungen, vielleicht schon ab dem nächsten Jahr anbieten.

Wer den Alpakahof besuchen möchte, „möglichst in kleiner Gruppe“, so Gruß, kann sich bei ihm unter 04263 / 9854396 melden.

hr

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