Unbekannte treiben auf Jeersdorfer Containerplatz ihr Unwesen

Ärger um wilde Müllhalde

Nicht nur Detlef Steppat stinkt‘s: Seit Jahren wird der Sammelplatz für Altglas und Altkleider von Müllsündern heimgesucht, die ihren Unrat zwischen den Containern ablagern. „Im letzten halben Jahr war es besonders schlimm“, sagt der Ortsbürgermeister. - Foto: lw

Jeersdorf - Von Lars Warnecke. Dieser Anblick ist wahrlich nicht schön: Ein buntes Potpourri aus allerlei Hinterlassenschaften der modernen Wegwerfgesellschaft liegt rund um den Containerplatz in Jeersdorf verstreut. Seit Jahren wird die Sammelstelle für Altglas und Altkleider von Unbekannten als wilde Müllkippe genutzt. Die Dorfgemeinschaft ist genervt von dieser Situation.

Zwei Glascontainer und vier Sammelbehälter für Altkleider stehen am Jeersdorfer Verkehrskreisel, am Rande der Ortschaft. Die sind für, man mag es kaum glauben: Glas und Kleiderspenden. Wer aber einen Blick rund um den Containerstandplatz wirft, entdeckt mitunter Unfassbares: Geflügelfleischreste, einen leeren Farbeimer „Latex-Weiß, 5 Liter“, eine Plastiktüte mit ausrangierten Fliesen und Beutel, prallgefüllt mit alten Dachabdeckungen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was sich derzeit an der Hetzweger Straße findet; mal von dem rostigen Grill, der Kaffeemaschine, dem Röhrenfernseher und einem Stück Kratzbaum für Katzen abgesehen.

„Alles“, empört sich Ortsbürgermeister Detlef Steppat, „die Leute schmeißen einfach alles weg.“ Mehrere leere Cola-Flasche sind dabei – wer sie ausgetrunken hat, hatte wohl nicht mehr die Kraft gehabt, sie in den eine Handbreit entfernten Container zu befördern. Anders ist der Müll nicht zu erklären. Voll jedenfalls ist der dafür aufgestellte Container nicht. Nicht mal das.

„Man müsste diese skrupellosen Leute schnappen“, sagt eine Frau, die gerade mit ihrem Hund vorbeikommt, erzürnt, „und dann müsste es direkt eine Strafe setzen.“ Anders sei der wilden Müllhalde wohl nicht beizukommen, findet sie. Das sieht auch Steppat so. „Einmal erwischt, würden es sich die Müllsünder in Zukunft wohl zwei Mal überlegen, ob sie die letzten freien Räume rund um die Container mit dem Elektroschrottplatz verwechseln.“

Für die Hetzwegerin Nicole Schulz, die mit ihrem Mann Bodo gerade des Weges kommt, um Altglas – fachgerecht – zu entsorgen, liegt das Problem auf der Hand: „Der Platz befindet sich in denkbar ungünstiger Lage, ist von niemandem wirklich einsehbar.“ Eine ideale Gelegenheit für die Müllsünder. Sie will auch schon Ratten zwischen all dem Unrat beobachtet haben, „das ist doch ekelig“ Und ihr Gatte ergänzt: „Unsereins bemüht sich, dass das sorgsam entsorgt wird, und andere machen es sich einfach.“

Auch der Ortsbürgermeister ist von dem vor rund fünf Jahren eingerichteten Standort fernab vom nächsten Wohnhaus wenig begeistert. Er berichtet von der geplanten Ausweisung eines neuen Baugebietes im Ort und der damit einhergehenden Chance, dort einen Containerplatz entstehen zu lassen. „Auf jeden Fall ist es sicherer, wenn dort Leute drumherum wohnen würden“, glaubt Detlef Steppat, der inzwischen auch bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. „Die Ermittlungen laufen, vielleicht finden die ja in dem Müll irgendetwas, was die Täter überführt“, hofft er nun.

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