Aktivkreis Scheeßel gestaltet Tanz- und Spiele-Tag für Tschernobyl-Kinder

Den Alltag ein Stück weit vergessen

+
Kreistanz in der Grundschule – nur eine von vielen Aktionen, die der Aktivkreis für die Kinder vorbereitet hatte.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Da zogen die Kinder aus Weißrussland lange Gesichter, als Jutta Gerken verkündete: „Heute gibt es Kartoffelpuffer mit Apfelmus.“ Zum Glück war das nur ein kleiner Scherz, denn aus den Vorjahren weiß die Aktivkreis-Vorsitzende genau, dass die jungen Gäste Apfelmus so gar nicht mögen und die Puffer am liebsten mit Zucker und Schmand essen.

Entsprechend groß war dann die Erleichterung, als der geliebte Schmand auf den Tisch kam. Im Rahmen der „Tschernobyl-Kindererholung“ hatte der Aktivkreis Scheeßel die neun Kinder sowie fünf Erwachsene aus den Regionen Gomel und Minsk zu einem Tanz- und Spiele-Tag eingeladen. Und das außerplanmäßig, erzählt Erika Lilie, die zum Tschernobyl-Betreuungsteam gehört. „Eigentlich hat der Aktivkreis immer im Zwei-Jahres-Rhythmus mitgemacht und wäre erst wieder 2016 dran gewesen, doch da die Scheeßeler Ferien-Aktion wohl in diesem Jahr zum letzten Mal stattfindet, haben die Aktiven sich außer der Reihe dazu bereit erklärt.“

Nachdem auch Rotenburg und Schneverdingen ihre Mitwirkung eingestellt hätten, hatten sich zuletzt nur noch Horstedt und Scheeßel an dem Programm beteiligt. „Die Koordinatorin Christa Radde hört in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen auf, und sie hat leider noch keine Nachfolgerin gefunden“, sagt Lilie. In die Freude über das 25. Jubiläum der Aktion mische sich so auch eine gewisse Wehmut.

Im Meyerhof galt es, diese schlechten Nachrichten dann aber beiseite zu schieben und die Aktivkreis-Mitglieder sorgten mit Spielen unterschiedlicher Art für unbeschwerte Stimmung. Während des gemeinsamen Kaffeetrinkens erfuhren die Scheeßeler von den Erwachsenen nebenbei viel Wissenswertes über die wirtschaftliche Lage in Weißrussland. Aber auch über die Folgen der Reaktor-Katastrophe von 1986. So seien heute davon vor allem noch die damals sofort Geschädigten betroffen. Auch bei den Kindern seien allerdings heute noch vermehrte Schilddrüsenerkrankungen auffällig, und die Erholung in Deutschland hätte ihre Abwehrkräfte laut den behandelnden Medizinern immer für ein ganzes Jahr gestärkt.

Gegen Abend stand dann das gemeinsame Tanzen von Kindern aus Weißrussland und Scheeßel auf dem Programm. Nach dem ersten zaghaften Beschnuppern wirbelten die Jungen und Mädchen bald gemeinsam unter der Regie von Beekscheper-Übungsleiterin Simone Kuhlmann durch die Aula der Grundschule.

Im Anschluss an die schwungvollen Tanzvorführungen verabschiedeten sich die Aktivkreis-Mitglieder von ihren Gästen aus Weißrussland: „Es war zwar wieder ziemlich anstrengend“, so die Vorsitzende Jutta Gerken. „Aber es hat allen großen Spaß gemacht, und uns werden diese glücklichen Kinderaugen fehlen.“

Mehr zum Thema:

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Warschau will neuen Glanz für Praga

Warschau will neuen Glanz für Praga

Meistgelesene Artikel

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Kommentare